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Der »Jennerstier« wird international

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Toni Palzer in der Tragepassage unterhalb des Jennergipfels. (Foto: Marco Kost)

Das legendäre Skitourenrennen »Jennerstier« findet heuer in einem neuen Format statt. Am Samstag, 18. Februar, startet in der Ramsau das Verticalrennen um die deutsche Meisterschaft. Am Sonntag, 19. Februar, ist am Jenner in Schönau am Königssee das anspruchsvolle Individualrennen um die deutsche Meisterschaft angesetzt. Daneben ist der Jennerstier 2017 auch erstmals Teil des neuen SKIMO Alpencups, bei dem in sechs Rennen an drei Wochenenden in drei Ländern die schnellsten Skibergsteiger ermittelt werden.


Die Organisatoren der DAV-Sektion Berchtesgaden sind stolz auf die mehr als zehnjährige Geschichte des Jennerstiers. »Der Stier ist das einzige Skitourenrennen mit alpinem Anspruch in Deutschland. Die Strecke hat es bergauf und bergab in sich. Wer schon mal durch den steilen Spinnergraben gesehen hat oder über ihn abgefahren ist, weiß was los ist. Wir bieten beim Rennen am Jenner eine technisch anspruchsvolle und abwechslungsreiche Strecke für die Skibergsteiger«, erklärt der Chef des Organisationskomitees, der Geschäftsführer der DAV-Sektion Berchtesgaden, Bernhard Kühnhauser.

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2006 kämpften vor allem die lokalen Skibergsteigergrößen um den Titel beim Jennerstier. Mittlerweile ist das Rennen weit über die Grenzen des Berchtesgadener Landes hinaus bekannt. 2016 ergänzten die Organisatoren das ohnehin schon anspruchsvolle Rennen um eine spektakuläre und äußerst zuschauerfreundliche Runde im »Mitterkaserkessel«. Den Skibergsteigern wird seitdem in vier Anstiegen und drei Abfahrten alles abverlangt. »Der Jennerstier braucht sich vor keinem internationalen Rennen und vor keinem Weltcup verstecken. Die Strecke fordert den kompletten Skibergsteiger. Die Abfahrt durch den Spinnergraben verlangt schon einiges, die vielen Spitzkehren kosten viel Kraft und die letzte Tragepassage hinauf ins Ziel ist schon geil. Da stehen so viele Menschen, die dich anfeuern – genauso stelle ich mir Skibergsteigen vor«, weiß der Lokalmatador und mehrmalige Sieger beim Jennerstier, Toni Palzer aus Ramsau. Spannende Zieleinläufe bei der Bergstation sind vorprogrammiert, wenn sich die Skibergsteiger auf den letzten Metern einen erbitterten Kampf gegen die Zeit und Konkurrenz liefern.

Ergänzt wird der Jennerstier dieses Jahr um ein Aufstiegsrennen. Das Verticalrennen findet am Samstag im Bergsteigerdorf Ramsau statt. Die Wahl fiel auf den Anstieg von Ramsau nach Schwarzeck, da hier für Zuschauer viele Möglichkeiten bestehen, ein Skibergsteigerrennen aus nächster Nähe zu sehen. Der Aufstieg bietet im gesamten Verlauf immer wieder interessante Stellen für Zuschauer, die leicht mit dem Auto zu erreichen sind.

Es ist geplant, das Vertical-Rennen im Tal von Ramsau (650 Meter) an der Neuhausenbrücke zu starten und die Teilnehmer zunächst zu Fuß über die Holzengasse zum Hotel »Rehlegg« aufsteigen zu lassen. Hier wird auf die Skier gewechselt und über das freie Skigelände der alten Skiabfahrt nach Schwarzeck mit Ziel am Hirschkaser (1 385 Meter) aufgestiegen. Die Schnellsten werden für die 725 Höhenmeter zum Ziel auf der Terrasse des Hirschkasers eine knappe halbe Stunde benötigen. Die Jugendklassen starten auf der kurzen Strecke (550 Höhenmeter) an der Alpenstraße bei der Abzweigung Auf der Reiten. Ausgerichtet wird das Rennen von der DAV-Sektion Berchtesgaden in Kooperation mit dem Skiklub Ramsau. Der Start erfolgt um 11 Uhr im Massenstart, nach Klassen getrennt, die ersten Zieleinkünfte werden gegen 11.30 Uhr erwartet.

Beim Individualrennen am Jenner am Sonntag, 19. Februar, warten 1 600 Höhenmeter mit vier Aufstiegen, drei Abfahrten und drei Tragepassagen auf die Teilnehmer der langen Strecke und auf der kurzen Strecke sind etwa 950 Höhenmeter mit drei Aufstiegen, zwei Abfahrten und zwei Tragepassagen zu bewältigen. Dabei wird wieder die im letzten Jahr erstmalig gewählte Strecke durch den Mitterkaserkessel genutzt. Auf der langen Strecke kommt für die Männer (Senior/Master) dieses Jahr in der ersten Runde wieder der Aufstieg auf den Jennergipfel mit anschließender Abfahrt durch den Großen Spinnergraben zur Mittelstation der Jennerbahn hinzu.

Die beiden Berchtesgadener Toni Palzer und Stefan Knopf werden es sich nicht nehmen lassen, vor heimischen Fans ihr Können zu beweisen und zu testen, ob die Strecke am Jenner weltcuptauglich ist. Die Organisatoren des Stiers streben nach wie vor an, am Jenner, nach Fertigstellung der neuen Bahn, einen Weltcup nach Deutschland zu holen. Als erster Schritt dahin ist der Jennerstier dieses Jahr neben der Hochkönig-Erztrophy (4. und 5. Februar) und der Marmotta-Trophy (18. und 19. März) Teil des neuen SKIMO-Alpencups. Bei dem internationalen Cup messen sich Skibergsteiger aus Deutschland, Österreich und Italien in sechs Rennen an drei Wochenenden in drei Ländern.

Weitere Infos zum Rennen unter www.jennerstier.de und unter www.alpenvereinaktiv.com (Suchbegriff: Jennerstier). fb