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»Demokratie lebt vom Mitmachen«

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Alexander Reinmiedl

Wonneberg. Neben Martin Fenninger bewirbt sich auch Alexander Reinmiedl um das Amt des 1. Bürgermeisters in Wonneberg. Der 40-jährige Elektriker hat drei Kinder, die 7, 13 und 16 Jahre alt sind. Er ist der Bürgermeisterkandidat der Liste ÜWW/Die Grünen.


Warum wollen Sie Bürgermeister werden?

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Ich möchte mich als politikbegeisterten Menschen bezeichnen. Zusammensitzen, um zu diskutieren, abzustimmen und dann eine Mehrheitsentscheidung umzusetzen, gehört zu einer meiner Leidenschaften. Die Demokratie ist ein hohes Gut in unserem Land. Da wiederhole ich mich immer gern: Demokratie lebt vom Mitmachen! Ich bin stolz auf meine Heimatgemeinde und unsere Region. Politische Arbeit macht mir Spaß und das zusammen hat mich zur Kandidatur bewogen.

Welches Problem in Wonneberg wollen Sie als erstes angehen, wenn Sie zum Bürgermeister gewählt werden?

Ich sehe in Wonneberg wenig Probleme, doch mehr Chancen. Die Chance, einen vielfältigen Gemeinderat vorzustehen und diesen angemessen zu organisieren. Die guten Rahmenbedingungen für Familien noch weiter auszubauen. Durch viel Information den Anteil Erneuerbarer Energien (Solar und Biomasse) in Wonneberg zu erhöhen. Die Chance, durch die genossenschaftliche Idee mehr Nahversorgung und Eigenverantwortlichkeit in der Gemeinde zu etablieren. Die Chance, die kleinstrukturierte Landwirtschaft in Wonneberg durch die Ökomodellregion Waginger See zu stärken. Für die Landwirtschaft in unsere Region ist das Leitbild »Wachsen oder weichen« der falsche Weg. Auch die Gemeindepolitik in Wonneberg und in unserer Region muss dazu beitragen, die Landwirtschaft zu extensivieren und den Arbeitsplatzabbau in diesem Wirtschaftszweig zu stoppen. Geeignete Instrumente könnten höhere Erzeugerpreise durch mehr regionale Vermarktung sein.

Was gefällt Ihnen besonders an Ihrer Gemeinde?

Die Leute mit ihrer Einsatzfreude und Lebenslust. Die Lage zwischen Rupertiwinkl und Chiemgau und die Berge und Seen.

Wie würde Sie ein sehr guter Freund/Ihre Frau beschreiben?

Für viel zu begeistern, vielfältig, lustig, aufgeschlossen, gelassen, leidenschaftlich, gelegentlich chaotisch.

Welche starken Eigenschaften haben Sie? Wo liegen Ihre Schwächen?

Manche sagen mir nach, ich wäre ein Menschenfreund. Ich denke, ich hab keine Angst, auf Leute zuzugehen. Fremdes ist mir nicht lang fremd. Einsatzfreude.

Meine Schwächen liegen darin, dass mir stellenweise einfach die Zeit ausgeht. Ich weiß, dass ich mich manchmal auf das Wesentliche konzentrieren muss und nicht überall mitmischen kann.

Wird St. Leonhard an die Nahwärmeversorgung angeschlossen, wenn Sie Bürgermeister werden? Wieso dauert das Ganze denn schon so viele Jahre?

Hier fragen Sie den richtigen Mann. Seit zehn Jahren versorgen wir schon einen Teil von St. Leonhard mit Wärme aus Hackschnitzel. Ich gehöre zu jenen in der Gemeinde, die sich das gut vorstellen können, eine Nahwärmeversorgung auf den gesamten Ort auszubauen. Ich versuche seit zwei Jahren, die Leute an einen Tisch zu bekommen, um auf breiter Basis dieses Thema voranzubringen. Warum es schon so lange dauert, hat viele Gründe und ist sicher sehr komplex. Momentan sind die Heizölpreise zwar hoch, aber eine deutliche Kostenreduktion durch Hackschnitzel und eventuell Abwärme einer Biogasanlage ist momentan nicht gegeben. Die Strategie ist momentan: »lieber nichts machen als was Falsches« – und das ist berechtigt. Dieses Dilemma haben momentan alle Alternativen Energien. Die Energiewende hängt und es wird zu sehr auf die momentanen Kosten geschaut.

Ich möchte die Leistungen des jetzigen Bürgermeisters und Gemeinderats nicht kleinreden, aber ein neuer Bürgermeister und Gemeinderat wird dem ganzen sicher auch einen neuen Schwung verleihen.