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Den Zauber von Weihnachten erfahren

»Ihr helft uns, den Zauber von Weihnachten tiefer zu erfahren«, sagte Pfarrer Thomas von Rechberg als Dank an die Musiker. Alljährlich lädt das Neujahrskonzert in Siegsdorf dazu ein, das Jahr festlich zu beginnen. Die Siegsdorfer Pfarrkirche bot auch 2014 den prachtvollen Rahmen für diese über 20-jährige Tradition, die die große Kirche wieder gut füllte. Denn das hohe musikalische Niveau dieses Abends hat sich längst weit über Siegsdorf hinaus herumgesprochen.

Und es ist wahrhaftig ein Zauber, sich den musikalischen Klängen hinzugeben, in der immer noch weihnachtlich erstrahlenden großen Pfarrkirche. Unter der musikalischen Leitung von Cäcilia Lederer gab es wieder ein engagiertes, ambitioniertes und vielfältiges Programm. Was könnte da als Auftakt für solch einen Anlass besser passen als ein Bläserquintett! Unter der Leitung von Rupert Eder begannen sie mit einer Sonata von Daniel Speer zu fünf Stimmen.

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Neben den Bläsern war es die neue Orgel der Pfarrkirche, die einen weiteren Schwerpunkt des festlichen Konzertes setzte. Franz Mitterreiter hatte die Möglichkeit, ihre faszinierend große Bandbreite deutlich zu machen – sei es in einem Präludium und Fuga von Johann Sebastian Bach oder mit drei Flötenuhrstücken von Joseph Haydn, die die Holzflöten zart erklingen ließen. Das Altar-Rund blieb leer, wenn die Musik von der Empore erklang und man konnte sich somit ganz und gar auf die perfekt ausgeklügelte Akkustik der Orgel konzentrieren, die ihren Klang exakt berechnet einmal durch das Kirchenschiff schickt.

Auch wenn die Präsenz des großen Chores von Siegsdorf wirklich fehlte, der sonst all die Jahre zum Ambiente des Neujahrkonzertes wesentlich beigetragen hatte. Diesmal blieb der Abend ruhig und besinnlich – statt des Chores hatte Cäcilia Lederer für den vokalen Teil ein kleines, aber feines Vokalensemble zusammengestellt, das durch seine stimmliche Brillanz begeisterte und passend zum Anlass den Namen »Capella Novannis« trug. Sie boten, als einzig für das Publikum sichtbare Musiker dieses Abends, eine liebevoll zusammengestellte Sammlung musikalischer weihnachtlicher Kostbarkeiten, von Johann Sebastian Bach bis Max Reger und dem Zeitgenossen Vytautas Miskinis.

Mit dabei war auch in diesem Jahr wieder die Sopranistin Rosemarie Kassis, deren heller Sopran ebenfalls von der Empore herab erstrahlte – Höhe- und Schlusspunkt des Konzertes bot ihre Arie aus »Samson« von G. F. Händel für Sopran, Orgel und Trompete. Mit großem Applaus bedankte sich das Publikum für einen genussreichen Abend und entließ die Musiker auch nicht ohne zwei Zugaben. Petra Plützer