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Dax steigt vor dem Wochenende weiter

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Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat am Freitag nach einem verhaltenen Start erneut Gewinne eingefahren. Damit setzte der deutsche Leitindex seinen Aufwärtstrend der vergangenen Tage fort.


Börsianer sprachen von einer starken Dynamik an Europas Börsen, die von guten Wirtschaftsdaten aus der Eurozone zusätzlichen Schub erhalten habe. Der Dax kletterte um 0,68 Prozent auf 9662,40 Punkte. In dieser Woche hat das wichtigste deutsche Börsenbarometer damit um 3,88 Prozent zugelegt. Zum Rekordhoch aus dem Januar fehlen noch 1,36 Prozent oder rund 130 Punkte. Der MDax stieg am Freitag um 0,73 Prozent auf 16 754,70 Punkte. Der TecDax gewann 0,06 Prozent auf 1257,26 Punkte.

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Die konjunkturelle Erholung im Euroraum hatte sich zum Jahresende etwas stärker beschleunigt als von Experten erwartet. Im vierten Quartal hatte die Wirtschaftsleistung im Vergleich zum vorherigen Jahresviertel um 0,3 Prozent zugelegt. Insbesondere Deutschland und Frankreich sorgten laut den Experten von JPMorgan für eine positive Überraschung. Aber auch Italien fiel mit dem ersten Wachstum seit 2011 positiv auf. Überraschend schwache Daten zur US-Industrieproduktion belasteten die Aktienmärkte nur kurzzeitig. Sie war im Januar unerwartet gefallen.

Experten spekulieren mit Blick auf die kommenden Wochen nun wieder bereits auf die Marke von 10 000 Punkten im Dax. Die US-Notenbank Fed sorge mit der Beibehaltung ihrer lockeren Geldpolitik dafür, «dass Aktien praktisch alternativlos bleiben», sagte Marktbeobachter Daniel Saurenz von Feingold Research. Jens Klatt vom Analysehaus DailyFX ist skeptischer. «Der steile Kursanstieg der letzten Tage steht auf einem sehr wackeligen Fundament», sagte er mit Verweis auf niedrige Handelsumsätze.

Bei den Einzelwerten standen die Zahlen von ThyssenKrupp im Interesse der Anleger. Die Aktien legten an der Dax-Spitze um 3,83 Prozent zu. Sie profitierten laut Händlern davon, dass der angeschlagene Industriekonzern im ersten Geschäftsquartal 2013/14 sowohl mit dem Auftragseingang als auch dem bereinigten operativen Ergebnis die Erwartungen am Markt übertroffen habe. Der abermalige Konzernverlust trotz deutlicher operativer Verbesserungen war von Analysten erwartet worden. Am Ende im Dax lag nach ihren Gewinnen vom Vortag die Commerzbank mit minus 2,57 Prozent.

Die im MDax notierten Aktien von Wacker Chemie gewannen 1,61 Prozent. Als Kursstütze sahen Börsianer, dass der japanische Konkurrent Sumco seine Umsatz- und Ergebnisziele angehoben hatte. Dies habe auch den Papieren des deutschen Spezialchemiekonzerns und Halbleiter-Zulieferers geholfen. Ganz oben im Index mittelgroßer Werte lagen Fuchs Petrolub und Gea mit jeweils 3,30 Prozent plus.

Stada verloren nach dem Bekanntwerden einer Forderung durch einen serbischen Insolvenzverwalter 0,93 Prozent. Laut Mitteilung des Generikaherstellers fordert ein lokaler Insolvenzverwalter in Belgrad von einer Tochter des Konzerns einen Betrag in Höhe von umgerechnet 54,2 Millionen Euro. Stada hält die Klage für unbegründet und kündigte juristischen Widerstand an. Bei dem Betrag sei außerdem zu berücksichtigen, dass der Tochter als Gläubigerin ein Anteil an der Insolvenzmasse zustehe, so das Unternehmen.

In Europa zeichneten die Indizes ein ähnliches Bild wie in Deutschland. Der EuroStoxx 50 gewann 0,68 Prozent auf 3119,06 Punkte. In Paris gab es ein Plus von 0,6 Prozent, in London trat der Leitindex FTSE 100 mit einem knappen Aufschlag von 0,1 Prozent nahezu auf der Stelle. An der Wall Street lag der Dow zur gleichen Zeit rund 0,5 Prozent im Plus.

Am deutschen Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 1,35 Prozent. Der Rentenindex Rex stagnierte ebenfalls und stand bei 134,33 Punkten. Für den Bund-Future ging es um 0,13 Prozent auf 143,61 Punkte nach unten. Der Kurs des Euro stieg, zuletzt wurde er bei 1,3688 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3707 (Donnerstag: 1,3675) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7296 (0,7313) Euro.