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Dem Zucker davonlaufen

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Auf die Plätze, fertig, los: Sprint-Europameister Daniel Schnelting (r.) brachte die Jugendlichen ins Schwitzen. (Foto: privat)

Berchtesgaden – Bei einem Besuch im CJD-Rehabilitationszentrum für chronisch kranke Kinder und Jugendliche zeigte Sprint-Europameister Daniel Schnelting kürzlich, wie man optimal mit Diabetes umgeht. Dabei ging es vor allem um die Frage, ob und wie man mit Diabetes Sport machen kann. Die Antwort von Daniel Schnelting, bei dem im Alter von fünf Jahren Diabetes festgestellt wurde, ist eindeutig: „Natürlich kann jeder Diabetiker Sport machen. Aber es ist einiges an Wissen erforderlich.«


Durch Sport wird der Blutzucker gesenkt und damit auch der Insulinbedarf. Diabetiker sollten also vor dem Sport das Insulin niedriger dosieren, damit nicht plötzlich eine Unterzuckerung eintritt. »Wie viel weniger man spritzt, muss jeder für sich selbst herausfinden«, so Schnelting, »bei mir sind es etwa 30 Prozent«. Durch einen Nachbrenneffekt kann der Insulinbedarf noch bis zu wölf Stunden nach dem Sport reduziert sein.

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Ganz wichtig ist es, beim Sport immer die Ausrüstung dabei zu haben: Dazu gehören Messgerät, Notfallset und Traubenzucker oder Apfelsaft, um den Blutzucker bei Bedarf schnell wieder hoch zu bekommen. Das Messgerät sollte auch häufiger zur Hand genommen werden als sonst. Je regelmäßiger ein Diabetiker Sport treibt, desto besser kann er dabei den Blutzucker steuern. Für den Fall, dass er dennoch einmal stärker außer Kontrolle gerät, sollte das Umfeld über die Diabeteserkrankung Bescheid wissen, um gegebenenfalls Hilfe leisten zu können.

Daniel Schnelting engagiert sich im Rahmen Aktion »Gesünder unter 7« für die Diabetes-Aufklärungsarbeit. Ziel ist es, Diabetikern zu vermitteln, wie wichtig es ist, den Blutzucker in einem stabilen Rahmen zu halten. Ein Maß dafür ist der HbA1c-Wert, der möglichst unter 7 Prozent liegen sollte. »Bei einigen jugendlichen Diabetikern in der Pubertät liegt dieser Wert leider bei 10 Prozent«, so Dr. Burkhild Knauth, Kinderärztin im CJD Berchtesgaden, »Bei solchen Werten drohen massive Folgeschäden.« fb