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»Der König hat gelacht«

Quadro Nuevo mit der Autorin Julie Fellmann (Mitte) und Ralph Stövesandt an der singenden Säge. (Foto: Eder)

Leuchtenden Kinderaugen und begeisterte Erwachsene gab es bei dem Märchen »Der König hat gelacht« und der zauberhaften Musik von Quadro Nuevo im Grassauer Heftersaal. Eingefangen in der Musik, wurde das Gehörte über den jungen König, der kein König sein wollte, zu einem ganz besonderen Erlebnis. Das Publikum honorierte die Vorstellung mit lang anhaltendem Applaus.


Quadro Nuevo, vier Vollblutmusiker, die schon mehrfach in Grassau für Begeisterung sorgten, nahm das Publikum dieses Mal mit in ein wunderschönes Märchen. Um aber die volle Aufmerksamkeit, auch der kleinen Konzertbesucher zu erhalten, begann Quadro Nuevo mit dem Lied »Es klappert die Mühle« und animierte die Kinder zum Mitklatschen. Somit waren den Musikern sofort die Sympathien der jüngsten Zuhörer sicher. Die Autorin Julie Fellmann selbst las, auf einem Thron sitzend, das Märchen vom König, der nicht regieren wollte und nach wahrer Freundschaft suchte, mit ihrer warmen Stimme vor.

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Viel lieber schaute der König den Schwänen nach, träumte vor sich hin, machte verrückte Dinge und baute sich in seinem wunderschönen Schloss sogar einen eigenen See. An der Seite des Königs standen drei Minister, der dicke Kuno, der strenge Gustav und der ängstliche Anselm. Deren Part übernahmen die drei Musiker Mulo Francel (Anselm), Didi Lowka (Kuno) und Andreas Hinterseher (Gustav). Gemeinsam mit der Harfenistin Evelyn Huber drückten sie die Gefühle des Königs in ihrer melodischen Musik aus.

Plötzlich vernimmt der König die sphärische, wundersame Melodieder singenden Säge von Ralph Stövesandt, folgt dieser gemeinsam mit seinem Freund, der kleinen, haarigen Spinne Fridolin und entdeckt im See die kleine, schöne Meerjungfrau. Mit ihr kann der König endlich lachen und sich wohlfühlen. Als es Winter wird und der See langsam zufriert, verabschiedet sich die kleine Meerjungfrau, und der König bleibt traurig zurück. Da er der Meerjungfrau versprochen hatte, sie nie aus dem See herauszuholen, kann er sie auch nicht mit in seinen Schlosssee nehmen. Traurig, verlassen und allein bleibt der König zurück. Als das Eis zu tauen beginnt, freut sich der König und möchte zur Meerjungfrau abtauchen, und endlich hörte man den König lachen.

Das gefühlvolle Märchen lässt Parallelen zum bayerischen Märchenkönig Ludwig zu, der ebenfalls als Fantast bekannt war und sich wahrscheinlich ebenso einsam fühlte, wie der Regent im Märchen. Julie Fellmann hat dieses Märchen mit viel Gefühl, sprachlich gewandt geschrieben und konnte nicht nur die Kinder begeistern. Die Erwachsenen wurden auch zum Nachdenken über wahre Werte und Ziele angeregt. Der Märchenkönig war allen sofort sympathisch, wie auch die kleine Spinne, die immer wieder durchs Publikum zum Spinnentango tanzte. Quadro Nuevo begleitete dieses Märchen musikalisch und bediente sich mehrerer Instrumente, wie Saxofon, Kontrabass, Harfe, Akkordeon und Klarinetten. Auch die unterstützenden Geräusche zum Text wurden von dem Quartett produziert. tb