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Den Sommer gut überstanden – Almabtrieb von der Mordau-Alm

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Foto: B. Stanggassinger

Ramsau – Vor einem Jahr hatte die Familie Koller vom Hinterkeilhoflehen einen Todesfall und der Almabtrieb von dem Kaser auf der Mordau konnte nicht gekranzt werden. In diesem Jahr gab es keinen »Unreim« und es wurde sehenswert geschmückt.

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29 Rinder sind von der Alm in einem vierstündigen Fußmarsch nach Hause getrieben worden. Zehn Stück fuhr man bereits am Vortag. Sennerin Anja Beilhack ist das sechste Jahr Sennerin, den zweiten Sommer war sie jetzt auf der Mordaualm beim »Keilhoferer«. Sie lud alle Helfer des Almabtriebes zu einem Frühstück in die Almhütte ein. Mit dem Satz »Kuahrei iatz gema hoam« von Bauer Sepp Koller, begann man im Stall, den Kühen die Glocken umzuhängen.

Stolz verwies er auf einen »Singer«, eine Glocke, den die Familie zur Einweihungsfeier der neuen Alm bekommen hat und den jetzt eine Kuh tragen darf. Sieben Fuikln, 16 Latschenboschn, sieben Hörndlkranzei und fünf Bauchgurte waren vor der Hütte auf einem Holzstoß deponiert. Dafür war tage- und nächtelange Arbeit nötig, seit dem 24. August, dem Stichtag. Die Helfer banden den Kühen den Berchtesgadener Schmuck in und vor dem Stall um. In zwei abgegrenzten Wiesen trennte man die Kühe mit Latschenboschn und die mit Fuikln.

Die Treiber verteilten sich, um jegliche Raufereien unter den Tieren zu vermeiden. Franzerl Koller spielte auf seinem Flügelhorn eine Weise. Sennerin Anja führte mit der Leitkuh, die ein weißes Kreuz trug, den Almabtrieb an. Es ging hinunter von der Mordau auf die Deutsche Alpenstraße, entlang bis zur Abzweigung und über das Zipflhäusl steil bergauf zum Hochschwarzeck. Dann nach Loipl und hinunter nach Bischofswiesen.

Überall standen Einheimische, um diesen Almabtrieb zu sehen. Ein paar schneidige Juchzer ertönten, als der Almabtrieb das Hinterkeilhoflehen erreichte. Es gab ein Schnapserl und ein Festessen. Mensch und Tier kamen gesund und munter zu Hause an. Bernhard Stanggassinger