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Den Dreh raus

Franz Punz hat seinen dritten Film abgedreht. Mit 25 weiteren Jugendlichen. Anzeiger-Foto
Das Filmteam beim Dreh zu »Das Erwachen des heiligen Berges« in Bischofswiesen. Foto: privat

Bischofswiesen - Drehbuchautor, Regisseur, Kameramann in einem: Franz Punz ist erst 14 Jahre alt. Mit »Das Erwachen des heiligen Berges« hat er kürzlich seinen dritten Film fertiggestellt. Mit dabei: 25 Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 14 Jahren, allesamt Mitglieder des »Jugendfilmprojekts Bischofswiesen«.


»Der Untersberg war für mich schon immer ein faszinierender Ort«, sagt Franz Punz. Ein Berg mit magischer Aura. Für ihn Anlass genug, dies als Stoff für ein Filmprojekt zu verwenden. Seine Begeisterung für die selbst gedrehten, bewegten Bilder begann, als er zwölf Jahre alt war. »An meinem Geburtstag wollte ich was Neues versuchen.« Also schnappte er sich die Familienkamera, suchte im Internet nach einem Drehbuch mit einigen Szenen, die er nachdrehen wollte. Fündig wurde er bei der bayerischen Serie »Dahoam is' dahoam«, die wochentags im Bayerischen Fernsehen läuft.

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An seinem Geburtstag drehte Punz mit einigen Freunden die Szenen nach. »Das hat ziemlich viel Spaß gemacht.« Und deshalb hatte er die Idee, das Material direkt an das Bayerische Fernsehen zu schicken. Eine Antwort kam prompt. »Ich durfte ein dreitägiges Praktikum bei ›Dahoam is' dahoam‹ machen.« Inklusive Dreh, Einblicke in die Requisite, Gespräche mit den Schauspielern. Nachwuchsfilmer Punz war hellauf begeistert, fragte zum Abschluss, ob er nicht gleich ein komplettes Seriendrehbuch mit nach Hause nehmen dürfte. Das klappte. Erneut wurde in Bischofswiesen gedreht, das Ergebnis ging wieder postwendend an die Serienproduzenten. Punz durfte nun mit seinen Freunden nach Dachau reisen, wo die Serie entsteht.

Punz als eingefleischter Serienfan inzwischen bekannt, wurde interviewt, der Beitrag im Bayerischen Fernsehen gezeigt. Punz war motiviert für den dritten Film. Zum ersten Mal hatte er keine Vorlage. »Ich habe das Drehbuch selbst geschrieben«, gibt sich der Jungspund stolz. Viele Wochen hat es gedauert, dann war er endlich fertig.

»Das Erwachen des heiligen Berges« heißt der Film, rund 45 Minuten lang und zu weiten Teilen in Bischofswiesen gedreht. »Es geht um eine Familie, der immer wieder Schlimmes widerfahren ist. Durch die Kräfte des Untersbergs wendet sich das Blatt.« Die Innenaufnahmen zum Film wurden in der Garage gemacht, erzählt Punz. Dazu wurde alles mit blauem Stoff ausgelegt und eigene Räumlichkeiten geschaffen, etwa ein Schlafzimmer und ein Wohnzimmer. »Ich glaube, dass uns das ganz gut gelungen ist.«

25 Freunde und Bekannte wollten mitmachen. Der Jüngste: sechs Jahre alt, der Älteste 14. Drei Tage lang wurde gedreht. Die Ausrüstung geliehen. Denn aktuell sei es ihm zu teuer, eine entsprechende Kamera zu kaufen. Mit 5 000 Euro müsse man da schon rechnen. »Privat haben wir Gott sei Dank ein paar Sponsoren gefunden«, erzählt Punz. Das sei auch dringend notwendig, denn schließlich steht schon ein neues Projekt in den Startlöchern. Fünf Monate möchte sich Franz Punz Zeit nehmen, um das Drehbuch fertigzustellen. »Ein bayerischer James Bond soll es werden«, verrät er im Vorfeld. Aber eher auf die lustige Art. Gedreht werden soll dann in den Sommerferien, denn alle Darsteller sind noch Schüler.

Geplant ist darüber hinaus, dass sowohl Innen- als auch Außendrehs professionalisiert werden. »Wir haben da einiges vor«, so Punz. Auch für das spätere Berufsleben ist sich der Bischofswieser sicher, dass er im Film- und Theaterbereich gut aufgehoben wäre. Eher hinter als vor der Kamera. Zwar macht ihm die Theaterspielerei viel Spaß, er ist im Schultheater aktiv und hat auch schon bei einem Casting des Bauerntheaters in Berchtesgaden reingeschnuppert. Sein Herz schlägt aber für das Drehbuchschreiben und die Arbeit als Regisseur. Bis es so weit ist, hat Punz junior noch viel Zeit, Erfahrung zu sammeln. Schließlich ist er erst 14 Jahre alt. kp