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DEB-Team vor Doppel-Showdown bei WM

Helsinki (dpa) - Erst Daumen drücken, dann Frankreich schlagen: Für Deutschlands Eishockey-Team wird der Kampf um das Viertelfinale bei der WM zum Doppel-Showdown.

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Pat Cortina hofft auf einen USA-Sieg. Foto: Pekka Sipola Foto: dpa

Der Einzug in die K.o.-Runde ist den Mannen von Coach Pat Cortina sicher, wenn zum Vorrundenabschluss am Dienstag ein Sieg gegen Frankreich gelingt und die Slowakei davor gegen die USA Punkte lässt - für zwei Stunden sind auch die deutschen Cracks Amerika-Fans. «Ich werde mit Sicherheit ein Auge drauf haben, was da passiert», kündigte Stürmer Michael Wolf an.

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Die Hauptaufgabe für die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) bleibt aber ohnehin der eigene Auftritt gegen die Franzosen, die seit 20 Jahren kein WM-Spiel gegen Deutschland verloren haben. «Wir müssen die andere Partie ausblenden», forderte Bundestrainer Cortina, «wenn wir hier hoffen und da hoffen, geht Energie drauf.»

Durch die überraschende 1:3-Niederlage der Franzosen gegen Lettland könnte am Ende eine komplizierte Rechnung anstehen, die sogar den Balten noch Chancen auf die K.o.-Runde lässt. Immerhin unterlag Österreich am Abend den Russen mit 4:8 und machte die Ausgangslage nicht noch verworrener. Diese Niederlage sicherte dem DEB-Team zugleich auch rechnerisch den Klassenverbleib.

Cortina ist bemüht, den Fokus nicht zu verlieren. Den bislang bewährten Tagesablauf soll Teammanager Klaus Merk daher auch vor dem Alles-oder-nichts-Dienstag nicht ändern: 11.30 Uhr Mittagessen, dann Kaffee und Kuchen, 14.00 Uhr Abfahrt zur Halle. Ein Extra-Fernseher für das frühe Match der Slowaken gegen die USA wird nicht in den Essensraum gestellt. «Aber heute hat doch jeder ein iPhone oder Blackberry», meinte der Ex-Nationalspieler schmunzelnd. «Und wenn das Spiel aus ist, sind wir sowieso schon in der Halle.»

Die Smartphones wird Cortina seinen Schützlingen jedenfalls nicht abnehmen: «Wir sind ja kein Kindergarten», meinte der Bundestrainer. Wichtiger war ihm die Warnung vor den Franzosen. Der Équipe war in Helsinki unter anderem ein historisches 2:1 gegen Russland gelungen. Die Bilanz gegen den DEB kann sich ebenfalls sehen lassen: Von bislang sieben WM-Partien gewannen die Franzosen vier, die letzte Niederlage datiert aus dem Jahr 1993 - damals stand Merk als Torwart im deutschen Kader.

Merk hat als Spieler und Teammanager schon einiges erlebt, auch eine ähnliche Tabellenkonstellation wie jetzt in Finnland: 2007 hatte Deutschland im russischen Mytischtschi das WM-Viertelfinale trotz eines abschließenden 6:5 gegen Weißrussland verpasst, weil die Tschechen nicht wie notwendig klar gegen Kanada verloren hatten.

Dass es die USA besser machen als ihre nordamerikanischen Nachbarn vor sechs Jahren - davon ist man im deutschen Team beim Blick auf die Tabelle und mögliche Viertelfinal-Begegnungen überzeugt. «Die USA hat auch ein Eigeninteresse, gegen die Slowakei zu gewinnen. Die würden nämlich dann lieber gegen uns spielen als gegen Russland», fand Merk, der sogar über eine mögliche Überraschung in der K.o.-Phase laut nachdachte: «Vielleicht können wir die USA dann ein bisschen ärgern.»

Aber das ist Zukunftsmusik - erst soll ein Erfolg über die Franzosen her. Rob Zepp wird nach seiner Pause gegen die USA ins Tor zurückkehren, wie Coach Cortina verkündete.

Ob die angeschlagenen André Rankel, Jens Baxmann und Frank Mauer spielen können, bleibt fraglich. Teamarzt Andreas Gröger berichtete, dass ein Einsatz von Stürmer Rankel nach dessen Knieverletzung «am unwahrscheinlichsten» sei. Der Berliner hatte sich im Match gegen Lettland eine Meniskusquetschung zugezogen, außerdem wurde später ein Knochenödem diagnostiziert. Rankel absolvierte zwar am Montagmorgen die komplette Trainingseinheit mit dem Team, über einen Einsatz wird aber erst am Dienstag entschieden. Bei Baxmann (Pferdekuss) sehe es gut aus, die Chancen von Mauer (Knochenödem) stünden bei 50:50.

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