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»Dem persönlichen Kreuz nicht aus dem Weg gehen«

Mit einem einfühlsamen Passionssingen wurde in der Pfarrkirche Teisendorf auf die Kartage eingestimmt. In der Pfarrei ist diese Veranstaltung mittlerweile zur festen Einrichtung geworden und der gute Besuch zeugte von der positiven Resonanz vonseiten der Bevölkerung. Das einfühlsame Programm bot mit stillen Melodien, nachhaltigen Texten und gefühlvollen Liedern die richtige Dosierung, um sich den Gedanken der Passionszeit zu widmen.

Die Aufhamer Klarinettenmusi eröffnete mit einer eher meditativ verhalten angelegten Melodie den Abend, bevor Pfarrer Horst Kreß den Willkommensgruß sprach. Die drei Frauenstimmen der »Wanger Sängerinnen« beherrschten daraufhin den Kirchenraum und der wohldosierte Gesang unterstrich die Thematik des vorgetragenen Passionsliedes. Mächtig erhaben und dennoch fast sanftmütig, so präsentierte sich das Tonbild der vier Lauterer Alphornbläser. Der füllige Schall der großen Instrumente schmiegte sich förmlich in den Kirchenraum und bildete eine schöne Ergänzung zu den anderen Programmpunkten. Feinsinnig spannen die beiden Harfenistinnen ihre zarten Melodien, das »Harfenduo Bochter« beeindruckte mit ausgeprägtem zum gefühlvollem Spiel.

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Zum Kontrast trug auch Sprecher Josef Gruber mit bei. In kurzen prägnanten Texten griff er Inhalte der Passions- und Osterzeit auf, um sie sozusagen als grundlegende Lebensweisheiten an die Zuhörer weiter zu geben. Gruber verdeutlichte unter anderem, dass die Fastenzeit die Zeit der Umkehr und Bekehrung sei und ermutigte, dem persönlichen Kreuz nicht aus dem Weg zu gehen. »Sag ja zu den unangenehmen Dingen des Lebens. Trage das Kreuz in Demut als Buße für die eigenen Fehler.« Das Osterfest bezeichnete Gruber als das Fest der Versöhnung.

Der Teisendorfer Kirchenchor unter der Leitung von Cäcilia Sommer ergänzte das ansprechende Programm mit verschiedenen Passionsliedern. Unter anderem gliederte sich der bekannte Satz für gemischten Chor »Oh Jesus, wo gehest Du hin« bestens in das ausgewogene Programm ein. Eine nachhaltige Wirkung erzielte die Melodie »Wachet und betet«, die das Geschehen am Ölberg beschreibt.

Seinen besonderen Reiz erhielt dieser Programmpunkt durch die Solopassagen, die Verena Thannbichler vortrug. Ihr Gesang ergänzte sich hervorragend mit den Stimmen des Chores. Dieser Liedruf aus Taizè bezieht sich auf das Markusevangelium und spiegelt die bangen Stunden Jesu vor seiner Verurteilung und Kreuzigung wider. Josef Gruber hatte in einer seiner Textpassagen darauf hingewiesen, dass es auch an uns liege, sich für die Rettung der Welt, sich gegen Ungerechtigkeit und Not einzusetzen.

Ein lebendiges Beispiel dafür ist die Arbeit, die Rosalie Gruber verrichtet. Sie ist seit 1990 in einer Sozialstation im rumänischen Siebenbürgen tätig und kümmert sich dort um hilfsbedürftige Menschen. Ein visueller Eindruck dieser Arbeit wurde den Besuchern des Passionssingens in einer kurzen Bilderpräsentation vermittelt. Denn auch der Erlös der Veranstaltung floss in diesen Hilfsfonds Maria Horn