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Der erwartet klare Erfolg

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Nach diesem letzten erfolgreichen Angriff von Anderl Hillebrand landete der Neumarkter Armin Prantl etwas unsanft am Boden und blieb einige Zeit benommen liegen. Doch Ringer sind »harte Burschen« und der Neumarkter erholte sich schnell. (Foto: Waßmuth)

Mit einem souveränen Sieg des TSV Berchtesgaden endete der ungleiche Kampf zwischen dem Tabellenvierten und dem punktelosen Schlusslicht des ASV 1860 Neumarkt aus der Oberpfalz. Die Gäste hatten nur drei Ringer in ihren Reihen, die mit dem Angriffswirbel der Berchtesgadener mithalten konnten. Nicht nur die Tatsache, dass ein Bayernligateam eine Klasse nicht besetzen konnte, sondern vielmehr die Chancenlosigkeit der Gäste war frappierend. »Die haben sich schon aufgegeben«, befand TSV-Abteilungsleiter Hans Labacher nach der einseitigen Auseinandersetzung. Obgleich ein hoher TSV-Sieg schon vor dem Kampf feststand, kamen neuerlich über 800 Zuschauer ins Kongresshaus. Jedoch fehlte es an diesem Abend an Spannung.


Tobias Küpper (G 57) sorgte für einen Auftakt nach Maß, als er Robert Gergert bereits nach gut einer Minute auf den Schultern hatte. Noch kürzeren Prozess machte Peter Fodor (F 130), der seinem hoffnungslos unterlegenen Gegner Tobias Schmid so oft durchdrehte, dass diesem schwindlig geworden ist. Bereits nach 51 Sekunden standen 16 technische Wertungspunkte fest.

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Sebastian Hillebrand (F 61) benötigte etwas länger. Zunächst rettete der Pausengong Daniel Eberhardt vor einer Schulterniederlage. Nachdem Hillebrand auch den zweiten Abschnitt mit furiosen Aktionen füllte, setzte der souveräne Mattenleiter Konrad Rankl – vom früheren Gegner aus Bundesligazeiten Mietraching – dem ungleichen Kampf nach vier Minuten und 19:2 Punkten für den Berchtesgadener ein Ende. Weil Neumarkt die Klasse Greco 98 nicht besetzen konnte und Stefan Rieder kampflos zu den Punkten gekommen ist, stand es nach vier Paarungen 16:0 für Berchtesgaden.

Rühle, Laue und Anderl Hillebrand begeisterten

Erst im fünften Kampf bot der Gast mit Mihai Tenea einen Topringer auf, an dem sich Korbinian Hillebrand förmlich die Zähne ausbiss. Es war eine Augenweide, wie der Neumarkter immer wieder spektakuläre Griffe mit Überstürzern ansetzte und das ungleiche Aufeinandertreffen nach 4:38 Minuten mit 18:0 und der höchsten Wertung mit einer »Fünf« beendete. So ging es mit einer 16:4-Wertung in die Ringpause. Gleich im ersten Kampf nach der Pause zeigte Andreas Andris Rühle (F 86 B), was er in seiner Heimat Lettland im Ringsport und bei vielen internationalen Turnieren gelernt hat. Eduard Wiebe muss sich wie eine Puppe vorgekommen sein, als ihn Rühle über die Matte haute. Nach 2:24 standen 16:0 Punkte auf dem Kampfrichterprotokoll und Rühle zeigte dem begeisterten Publikum noch einen astreinen Salto. So war der ungleiche Mannschaftskampf bereits vier Runden vor Schluss beendet.

Auch Lukas Laue (F 66 B) knüpfte nahtlos an seine Serie von starken Kämpfen an. Fabian Thumshirn hatte nicht den Hauch einer Chance und lag nach zwei Minuten auf den Schultern. Dann folgten jedoch noch einmal zwei bessere Gästeringer. Zunächst lieferten sich Marius Mackamul (G 86 A) und Christian Grasruck mehr ein Kopfstoßen, als einen Ringkampf. Der Mattenleiter rief beide Ringer mehrmals dazu auf, zu ringen, anstatt zu stoßen. So endete die wenig ansehnliche Auseinandersetzung nach Verwarnungen 3:2 für den Gästeringer. Überhaupt keine Einstellung fand Alexander Petersen (G 75 A) gegen Achim Thumshirn, gegen den er schon in Neumarkt mit 0:3 Punkten verloren hat. Dieses Mal erwies sich Thumshirn noch dominanter und so war der ungleiche Kampf nach 4:31 Minuten mit 17:2 für den Gästeringer beendet.

Gästeringer Armin Prantl blieb benommen liegen

Nachdem die Stimmung aufgrund der beiden Niederlagen etwas gedämpft war, entschädigte Anderl Hillebrand (F 75 B) das Publikum im finalen Gefecht gegen Armin Prantl mit einem Stakkato an Griffen. Nach 1:56 beförderte Hillebrand seinen Gegner spektakulär auf die Schultern. Weil der Absturz auf die Schultern aus einer gewissen Höhe stattgefunden hat, blieb dem Gästeringer für einige Zeit die Luft weg und es herrschte einige Zeit Unsicherheit um den Gesundheitszustand von Prantl. Doch als sich Ringarzt Dr. Michael Köhler um den Neumarkter kümmerte, entspannte sich die Situation und Prantl stand unter dem Beifall der sachkundigen Zuschauer wieder auf.

Trotz des klaren 28:9-Erfolgs bleibt der TSV Berchtesgaden an der vierten Tabellenstelle, weil der TV Traunstein beim SC Oberölsbach eine erfolgreiche 20:16-Revanche für das 16:20 zu Hause genommen hat. Eingedenk, Berchtesgaden besiegt im nächsten Heimkampf am 26. November den TV Traunstein, liegt Platz drei immer noch im Bereich des Möglichen. Allerdings muss Berchtesgaden dann mehr als vier Punkte Vorsprung auf Traunstein aufweisen. Es bleibt also sehr spannend für die begeisternde Berchtesgadener Ringerstaffel.

Weitere Bilder gibt es online unter www.berchtesgadener-anzeiger.de. Christian Wechslinger

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