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Den Gegner in die Relegation gestoßen

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Der Ruhpoldinger Torhüter Tobias Freimoser zeigte keine schlechte Leistung, dennoch musste er auf der Breitwiese beim 1:5 gegen den TSV Berchtesgaden fünfmal hinter sich greifen. (Foto: Wechslinger)

Berchtesgaden – Der TSV Berchtesgaden revanchierte sich im letzten Saisonspiel gegen den SV Ruhpolding eindrucksvoll mit 5:1 (2:0) für die 1:3-Niederlage im Waldstadion.


Ruhpolding muss durch die Niederlage auf der Breitwiese als Tabellenvorletzter in die Relegation. Die Gäste waren in keiner Phase gegenüber dem guten Spiel vor zwei Wochen in Bischofswiesen wiederzuerkennen. Berchtesgaden siegte auch in der Höhe hoch verdient und hätte gut und gerne noch fünf weitere Treffer hinzulegen können.

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Während es für Berchtesgaden um gar nichts mehr ging, da der vierte Tabellenplatz bereits vor dem Spiel feststand, lag es am Gast, mit einem Sieg auf der Breitwiese die Klasse zu sichern. Doch von Beginn an bestimmte der Breitwiesen-Express, wo es lang ging. Ein guter Angriff nach dem anderen rollte gegen das Gästetor. Die Berchtesgadener Offensivkräfte sprühten vor Spiellaune.

Aus einer geschlossen gut aufspielenden Mannschaft sind der Bulgare Tsvyatko Petkov und der Spanier Mario Perez Lavado besonders hervorzuheben. Petkov rackerte im Mittelfeld und machte die Räume eng, Lavado wirbelte die Ruhpoldinger Abwehr immer wieder wie einen Hühnerhaufen auseinander und zeigte ein paar geniale Schüsse.

Die Gäste wirkten von Beginn an wie das Kaninchen vor der Schlange. Petkov, Lavado sowie Andi Hartmann und Stefan Sontheimer waren von den Ruhpoldinger Kräften nicht einzugrenzen. Dies machte Räume für Stefan Sontheimer auf, der nach einem Klassezuspiel von Lavado bereits in der zehnten Minute einen spektakulären Treffer erzielte. Ruhpoldings Schlussmann Tobias Freimoser sah jedoch bei diesem Tor nicht gut aus.

Wer gedacht hätte, dass Ruhpolding nun aufwachen würde, sah sich getäuscht, denn auch weiterhin bestimmte eindeutig der Breitwiesen-Express das Geschehen. Ein Angriff nach dem anderen rollte gegen das Freimosertor, der seinen Fehler beim 1:0 jedoch mehrfach ausbügelte. So in der 27. Minute, als sich Christian Lindner im Stile eines Klassetechnikers über den rechten Flügel durchsetzte und exakt auf Sontheimer passte. Doch Freimoser brachte seinen Körper dazwischen und es blieb beim 1:0. Dies änderte Lavado. Der Spanier nahm aus knapp 20 Metern Maß und zirkelte im Stile eines Kunstschützen die Kugel über die Mauer in die Kreuzecke. Berchtesgadens Torhunger war jedoch noch lange nicht gestillt.

Doch zunächst wurden beste Chancen vergeben. Und so hätte die Begegnung auch kippen können, wenn Ruhpolding seine beiden Riesenchancen gegen Ende der ersten Spielhälfte nicht vergeben hätte. Denn auf einmal ließ Berchtesgaden etwas nach und Ruhpolding witterte Morgenluft. Dennoch pfiff der tadellose Schiedsrichter Alfred Linhart aus dem Thalgau mit 2:0 zur Pause.

Berchtesgaden legt einen Zahn zu

Die Gardinenpredigt des Ruhpoldinger Trainers schien auf taube Ohren gestoßen zu sein, denn Berchtesgaden begann auch den zweiten Abschnitt überlegen. Der gut aufspielende junge Mittelfeldakteur Florian Popp sorgte mit einem wahren Hammerschuss aus der Distanz in der 65. Minute für das 3:0. Als TSV-Schlussmann Philipp Däuber in der 71. Minute beim 3:1 nicht glücklich aussah, keimte noch einmal Hoffnung bei den Gästen auf. Doch die Berchtesgadener Abwehr stand gut. Sebastian Hoffmann, Christoph Heindl und Talha Gökbayrak ließen nichts mehr zu. Und so krönte Neuzugang Petkov in der 85. Minute seine gute Leistung mit dem 4:1. Den Schlusspunkt setzte Lavado mit einem strammen Schuss zum 5:1-Endstand (88.). In der Schlussphase organisierte Christian Pilz für den verletzten Gökbayrak die Abwehr tadellos.

Der Sieg des TSV Berchtesgaden war hoch verdient, Trainer Richard Hartmann zeigte sich mit seinem Ensemble hoch zufrieden. »Wenn jetzt noch Matthias Althaus von der SG Schönau, Rückkehrer Daniel Halilovic aus Surheim und Marius Mackamul aus der eigenen Jugend zu uns kommen, dann haben wir eine sehr schlagkräftige Mannschaft«, freut sich Hartmann, der Mitte Juli wieder zur Saisonvorbereitung bittet.

TSV Berchtesgaden: Däuber; Hoffmann, Gökbayrak, Heindl, Botzenhard, Popp, Petkov, Lindner, Hartmann, Lavado, Sontheimer, Pilz. Christian Wechslinger