Demmelbauer lobt die »super Moral« seiner Elf

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Er hatte auch beim Spiel in Hallbergmoos viel zu tun: Kirchanschörings Torwart Egon Weber. (Foto: Butzhammer)

Beim 2:2 (1:1) Unentschieden in der Fußball-Bayernliga Süd zwischen dem heimischen VfB Hallbergmoos und dem SV Kirchanschöring brodelte es im Stadion am Airport unter den 300 Zuschauern. Neben der guten Stimmung des Anhangs der Platzherren gab es während des Spiels lautstarke, teils persönliche Beleidigungen in Richtung der Gästespieler. Nach dem späten Ausgleich durch Manuel Omelanowsky stand das Spiel kurz vor dem Abbruch – dank weniger, unvernünftiger Zaungäste.


Einen kleinen Anteil an der hitzigen Atmosphäre hatte wohl auch der Unparteiische Xaver Fabisch. Dieser ließ vor allem in der ersten Halbzeit zu viel durchgehen. Das hätte auch den SVK treffen können, denn es gab die ein oder andere elfmeterwürdige Situation.

Nach 20 Minuten wurde der Aufsteiger stärker, war vor allem durch Einzelaktionen brandgefährlich. Meist fehlte allerdings der letzte Pass. Ein Schuss in der 20. Minute verfehlte den SVK-Kasten noch (28.), eine Minute später rettete Egon Weber per Fußabwehr nach einer tollen Kombination von Tobias Krause über den quirligen Johannes Petschner und Andreas Giglberger (29.). In dieser Hallbergmooser Drangphase kam der SVK zu einem Gegenangriff, Lukas Pöllner wurde rechts bedient, passte in die Mitte und dort versenkte Simon Jauk den Ball zum 0:1 (35.) ins Netz. Hallbergmoos erholte sich schnell von der kalten Dusche und drängte auf de Ausgleich. Die Gäste bekamen in der 44. Minute das Leder nicht geklärt, den ersten Einschussversuch konnte Weber noch abwehren, beim folgenden Rückpass an den Elfmeterpunkt erwischte Simon Werner Torwart Weber auf dem falschen Fuß und schob zum 1:1-Ausgleich ein (44.).

Nach dem Seitenwechsel gab es in der 50. Minute einen Konter der Heimelf, Max Vogl war im Laufduell mit Fabian Diranko, brachte den mit dem Knie zu Fall und sah für diese Notbremse die Rote Karte. Der folgende Freistoß von Andreas Kostorz wurde zur Ecke abgefälscht. SVK-Trainer Mario Demmelbauer wechselte zweimal doppelt, immer wieder stand Torwart Weber bei Hallbergmooser Chancen im Mittelpunkt. So fiel nach einem Angriff über die rechte Seite das 2:1 (64.), Diranko schoss links unten ein. Trotz Unterzahl drängte nun die Demmelbauer-Elf auf den Ausgleich und die Hausherren verpassten es, den Sack zuzumachen.

Und die Gelb-Schwarzen wurden belohnt: Eine weite Flanke von rechts in den Strafraum nahm Manuel Omelanowsky mit der Brust an und schoss aus der Drehung zum 2:2 ein.

Jubelnd lief der Torschütze in Richtung Tribüne. Davon fühlten sich einige heimische Fans provoziert, die dann mit einem vollen Bierbecher nach Omelanowsky warfen. Schiedsrichter Fabisch unterbrach das Spiel. Nach kurzem Hin und Her konnte die Begegnung aber fortgesetzt werden. Am Ende retteten die Gelb-Schwarzen unter den erhitzten Gemütern das Unentschieden über die Nachspielzeit – erst nach fast 99 gespielten Minuten war Schluss im Erdinger Moos.

Trainer Demmelbauer lobte »die super Moral« der Mannschaft. Er betonte: »Nach diesen Englischen Wochen in Unterzahl hier in den letzten 20 Minuten dermaßen extrem marschieren zu können, ist einfach Wahnsinn, da haben wir wirklich gut gespielt.« Der Hallbergmooser Trainer Gediminas Sugzda fand hingegen kaum Worte. »Es fühlt sich wie eine Niederlage an«, klagte er. Mit Ausnahme der ersten 15 Minuten »hatten wir das Spiel unter Kontrolle und haben Chancen herausgespielt. In Überzahl waren wir nah dran am 3:1 – und dann haben wir in den letzten 20 Minuten die Kontrolle komplett verloren.« Da habe der SVK die Heimelf in Unterzahl unter Druck gesetzt. Besonders lobte er Omelanowsky: »So ein Stürmer, der in der vorletzten Minute so ein Tor macht – das war schon wunderschön.«

Für den SVK geht es am morgigen Dienstag (18.30 Uhr) vor heimischem Publikum weiter. Zu Gast ist der TSV 1865 Dachau.

VfB Hallbergmoos: Dinkel, Opitz, Kostorz, Petschner (76. Edlböck), Werner (87. Schrödl), Krause, Diranko, Mühlrath (81. Aygün), Gasteiger (73. Bauer), Zeisl, Giglberger.

SV Kirchanschöring: Weber, Galler (55. Obirei), Peter (60. Dinkelbach), Jauk, Nicklas, Pöllner, Omelanowsky, Schmitzberger (60. Sternhuber), Vogl, Huber (84. Buxmann), Gürcan (55. Mühlbacher).

Tore: 0:1 Jauk (35.), 1:1 Werner (44.), 2:1 Diranko (64.), 2:2 Omelanowsky (88.).

Zuschauer: 300.

Schiedsrichter: Fabisch (München).

Rote Karte: - / Max Vogl (51./Notbremse). mw