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Den karajanschen Rekord gebrochen

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Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler mit Zubin Mehta. (Foto: Salzburger Festspiele/Andreas Kolarik)

Mit der Festspielnadel der Salzburger Festspiele hat Präsidentin Helga Rabl-Stadler den Dirigenten Zubin Mehta nach dessen bejubeltem Konzert ausgezeichnet.


Mit diesem Konzert, so meinte Helga Rabl-Stadler schmunzelnd, habe Mehta den karajanschen Rekord gebrochen. Dieser habe die Wiener Philharmoniker über den Zeitraum von 54 Jahren und 8 Monaten dirigiert. Bei Mehta seien es nun über 55 Jahre. Rekordverdächtig sei auch die Tatsache, dass sich Mehta mit insgesamt drei Spitzenorchestern, den Wienern, den Berlinern und dem Israel Philharmonic Orchestra über seine 55-jährige Zusammenarbeit freuen darf.

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Die Feier in Wien zu Mehtas 80. Geburtstag hatte die enge Beziehung zu den Wienern gezeigt. Die Festspiele wollen Mehta, »diesen Kosmopoliten, der mit Musik Brücken zwischen den Kulturen baut« auf Salzburger Boden nachfeiern.

Es waren die Wiener Philharmoniker mit denen er am 3. August 1962 sein Debüt in Salzburg gegeben hat. 39 Orchesterkonzerte hat er seither dirigiert. »Die junge Generation rückt nach…«, titelte damals Erik Werba und erklärte weiter, »Es ist das Recht der jungen Generation, sich ein eigenes Bild von dem Werk der Großen zu machen. Mehta hatte die Kraft, uns seine Auffassung plausibel zu machen, mehr noch, sie uns erlebnishaft zu vermitteln. Der allem Gegenwärtigen so aufgeschlossene Dirigent hatte Anton Weberns »Sechs Stücke für Orchester« an den Programmanfang gestellt, Klangexperimente, die auch dem internationalen Festspielpublikum Kunde von der Trauer um einen schöpferischen Musiker unseres Landes gaben, der vor zwanzig Jahren in Mittersill tragisch verunglückt ist…«

Das war ein frühes Beispiel der beeindruckenden stilistischen Bandbreite seines Repertoires: Klassik, Romantik, Moderne, Neue Musik, Symphonisches, Oper, Oratorium. In seiner langen Karriere gelang und gelingt es ihm immer wieder, mit Neuem, Unkonventionellem zu überraschen. »Besonders in Erinnerung bleibt mir in diesem Zusammenhang Dein Orchesterkonzert mit den Wiener Philharmonikern 'Turangalila' im Jahr 2000, als Du an einem Sonntagvormittag ein doch sehr verwöhntes Publikum mit einem schwierigen musikalischen Stoff zu wahren Begeisterungsstürmen mitgerissen hast. Und auch das heutige Konzert ist ein beeindruckender Beweis für die Tiefe und Weite Deines Repertoires«, sagte Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler bei der Ehrung.

1965 hat Mehta sein Operndebüt in Salzburg mit der »Entführung aus dem Serail« gegeben. Die Kritiken waren hymnisch. Der sonst so strenge Karl Löbl schrieb im »Express«: »Denn Vergnügen bereitet es, einer starken Persönlichkeit bei der Arbeit zusehen zu können. Zubin Mehta, der damit in Salzburg debütiert hat, ist solch eine starke Persönlichkeit. Was auch immer man an Klanggefühl, rhythmischer Prägnanz, Überzeugungskraft, Intensität und technischer Elegance von einem Dirigenten verlangen mag – Mehta hat es zu bieten, und er bietet eine glänzende musikalische Begabung, seine Sicherheit und seine manuelle Geschicklichkeit in einer sehr effektvollen Weise an, die dem Publikum großartig gefällt.«

Erfolgreich war Mehta auch mit Opern im Verdi-Jahr 2013. Er dirigierte Falstaff, jene Verdioper mit der Toscanini 1935 bei den Festspielen den Triumphzug des Komponisten einläutete.

Die Feier fand in Anwesenheit des designierten Intendanten Markus Hinterhäuser und des wunderbaren Sängers dieses Abends, Matthias Goerne statt. Mehta bedankte sich auf indisch, englisch und deutsch und sagte: »Es ist ganz wichtig, dass Salzburg die zeitgenössische Musik stark einbindet. Es war mir auch ganz wichtig in diesem Konzert mit Arvo Pärt zu beginnen.« fb