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Der »Meermensch« auf den Bergen

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Die Neue in der Serie: Judith Hoersch ist die Lena Lorenz der aktuellen Staffel. (Foto: Meister)

Marktschellenberg – Judith Hoersch ist die neue Lena Lorenz der gleichnamigen ZDF-Serie, die derzeit im Berchtesgadener Land gedreht wird. Am Rande der Dreharbeiten in Ettenberg gab die Schauspielerin, die in Berlin und Wien lebt, bereitwillig Auskunft über sich, ihre Arbeit und ihre »neu erworbene« Liebe zu den Bergen.


Nicht nur der Watzmann oder der Tote Mann, auch die fröhlichen, offenen und hilfsbereiten Leute, die in der Region leben, haben es ihr angetan.

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Einige, mit denen sie über ihre neue Leidenschaft, das Berggehen, sprach, hätten ihr spontan angeboten, sie gern auf die Gipfel zu begleiten, sagt Judith Hoersch. Die wundert sich vor allem selbst, dass aus ihr, dem »Meermenschen«, ein Bergfreak wurde. Ihre Aufzählung bereits absolvierter Touren ist in der Tat lang, bedenkt man, dass ihr dafür nur ein paar Wochenenden zur Verfügung standen. In der Weißbachschlucht war sie, jede Klamm hat sie erkundet, Grünstein und Watzmann bestieg sie und fand auf dem Toten Mann sogar ein Plateau, das ihr so etwas wie ein Lieblingseckchen wurde. »Ich nutze jede Gelegenheit«, sagt Judith Hoersch.

Die Berlinerin, die gelegentlich auch in Wien wohnt, weil ihr Lebenspartner hier lebt, kannte ein Stückchen Österreich, auch das Salzburger Land, aber hatte bis zu ihrem Serienengagement das Berchtesgadener Land nicht auf dem Schirm. Das ist nun anders geworden und sie freut sich darüber. »Hier könnte ich durchaus auch leben.«

Aber natürlich ist die Arbeit vor allem der Grund ihres Hierseins. Ein paar Castings hat sie »überstehen« müssen, auch, um ihre Tauglichkeit zur Integration in ein bestehendes Team zu prüfen. Nun hat sie die Hauptrolle in der Serie, die zuvor eine Kollegin gespielt und dabei schon eine Fan-Gemeinde um sich versammelt hatte. Ist es schwer, eine vorhandene Figur nahtlos zu übernehmen? »Das ist für den Zuschauer wahrscheinlich viel schwerer als für den Darsteller. Ich komme als Ich, ich habe meine Vorstellungen von der Rolle und ich habe das Glück, dass man mich das so machen lässt, wie ich es mir vorstelle.« Sagt Judith Hoersch und betont, dass das Ensemble von »Lena Lorenz« es ihr sehr leicht gemacht habe und sie als neues Mitglied aufnahm.

»Ich will es natürlich nicht genauso machen wie meine Vorgängerin. Natürlich hat die Figur, die Rolle, Eckpfeiler, die ich beachten muss, einen Rahmen, in den ich mich einfügen muss, aber wie ich es interpretiere, ist meine Sache.«

Vorbereitet hat sich Judith Hoersch auf die Rolle als Hebamme unter anderem durch Bücher, aber auch, und das war vermutlich der wichtigste Teil, durch ein »Praktikum« auf der Kinderstation in Bad Reichenhall. Dort hat sie alles hautnah erleben dürfen, was eine »Film-Hebamme« können und wissen muss. Zudem es auch immer Fachberater am Set gibt, wenn Szenen gedreht werden, die im medizinischen Bereich angesiedelt sind.

Judith Hoersch ist eine vielseitige Schauspielerin, die auch gern Neues probiert. Etwa zwei Wochen dauern die Dreharbeiten für die neuen Folgen drei und vier noch an. Wobei die Schwierigkeit darin besteht, dass nicht chronologisch gearbeitet, sondern ein Drehort gleich für beide Folgen »ausgeschöpft« wird, was stetiges Umdenken in andere Situationen erfordert. Hoersch freut sich schon jetzt auf das Theater, das auf sie wartet und mit dem sie zum Jahresende auf Tournee in Deutschland und Österreich gehen wird. »Wer hat Angst vor Virginia Woolf?« wird dann die Frage sein. Und eine neue Fernsehaufgabe wartet ebenfalls auf die junge Schauspielerin. In einer ARD-Produktion wird sie einen Punk spielen. »Aber Piercing oder Tätowierungen lasse ich mir nicht machen, dafür gibt es Filmtricks«, sagt sie lächelnd. Dieter Meister