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Den eigenen Traum gelebt

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Berchtesgaden: Emma Tusl verbringt bei Parlamentarischem Patenschafts-Programm ein Jahr in USA
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Sie hatte von ihrer USA-Reise viel zu erzählen: Emma Tusl aus Berchtesgaden mit dem heimischen Bundestagsabgeordneten Peter Ramsauer. (Foto: privat)

Berchtesgaden/USA – Vor einem guten Jahr saß Emma Tusl schon einmal im Büro des heimischen Bundestagsabgeordneten Peter Ramsauer. Sie hatte sich erfolgreich in dem Parlamentarischen Patenschafts-Programm des Deutschen Bundestages für ein Austauschjahr in den Vereinigten Staaten qualifiziert. Peter Ramsauer hatte für sie die Patenschaft übernommen.


Damals war die Berchtesgadenerin auf dem Sprung nach Amerika. Von Los Angeles reiste sie nach Denver in Colorado zu ihrem eigentlichen Bestimmungsort, der 100.000-Einwohner-Stadt Thornton, in der ihre sechsköpfige Gastfamilie wohnt. Vor einem Jahr sprach sie davon, dass ein Traum für sie wahr werden würde. Der hat sich nun für die 17-Jährige erfüllt, wie sie in der Rückschau im Büro des Abgeordneten berichtete.

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»Deutsche sind direkt, Amerikaner höflich«

Zwar wechselte sie in der Zeit einmal die Gastfamilie und musste nach Westminster, Colorado, umziehen. Diesen Schritt »verdaute« die junge Berchtesgadenerin aber gut. Sie erfuhr viel über den »American way of life« und lernte auch die kulturellen Unterschiede der Länder und ihrer Menschen kennen. »Deutsche sind oft sehr direkt, Amerikaner sehr höflich«, sagte sie am Beispiel der obligatorischen Frage, wie es einem gehe (»How are you?«), fügte aber hinzu: »Man erwartet aber nie eine Antwort.«

Von Mount Rushmore bis zum Pink-Konzert

Die reiselustige Berchtesgadenerin lernte viele interessante und touristische Orte wie beispielsweise Mount Rushmore mit den vier monumentalen Präsidentenköpfen kennen und war in New Mexico und Nashville. Auch ein Rockkonzert der Sängerin Pink stand auf der Agenda.

Wenngleich sie den Unterricht in der High School in der zwölften Klasse als deutlich leichter als den heimischen Unterricht empfand, so waren sportliche Aktivitäten wie Langstreckenlauf und Fußball fünfmal pro Woche doch eine ziemliche Herausforderung. Mit der englischen Sprache hatte sie von Anfang an keine Probleme: »Nach einem Monat habe ich in Englisch gedacht.« Ihre Kenntnisse helfen ihr jetzt in ihrem Unterricht in der elften Klasse im Gymnasium in Berchtesgaden. Sei es jetzt in einem Seminar über amerikanische Kultur oder einem Referat über Sport in den USA, das sie halten muss.

Auch wenn sie mit ihrer Familie in der Zeit nur wenig Kontakt hatte und sie mit Heimweh zu kämpfen hatte, freute sie sich rückblickend über ihren Schritt: »Wenn die Chance da ist: Machen. Generell ist es gut, auch etwas anderes gesehen zu haben, als nur Berchtesgaden.« Auch wenn sie durch die Reise in ihrer eigenen schulischen Entwicklung ein Jahr verloren hat, möchte sie diese Zeit nicht missen. »Es ist kein verlorenes Jahr gewesen, ganz im Gegenteil. Es war unglaublich bereichernd.«

Bundesminister a. D. Peter Ramsauer hatte die junge Berchtesgadenerin für das Stipendium nominiert und übernahm die Patenschaft. Er zeigte sich erfreut: »Solche Erfahrungen bereichern unglaublich und sind prägend für ein ganzes Leben«, so Peter Ramsauer.

Stipendium für ein Austauschjahr sichern

Der Deutsche Bundestag vergibt Stipendien für ein Austauschjahr in den USA an Schüler und junge Berufstätige. Das Parlamentarische Patenschafts-Programm gibt seit 1983 jedes Jahr Schülern sowie jungen Berufstätigen die Möglichkeit, mit einem Stipendium des Deutschen Bundestages ein Austauschjahr in den USA zu erleben. Zeitgleich sind junge US-Amerikaner zu einem Austauschjahr zu Gast in Deutschland.

Das PPP ist ein gemeinsames Programm des Deutschen Bundestages und des US-Congress. Es steht unter der Schirmherrschaft des Bundestagspräsidenten. Voraussichtlich Anfang Mai 2020 beginnt die Bewerbungsfrist für das 38. PPP 2021/22. fb