weather-image
29°

Dem ältesten Skiklub fehlen die Jungen

2.0
2.0
Bildtext einblenden
Mit dem vom Bayerischen Landessportverband gehrten Stefan Angerer (M.) freuten sich SKB-Vorsitzender Wilfried Däuber und Schriftführerin Maria Stangassinger. (Foto: privat)

Berchtesgaden – Der Skiklub Berchtesgaden (SKB), der älteste Skiklub im Talkessel und nach dem TSV 1883 Berchtesgaden der zweitälteste Sportklub, hielt am Freitag im Gasthaus »Neuhaus« seine Jahreshauptversammlung ab. Der Einladung waren allerdings nur 48 Mitglieder gefolgt. Vorsitzender Wilfried Däuber hatte die Ehre, Marktbürgermeister Franz Rasp, den Vorsitzenden der Skiabteilung Maria Gern, Sebastian Rasp, und Ehrenvorsitzenden Michael Brandner zu begrüßen. Bei den Vorstandswahlen wurden alle einstimmig in ihren Ämtern bestätigt (siehe Kasten).


Leider sei festzustellen, dass die alpinen Skifahrer immer weniger würden, was sich bei den Skirennen extrem bemerkbar mache, so Däuber. Er vermöge aber nicht zu beurteilen, ob der Trainingsumfang im Schülerbereich leistungsfördernd oder eher abschreckend sei. Vom Deutschen Skilehrerverband, dem Deutschen Skiverband, dem Snowboardverband Deutschland wurde die Kampagne »Dein Winter, Dein Sport« mit Unterstützung des Verbandes Deutscher Sportjournalisten ins Leben gerufen. »Wir hoffen, dass damit die Lust am Skifahren wieder geweckt werden kann«, befand der Vorsitzende weiter.

Anzeige

Eine gute Maßnahme zur Nachwuchsgewinnung sei die traditionelle Kinder- und Jugendskischule, bei der im vergangenen Jahr wieder eine Steigerung der Teilnehmerzahl zu verzeichnen war.

Auch im Bereich Spezialsprunglauf und bei der Nordischen Kombination ist ein Rückgang der Teilnehmer an den Veranstaltungen zu verzeichnen, was man auf die steigende Anzahl an Schanzen im näheren Umkreis zurückführt. Einzige Ausnahme hier seien Mini-Sechsschanzentournee und die Kinder-Vierschanzentournee, bei denen die Teilnehmerzahlen noch bei 120 bis 150 Kindern und Jugendlichen liegen.

Um wieder mehr Kinder zum Sprungsport zu bewegen, wurde auf Initiative der Trainer sowie mit der Unterstützung der Gemeinde Berchtesgaden und heimischer Firmen eine Einsteigerschanze für die Anfänger am Kälberstein errichtet. Vom Konzept »Schule und Sport«, das die CJD-Eliteschule des Sports praktiziert, ist Däuber nach wie vor überzeugt. Darum seien die Kälbersteinschanzen ebenso wichtig wie die alpinen Trainingsstätten am Jenner und am Götschen.

Alpinsportwart Peter Hasenknopf sprach von 31 aktiven Nachwuchsläufern. Im Einzelnen sind es zehn Aktive der Schüler acht bis zehn, 19 zwischen zwölf und 16, eine Aktive in der Juniorenklasse und mit Simona Hösl eine Weltcupstarterin in der Leistungsgrippe 1b.

Der Nordische Sportwart Thomas Donaubauer verwies auf vier Langläufer und 24 Aktive in den Bereichen Sprunglauf und Nordische Kombination.

Zu den großen Aushängeschildern gehörten die Skispringer Michael Neumayer und Daniel Wenig sowie der Nordische Kombinierer Wolfgang Bösl.

Klein, aber fein sei auch die Gruppe der Biathleten, bemerkte Däuber. So gehörten Michael Willeitner der Lehrgangsgruppe 1B und Niklas Homberg der Lehrgangsgruppe 2B des Deutschen Skiverbandes an.

Jugendskischulleiter Martin Rasp sprach von einer kleinen Steigerung mit 46 Teilnehmern im Alter zwischen vier und zehn Jahren, die von sieben Skilehrern ausgebildet wurden.

Problemlos laufen auch die beiden vereinseigenen Häuser »Dr. Hugo Beck« an der Jenner-Mittelstation und »Karl Kreuzeder« auf Kühroint. Beck-Haus-Referent Sebastian Brandner lobte das Pächterehepaar Kortas für dessen großen Einsatz. Gleiches gelte auch für die Hütte auf Kühroint mit dem engagierten Hüttenwirt Stefan Angerer. »Alles ist bestens, die Hütte finanziert sich selbst«, so der Wirt.

Kassierin Gisela Görlich sprach von geordneten Finanzen, was Marktbürgermeister Franz Rasp in Vertretung der Kassenprüferinnen nur bestätigen konnte.

Bei einem großen Skiklub gibt es auch regelmäßig große Ehrungen. So erfuhr Stefan Angerer eine besondere Ehrung durch den Bayerischen Landessportverband. Skispringer Michael Neumayer wurde für seine großen Verdienste zum Ehrenmitglied ernannt. Weitere Ehrungen wurden Daniel Wenig, Wolfgang Bösl, Michael Willeitner und Sebastian Braun zuteil.

Bürgermeister Franz Rasp wies noch einmal auf die Wichtigkeit des Skisports hin, da mittlerweile immer weniger Kinder Ski fahren können. Skifahren ist die Grundlage für alle Schneesportarten. Die Gemeinde gibt auch viel Geld für Schulskikurse aus. In die Schanzen am Kälberstein wurden seitens der Gemeinde im Haushaltsjahr 2014 80 000 Euro investiert. Für 2015 sind 70 000Euro eingestellt. Neu ist ein Winden-Pistenfahrzeug, das eine perfekte Präparation der K 60-Schanze gewährleistet. Die Scharitzkehl-Loipen hätten die Bewährungsprobe bestanden und seien eine perfekte Ergänzung zum Aschauerweiher. Ohne diese Loipen wäre im vergangen Winter so gut wie kein Langlauf möglich gewesen, betonte Rasp. Christian Wechslinger