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Der Mensch - ein berechenbares und beeinflussbares Wesen

»Durch die Kraft der Gedanken ist vieles möglich. Sie können mehr, als sie glauben«: Dieser Ausspruch stammt von Manuel Horeth, dem österreichischen Mentalisten, der mit seiner Show die Besucher im k1 in Traunreut in allergrößtes Erstaunen versetzte.

Der Mentalist Manuel Horeth führt einen Besucher barfuß über Glasscherben.

Zu Beginn seiner Show mit dem Titel »Der Manuel Horeth Effekt« stellte der Mentalist aus Salzburg die Frage: »Wie stark ist ein Mensch beeinflussbar?« Wenn man seine Show gesehen hat, kommt man beinahe unweigerlich zu der erschreckenden Erkenntnis, dass der Mensch offenbar in erheblichem Maße beeinflussbar ist. Ganz normale Männer und Frauen, willkürlich im Publikum ausgesucht, zeigten auf der Bühne Fähigkeiten, die ihnen keiner zugetraut hätte und sie sich selbst wohl am allerwenigsten. Manuel Horeth versprach ebenfalls gleich am Beginn des spannenden Abends: »Dies ist keine Show für sie, sondern mit ihnen.«

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Anhand kleiner goldener Lose mit einer Nummer drauf, die jeder Besucher schon am Eingang des k1 erhalten hatte, zog der Mentalist willkürlich Personen aus dem Publikum, deren größten, geheimsten Wunsch er durch genaues Beobachten und einige wenige gezielte Rückfragen ermittelte. Sogar eine Ehe stiftete der Österreicher. Bärbel, die mit ihrem Freund und Partner im Saal des k1 saß, sagte er auf den Kopf zu, dass sie sich nichts sehnlicher wünsche als ihre Vermählung. Als Bärbel zustimmend nickte, folgte prompt vor dem gesamten Publikum ein Heiratsantrag ihres Begleiters.

Seinen Mut konnte ein weiterer Besucher unter Beweis stellen. Werner ging, zuvor von Manuel Horeth zu intensiver Konzentration und Entspannung angeleitet, barfuß über scharfkantige Glasscherben von Weinflaschen. Der Mentalist selber legte sich sogar mit dem Gesicht auf die Scherben und bat die Frau von Werner, sich dabei noch auf seinen Kopf zu stellen.

Über eine große Leinwand im Hintergrund konnten die Zuschauer im Saal genau verfolgen, wie er auf den Glasscherben lag, ohne auch nur den geringsten Kratzer abzukriegen. Das sei alles eine Frage der Konzentration, erklärte Manuel Horeth. Völlig verblüffend war auch das Experiment, bei dem ein Mann offenbar die Gedanken von zwei Frauen lesen konnte, die er nie zuvor gesehen hatte. Er nannte, vorbereitet durch völlige Entspannung und Sensibilisierung seiner Sinne, den Namen eines früheren Verehrers der einen Frau und den Ort eines besonders romantischen Treffens der zweiten Dame. Beides hatten die Frauen zuvor unbeobachtet auf einen Zettel geschrieben, sodass das Publikum nachprüfen konnte, ob der Mann richtig lag, der ohne Zögern beide Male die passende Antwort gab.

Ebenso verblüffend und nicht nachvollziehbar war die Vorführung von Manuel Horeth mit einem Duftstoff, der den Versuchspersonen allein durch Einatmen die Lippen so fest verschloss, dass sie nichts mehr sagen konnten. Im Nachhinein gab Horeth bekannt, dass es sich bei dem angeblichen Duftstoff um normales Wasser handelte und die Männer und Frauen allein durch seine mentale Kraft und ihre eigene Vorstellung den Mund nicht mehr öffnen konnten. Um sich nicht dem Verdacht preiszugeben, dass die auf der Bühne gezeigten Experimente abgesprochen sind, ließ der Mentalist die Teilnehmer an seinen Versuchen jeweils durch blindes Werfen eines zusammen geknüllten Papierknäuels quer durchs Publikum völlig willkürlich aussuchen. Er konnte meist schon auf den ersten Blick erkennen, welche Personen dann für seinen Versuch geeignet waren und welche nicht.

Am Ende des sehr unterhaltsamen und von Manuel Horeth auch witzig gestalteten Abends konnten die Besucher nur staunen, zu was man mit der richtigen Entspannungstechnik offenbar fähig ist, was alles in einem steckt und wie beeinflussbar und berechenbar die meisten Menschen doch im Grunde sind. »Wie macht er das nur?«, hörte man schließlich von mehreren Seiten im Publikum. Und so mancher rätselte, welcher Trick wohl dahinter stecken könnte. Pia Mix