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Dienststellenleiter Günther Adolph feierlich verabschiedet – Nachfolger Andreas Heynig ins Amt eingeführt

Dein Freund und Helfer und ein »cooler Cop«

Chef, Vorgänger, Nachfolger: Polizeipräsident Robert Kopp, Erster Polizeihauptkommissar a.D. Günther Adolph und Polizeihauptkommissar Andreas Heynig. (Foto: Fischer)

Berchtesgaden – Er war das personalisierte Sicherheitsgefühl im Talkessel: Erster Polizeihauptkommissar Günther Adolph. Gestern ist der ehemalige Leiter der Inspektion Berchtesgaden offiziell bei einer Feierstunde im »Haus der Berge« gegenüber der Dienststelle offiziell in den Ruhestand verabschiedet worden. Gleichzeitig führte Polizeipräsident Robert Kopp Adolphs Nachfolger, Polizeihauptkommissar Andreas Heynig in sein neues Amt ein.


Der Festakt fand vor zahlreichen Ehrengästen aus Politik, Justiz, Rettungs- und Hilfsdiensten sowie angehörigen der umliegenden Polizeidienststellen statt. Günther Adolphs Stellvertreter, Polizeihauptkommissar Franz Sommerauer, der zum 1. Juni an das Fortbildungsinstitut in Ainring wechseln wird, begrüßte die Gäste.

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Anschließend führte der Polizeipräsident den Amtswechsel an der Spitze der Dienststelle durch. Er reflektierte die 42-jährige Karriere bei der Bayerischen Polizei. Der heute 60-jährige Bad Reichenhaller begann seinen Polizeidienst 1974 mit der Ausbildung bei der Bereitschaftspolizei in Dachau. Nach einer dreijährigen Verwendung bei der Polizeiinspektion Dachau/Karlsfeld führte ihn sein Weg zu seiner Heimatdienststelle in Bad Reichenhall. Aufgrund seiner guten Leistungen konnte er das Studium an der damaligen Beamtenfachhochschule beginnen und kehrte 1984 als Kommissar nach Bad Reichenhall zurück. Dort war er dann Dienstgruppenleiter. »Seine Führungsqualitäten waren es, die ihm dann 1992 die Stelle des verfügungsgruppen- und gleichzeitig des stellvertretenden Dienstellenleiters verschaffte«, so Robert Kopp.

Berchtesgaden als Krönung der Karriere

Die Krönung von Günther Adolphs Karriere kam 2003, als er zum Leiter der »vermutlich schönsten Dienststelle Deutschlands« in Berchtesgaden bestellt wurde. Dort habe er laut Kopp von Anfang an bis jetzt ein hohes Ansehen genossen, alles für die Sicherheit der Bevölkerung und der Urlauber getan. Außerdem sei Adolph »ein gerechter Dienstellenleiter« gewesen, der von seiner Kollegen als Vorgesetzter geachtet und als Mentor geschätzt worden sei.

Die heimische Landtagsabgeordnete Michaela Kaniber, die Adolph seit 30 Jahren kennt, lobte dessen Charakterstärke und Wesensstärke sowie sein ruhiges und klares Denken, das stets zu entschlossenem Handeln geführt hatte. »Durch deine Art hast du jede Art von Angst- und Panikmache im Keim erstickt«, sagte sie. Hilfreich für seinen verantwortungsvollen Posten sei auch gewesen, dass er die Polizeiarbeit »von der Pike auf gelernt« habe.

Landrat Georg Grabner zählte dann die positiven Eigenschaften Adolphs auf. Es war eine lange Liste. Unter anderem bezeichnete er den scheidenden Polizeichef als kompetent, engagiert, zuverlässig, hilfsbereit und pragmatisch. Und, fast genauso wichtig: »Du kennst Land und Leute.«

Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp erinnerte sich in seiner Rede an das erste Gespräch mit Günther Adolph vor acht Jahren. Der damals neue Rathauschef habe wissen wollen, was das schlimmste Szenario sei, dass sich der Polizeichef vorstellen könne. Die Antwort: ein Brand im Kehlsteinhaus während der Saison. Kurz darauf sei es dann soweit gewesen. Neben der Höhlenrettung im Untersberg der aufwendigste Einsatz, den Adolph geleitet hatte. »Du warst ein echter Gendarm, immer da, wenn man dich gebraucht hat«, so der Bürgermeister.

Günther Adolph selbst blieb sich auch in seiner Abschiedsrede treu. Er trat ans Mikrofon, haute ein paar markante und lustige Sätze raus, bedankte sich dafür, »dass meine Fehler und Unzulänglichkeiten nicht erwähnt wurden« und setzte sich wieder hin.

Neuer Polizeichef freut sich »sakrisch«

Sein Nachfolger Andreas Heynig, der die Berchtesgadener Inspektion das kommende halbe Jahr leiten wird, hat zumindest schon mal die urbayerisch trockene Art mit seinem Vorgänger gemeinsam. »I g'frei mi sakrisch drauf«, sagte der 38-Jährige, der im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen lebt, Angehöriger des Polizeipräsidiums München ist und höhere Führungsaufgaben anstrebt. »Ich weiß, dass die Inspektion in Berchtesgaden eine ganz besondere ist. Ich werde mich bemühen, um zu einem guten Sicherheitsgefühl beizutragen«, sagte der zweifache Familienvater. Christian Fischer