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Der Funke freudigen Musizierens sprang über

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Unser Bild zeigt die neun Musiker – Musiklehrer und Meisterschüler – aus dem Bereich um Traunwalchen und Chieming beim Konzert »Eine musikalische Reise von der Volksmusik zur Klassik« im Gewölbe des Grabenstätter Schlosses. (Foto: Reichenbach)

Neun teils ehemalige Musiklehrer und einige Meisterschüler aus dem Bereich um Traunwalchen und Chieming unter der Leitung von Rudi Leitermann begeisterten bei einem Konzert im vollbesetzten Gewölbe des Grabenstätter Schlosses in verschiedenen Besetzungen mit einer exquisiten Mischung aus feiner Volksmusik und Klassik. Leitermann führte mit vielen wissenswerten Details zu den Musikstücken und dem Wirken der Musiker durch den Abend.


»Eigentlich sind wir hier ein »bissl« unbekannt«, so Leitermann, »obwohl der harte Kern, früher unter der Leitung des damaligen Musikschulleiters Franz Jaksch, der am Akkordeon mitspielte, oft für die große heimische Firma viel auch im Ausland musizierte.« Die Freude zur Musik habe sie seither nicht verlassen. Dass die neun Musiker nach dem vorausgegangenen Konzert in Chieming noch einmal mit einem Viertel neuer Stücke im Schloss auftraten, war ein besonderer Glücksfall für die Gäste.

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Aus dem Salzburger Raum stammten der »Plainergrab’n- Boarische«, ein langsames Walzerl und eine Zweischrittpolka, mit denen sich alle gemeinsam vorstellten: Johanna Hartmann, Chieming (Piccoloflöte), Barbara Unterreithmeier, Chieming (Hackbrett), Elisabeth Bäuml, Traunwalchen (Harfe), Alexander Krins, Altenmarkt (Geige), Hans Kain, Siegsdorf (Gitarre), Konrad Schneider, Traunwalchen (Hackbrett), Franz Jaksch, Traunwalchen (Akkordeon), Engelbert Kaiser, Grabenstätt (Kontrabass) und Rudi Leitermann, Chieming (Zither).

Intensiv rhythmusgeprägt und mit ganz anderem Klang präsentierten sich die nächsten Stücke der Rupertiwinkler, der »Brünoth«-Boarische, die Saalfeldner Polka und »a schneidiges Walzerl«. Hier war das Akkordeon fein dabei. »Wir spielen gern mehrstimmig«, ergänzte Leitermann. Oft seien die Stücke der Rupertiwinkler nach langen Nächten in den frühen Morgenstunden entstanden.

Dass man einen Jodler mit Instrumenten spielen kann, bewiesen anschließend grandios die beiden Meisterschüler Barbara Unterreithmeier und Konrad Schneider am Hackbrett und Leitermann an der Zither. Bei dem »Menuetto grazioso« (um 1885) aus dem Straubinger Volksmusikarchiv ergänzte Hans Kain aus Siegsdorf an der Gitarre das Trio zum Quartett.

Zum siebenstimmigen, lustigen »Grafenberg«-Boarischen und dem »Lochhäusl«-Landler waren wieder alle gemeinsam zu hören, fröhlich an der »Engelsflöte« (Piccolo) Johanna Hartmann. Mit dem »Mösenbacher«-Boarischen, aus einer berühmten Weinschenke bei Salzburg, ging es in die Pause.

Aus der Salzburger Zeit Wolfgang Amadeus Mozarts stammt das »Andante aus dem Divertimento in B« (KV 186), das den klassischen Part einläutete. Bei Mozarts »Adagio für Glasharmonika« (KV 617a), einem beliebten Instrument der Barockzeit mit schwierig nachzuspielenden, vier Oktaven, brillierte Alexander Krins an der Geige, neben Harfe, Hackbrett und Zither.

Keinen Zwischenapplaus wünschte sich Leitermann für die drei Lieder des Papageno aus Mozarts »Zauberflöte«. Frech erklang die Piccoloflöte von Johanna Hartmann in »Der Vogelfänger bin ich ja«. Bei »Klinget, Glöckchen klinget« gab Barbara Unterreithmeier am Hackbrett im Wechselspiel mit Piccoloflöte und Geige den feinen Ton an. Nach dem dritten Stück »Könnte jeder brave Mann solche Glöckchen finden« erklang dann umso mehr Applaus.

Beim »Schmutzer-Tanz« des Schrammelmusikers Johann Schmutzer konnte Krins, der in Wien studiert hat, noch einmal an der Geige wienerisch schwelgen. Leitermann stimmte an der Zither ebenso ein. Beim Zwiefachen aus der Oberpfalz »Der krumme Neuner« waren noch einmal alle Mitwirkenden gefragt. Nach einem etwas überraschenden Schluss des »Goldeggwenger«-Boarischen meinte Leitermann: »So haben wir ihn noch nie gespielt«. Deshalb gab es ihn zur Freude der Zuhörer noch einmal komplett. Mit der »Puchhammer Polka« und dem »Untersberg«-Boarischen klang das offizielle Programm aus. Nach langanhaltendem Applaus gewährten die Musiker als Zugabe noch die »Sliwowitz«-Polka. bre