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Der Kommissar und die Schule

Schönau am Königssee - Es war eine Reise in die Vergangenheit, zurück an die Schulbank. Schauspieler Walter Sittler (»Der Kommissar und das Meer«) besuchte mit einem Fernsehteam des Südwestfunks die CJD-Schule am Dürreck. Zu sehen ist die Sendung »Wie geht es eigentlich Walter Sittler?« am 24. Februar ab 23.00 Uhr. Zu den schönsten Zeiten in seinem 60-jährigen Leben zählt der in Chicago geborene Sittler die Jahre 1967 bis 1969 auf dem Obersalzberg. Nach dem Dreh am Königssee nahm sich Walter Sittler im Gasthaus »Echostüberl« Zeit für ein Gespräch.

Gut gelaunt am Königssee: Walter Sittler (r.) mit Moderator Walter Janson. Foto: Anzeiger/Wechslinger

Sie waren Schüler im Internat der Christophorusschule am Dürreck. An was können Sie sich noch erinnern?

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Walter Sittler: Ich denke gerne an die Zeit in Berchtesgaden mit der einmaligen Bergwelt zurück. Gerade das Bergsteigen hat mich immer sehr interessiert. Und im Winter habe ich Skitouren unternommen. Das Tiefschneefahren hatte es mir besonders angetan.

Gibt es Erinnerungen an besondere Menschen?

Sittler: Ja, ich denke da an den Jugendleiter Herrn Weck, der sich sehr um uns gekümmert hat. Er war ein wunderbarer Mensch, der uns immer fair behandelt hat. Weck hat uns nicht überwacht, aber er wollte halt wissen, was wir machen und wo wir sind. Einmal hatte ich mich nach einer Bergtour in der Dunkelheit so verlaufen, dass ich weder vor noch zurück konnte. Da habe ich gerufen und nach einer halben Stunde war jemand da, um mir zu helfen.

Wie ging es Ihnen, als Sie nach über 40 Jahren an Ihre ehemalige Schule zurückgekommen sind?

Sittler: Viele Gebäude sind ja noch so wie früher, da gab es natürlich viele Erinnerungen. Nur der Schulbereich ist heute viel weitläufiger und größer. Ich konnte mich auch erinnern, dass der Internats- und Schulleiter sowie mehrere Lehrkräfte in Häusern oberhalb der Schule wohnten.

Haben Sie auch Berchtesgaden näher kennengelernt?

Sittler: Die Fahrmöglichkeiten waren ja begrenzt. Ich erinnere mich aber an eine große Aktion, die wir im Kurgarten angestellt hatten. Da pflückten wir zu dritt nicht wenige Tulpen und haben damit die Schule geschmückt. Es ist nie etwas aufgekommen, weil man nicht dachte, dass Jungs so etwas machen.

Sie waren damals um die 16 Jahre alt. Können Sie sich noch an die Gasthäuser in der Nähe der Schule erinnern?

Sittler: Ja natürlich. Wir sind immer wieder mal ins Gasthaus »Vorderbrand« gegangen, weil wir dachten, da könnten wir Mädchen aufreißen, die im Matratzenlager waren. Auch im Gasthaus »Scharitzkehl« waren wir öfter. Mit 16 Jahren gab es da Bier für uns, schließlich waren wir in Bayern.

Wie geht es auf Bühne und Film weiter?

Sittler: Theater ist bis Dezember erst einmal wieder vorbei. Leider spiele ich nicht in Bayern. Aber ich werde in Filmen dabei sein. Zum Beispiel in einer lustigen Komödie über Guttenberg, in dem ich den Vater mime. Und in Schweden werde ich eine Rolle als Kriminalkommissar spielen.

Können Sie sich vorstellen, wieder einmal nach Berchtesgaden zu kommen?

Sittler: Ja durchaus. Ich kannte ja von früher her nur die Berge um das Dürreck. So habe ich zwar oft zum Watzmann hinüber geschaut, ihn aber nie bestiegen. Das könnte noch ein Vorhaben sein. Christian Wechslinger