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Der Kroatien-Krimi: Messer am Hals

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Der Kroatien-Krimi: Messer am Hals
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HANDOUT - Der Sadist Ivica Strugar (Dominic Raacke) und seine Geliebte Nada (Edita Malovcic). Foto: Erika Hauri/Degeto/ARD Foto: dpa

Im neuen im «Kroatien-Krimi» steht in der Küstenstadt Split die Bürgermeisterwahl bevor, und ein Kandidat geht mit populistischen Sprüchen auf Stimmenfang. Dann wird auf ihn ein Mordanschlag verübt.


München (dpa) - Ein selbstverliebter Rechtspopulist mit sadistischer Ader entkommt knapp einem Anschlag - und nutzt das medial für seine Zwecke im Wahlkampf. Der «Kroatien-Krimi» persifliert das Auftreten populistischer Politiker.

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Zu sehen ist die neueste Episode mit dem Untertitel «Messer am Hals» am Donnerstag (1. Februar) um 20.15 Uhr im Ersten. Schauspieler Dominik Raacke hat ganz offensichtlich großen Spaß daran, den dreisten Bürgermeister-Kandidaten zu spielen. Dessen unverfrorene Ego-Show gibt dem Krimi (Regie: Michael Kreindl) unterhaltsam-groteske Züge.

«Split First» lautet der Wahl-Slogan des eitlen Rechtspopulisten Ivica Strugar (Dominik Raacke) - und die Anlehnung an «America first» des US-Präsidenten Donald Trump ist kein Zufall. Egal, ob es sich um Flüchtlinge, Kriminelle oder Kinder handelt: Strugar teilt mit markigen Sprüchen aus. Dabei stellt er klar: «Je unkorrekter, desto besser», denn «so hat es der Ami mit dem gelben Toupet auch gemacht». Seine Wahlkampfmanagerin Nada (Edita Malovcic) ist dabei ganz auf seiner Seite.

Es gibt noch mehr Ähnlichkeiten mit Trump: «Strugar ist Unternehmer, der sogenannte Baumarktkönig, der jetzt 'König von Split' werden will. Er hat also keine politische Vorgeschichte», sagt Raacke. Strugar appelliere an das Heimatgefühl und die Angst vor Fremden. Dem Politiker gehe es nur um den eigenen Erfolg. Und der wächst.

Als Strugar in der Tiefgarage niedergeschlagen wird, erschießt er den Angreifer in Notwehr. Ein zweiter Mann flüchtet. Ein Anschlag politischer Gegner? Strugar nutzt die Gunst der Stunde und macht damit Werbung für sich. Kommissarin Branca Marić (Neda Rahmanian) lässt sich vom grenzenlosen Selbstbewusstsein des Politikers jedoch nicht beirren - schließlich leidet sie selbst auch nicht gerade an einem Minderwertigkeitskomplex. Im Gegenteil: Mit ihrer direkten und forschen Art setzt sie sich im Job und privat immer wieder durch.

Marić und ihr Team stellen schnell fest, dass der Anschlag einen völlig anderen Hintergrund hat: Strugar arbeitete einst in einem Waisenhaus als Aufseher und quälte seine Zöglinge auf sadistische Weise. Haben jetzt zwei Opfer versucht, späte Rache zu üben?

Erneut gelingt es Strugar, das Geschehen für sich zu nutzen. Er habe die Kinder «hart angefasst», um sie zu «echten Kroaten» zu machen. «Lügen und Vertuschen wird bestraft. Ehrlichkeit, auch wenn sie grausam ist, wird belohnt. Das ist eine Art von Machtinstinkt, die Populisten wie Strugar nutzen», sagt Raacke über die Strategie des Politikers.

Dann gibt es einen zweiten Toten. Die Ermittler arbeiten sich tiefer in Strugars Vergangenheit ein. Und dann vergreift sich der an seiner Wahlkampfmanagerin. Die war ihm bislang zwar ergeben, doch dieses Mal könnte er einen Schritt zu weit gegangen sein.

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