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Den einen juckt's, den anderen nicht

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Mücken sind im Sommer wahre Plagegeister. Doch gibt es dieses Jahr besonders viele in der Region?

Baden, grillen und laue Nächte – so schön ist der Sommer, wäre da nicht das leidige Mückenthema. Die Redaktion des Traunsteiner Tagblatts erreichten in diesen Tagen viele Klagen zum Thema Mücken. Ist es dieses Jahr etwa besonders schlimm mit den Plagegeistern?


Bei einer Umfrage zeigte sich ein gemischtes Bild. Michael Bittel aus Traunstein empfindet es heuer mit den Mücken viel schlimmer als letztes Jahr. »Ich bin zwar bisher einigermaßen verschont geblieben, aber meine Frau und auch meine Kinder hat es ziemlich erwischt«, so Bittel.

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Es scheint nicht jeder gleich von Mückenstichen betroffen zu sein. Das zeigte sich auch beim Ehepaar Hacker aus Wasserburg. »Ich hab' generell kein Problem mit Mücken. Ich werde sehr selten gestochen«, sagte Gerhard Hacker. »Meine Frau hat dafür immer sehr viele Stiche.« Dem stimmte seine Frau Hilde lachend zu und zeigte auf ihre Mückenstiche am Arm. »Im Gegensatz zu mir, wirst du wirklich nie gestochen.« Besonders schlimm finde sie es dieses Jahr aber nicht.

Das Ehepaar Lore und Friedrich Reissig aus Traunreut kommt viel 'rum in der Region. Die beiden fahren zum Baden an den Chiemsee oder nach Tettenhausen. »Ich habe dieses Jahr aber fast noch keine Mücken getroffen«, so Friedrich Reissig.

Dem schloss sich Urlauber Wolfram Porr aus München an. Jedes Jahr fährt er mit seiner Familie in den Ferienpark Vorauf. Von vielen Mücken habe er noch nichts bemerkt, so Porr.

Martina Pfeiffer aus Stein an der Traun meinte, dass es auch immer darauf ankommt, wo man wohnt oder hinfährt. »Letzens waren wir bei einer Freundin in Seeon. Direkt am See haben wir es nicht ausgehalten«, sagte sie.

Tatsächlich leiden derzeit Urlauber und Einheimische in Seeon-Seebruck sehr stark an den Mücken (wir berichteten). Zweiter Bürgermeister Norbert Maier bezeichnete die Lage als katastrophal. Das Hochwasser Anfang des Monats verbunden mit den hohen Temperaturen sei ausschlaggebend für die starke Vermehrung der Mücken gewesen, so Maier. Im Gegensatz zu den restlichen Gebieten am Chiemsee ist Seeon-Seebruck aus der gemeinsamen Mückenbekämpfung am Chiemsee ausgestiegen. Das erklärt, warum es die Gemeinde so stark getroffen hat. Doch wie schaut es in anderen Gemeinden am Chiemsee aus?

Die Tourist-Info Chieming teilte auf Nachfrage mit, dass es dieses Jahr keine Beschwerden zum Thema Mücken gab. »Es sind zwar eindeutig Mücken da«, so Christian Fitzner, Leiter der Tourist-Info. »Rückmeldungen über besonders viele Mücken – auch von den Urlaubern – gab es aber bei uns im Ort nicht.« Gleiches zeigt sich auch in Übersee. Christina Singer von der dortigen Tourist-Info findet es dieses Jahr zwar schlimm mit den Mücken, doch: »Bis jetzt hat sich noch niemand darüber beschwert.« Am Waginger See scheint die Lage ähnlich zu sein. Auch bei der Tourist-Info Waging gab es noch keine Klagen zum Thema Mücken.

Thomas Weimann vom Abwasser- und Umweltverband Chiemsee bestätigte, dass Hochwasser und hohe Temperaturen die Vermehrung der Mücken begünstigten. Ob man dann wirklich gestochen wird, hängt davon ab, wo man sich befindet und zu welchen Tageszeiten man unterwegs ist, so Weimann. »In der prallen Sonne wird man natürlich weniger gestochen wie an schattigen Plätzen am See, auch am Abend im Biergarten ist die Gefahr, dass man viele Stiche abbekommt groß.«

Die Liste der Hausmittel gegen Mücken ist lang. Ob sie wirklich helfen, ist umstritten, im Notfall hilft nur ausprobieren. Da Mücken den Geruch von ätherischen Ölen nicht mögen, setzen viele auf Duftkerzen oder Lampen mit Aromen wie Zitrone, Lavendel oder Pfefferminze. Auch eine Zitrone bestückt mit Nelken soll Abhilfe leisten. Kaffeesatz in Tellern oder Tomatenpflanzen vor dem Schlafzimmerfenster sollen ebenfalls helfen, die Zahl der Mücken zu minimieren.

Übrigens locken vor allem Wärme – nicht wie viele glauben Licht – sowie CO2 in unserer Atemluft die Mücken an. Aus diesem Grund werden nun am Chiemsee mit Hilfe des Vereins der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage sogenannte CO2-Fallen aufgestellt. Diese bestehen aus Ventilatoren, die Trockeneis, also festes Kohlenstoffdioxid, in der Luft verteilen. Eine Glühlampe sorgt für Wärme, die die Mücken außerdem anziehen soll. Die Mücken werden dann mit Säckchen am Gerät gefangen. »So kann man mit wissenschaftlichen Methoden nachweisen, wie viele und vor allem welche Mücken wo am Chiemsee unterwegs sind«, so Weimann. aha