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Der Pandemie zum Trotz: Traunreut plant Christkindlmarkt auf dem Marktplatz

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Traunreut: Christkindlmarkt auf dem Marktplatz geplant – trotz Corona
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In Traunreut soll trotz Corona an den drei ersten Adventwochenenden ein Christkindlmarkt stattfinden. Aus Platzgründen ist vorgesehen, den Christkindlmarkt auf dem Marktplatz an der Eichendorffstraße zu veranstalten. (Foto: Rasch)

Traunreut – Wegen der Corona-Pandemie mussten heuer in der Stadt Traunreut mehrere Großveranstaltungen abgesagt werden: Es gab zum Beispiel kein Stadtfest und keinen Stadtlauf. Sofern es die Situation erlaubt, soll es nach Auffassung von Bürgermeister Hans-Peter Dangschat auf alle Fälle einen Christkindlmarkt geben. »Ich bin unbedingt dafür, dass der Christkindlmarkt stattfindet. Es ist wichtig, dass wir unseren Bürgerinnen und Bürgern ein wenig Unterhaltung bieten«, erklärte Dangschat im Hauptausschuss.


Er stehe voll dahinter und habe sich deshalb auch bei der Umsetzung des Konzepts mit eingebracht, das sich das Stadtmanagement zurechtgelegt hat: Aus Platzgründen soll der Christkindlmarkt nicht wie bisher auf dem Stadtplatz stattfinden, sondern auf dem Marktplatz. Neben dem neuen Standort soll an den Christkindlmarkt an den drei Wochenenden vor Weihnachten von Freitag bis Sonntag noch ein Tag drangehängt werden.

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»Wir wollen den Donnerstagabend noch mitnehmen«, erklärte der Stadtmanager Christian Ehinger. Viele Leute, die in Traunreut arbeiten und für die oft schon am Freitagmittag Schluss sei, hätten ihn da-rauf angesprochen, dass sie gerne nach der Arbeit noch auf einen Glühwein auf den Christkindlmarkt gehen würden. Deshalb habe man sich entschieden, auch den Donnerstag noch mitzunehmen.

Die Anregung von Michael Mollner (LiZ), auch das letzte Adventswochenende noch mit einzubeziehen, wäre aufgrund der laufenden Vorbereitungen jetzt zu kurzfristig, so Ehinger. Wegen des Infektionsschutzes und der Infrastruktur auf dem Platz, müssten Nachbesserungen und Grundlagenarbeiten durchgeführt werden, die auch mit Mehrkosten zu Buche schlagen.

So müsse unter anderem ein sogenannter Baustellenstromverteiler von den Bayernwerken angemietet werden. Dieser verursache alleine Kosten von geschätzten 14.000 Euro. Die weiteren Mehrkosten verteilen sich auf die Beleuchtung des Markts, die Umsetzung der Hygienemaßnahmen und auf die Gestaltung des Geländes. Die Gesamtmehrkosten belaufen sich auf 35.000 Euro zusätzlich zu den im Haushalt für den Markt beschlossenen 58.500 Euro.

Die Marktstände werden sich auf die Grünfläche sowie auf die an die Eichendorffstraße angrenzenden Parkplätze konzentrieren. Nach Angaben von Bürgermeister Dangschat haben auch die Traunreuter Partnerstädte signalisiert, sich am Traunreuter Christkindlmarkt wieder zu beteiligen. Die Bühne wird etwas kleiner sein und es wird auch Fahrgeschäfte, wie ein Kinder-Karussell, geben.

Die Platzkonzeption ist so gewählt, dass die Besucher auf einem Rundweg durch das Gelände flanieren können. Um eine adventliche Atmosphäre zu schaffen, sollen auch die Bäume, die sich auf dem Platze befinden, von unten her beleuchtet werden. Selbstverständlich werde auch die Weihnachtsbeleuchtung am Rathausplatz wieder angebracht, sagte Dangschat. Ebenso werde am Rathausplatz auch wieder ein großer Christbaum aufgestellt.

Derzeit wird ein Hygienekonzept vorbereitet: Der Mindestabstand von 1,50 Metern muss eingehalten werden und es gilt ein verpflichtender Mund-Nasen-Schutz. Für kostenfreie Masken wird gesorgt. Die Verkaufshütten werden mit einem Plexiglas-Schutz ausgestattet. Ein aufgezeichnetes »Einbahnwegesystem« wird mit klar erkennbaren Ein- und Ausgangsbauten unterstützt. Die Verkaufshütten werden in Abständen von jeweils drei bis vier Metern aufgestellt. Auf der Bühne werden maximal zehn Personen zugelassen. Das Team des Stadtmanagements soll mit zusätzlichen Ordnern verstärkt werden.

»Ich denke, dass wir mit diesem Hygienekonzept den Markt guten Gewissens durchführen können«, sagte Dangschat. Er erinnerte aber auch daran, dass sich das Infektionsgeschehen noch verändern könnte. Laut Auskunft des Landratsamts gebe es von Seiten der Landesregierung beziehungsweise weiterer staatlicher Stellen für die Christkindlmärkte derzeit keine verbindliche Aussage zur Durchführung und Organisation hinsichtlich der Corona-Auflagen.

Die derzeit gültige Infektionsschutzmaßnahmenverordnung gelte nur noch bis diesen Sonntag. Es werde aber darauf hingewiesen, dass sich die Situation bis Ende November noch verändern könnte. Deshalb müsse die Option mit einkalkuliert werden, dass aufgrund der rechtlichen Vorgaben durch die Landesregierung oder durch den Landkreis der Christkindlmarkt abgesagt werden müsse. So könne eine endgültige Entscheidung erst dann getroffen werden, wenn eine für diesen Zeitraum gültige, rechtliche Regelung vorliege beziehungsweise wenn es Empfehlungen von Seiten der Staatsregierung gebe.

Vom Hauptausschuss wurde das Konzept grundsätzlich begrüßt, und es wurde einstimmig beschlossen, dass die Verwaltung ihre Planungen fortsetzen könne. »Wir sollten den Christkindlmarkt durchziehen, soweit es möglich ist«, sagte Andrea Haslwanter (CSU). Konrad Unterstein (FW) begrüßte den neuen Standort und Bernhard Seitlinger (CSU) meinte: »Es kann richtig schön werden, wenn die Bäume angeleuchtet werden.« Auf Nachfrage von Hans Kneffel (CSU) teilte Christian Ehinger mit, dass für den Wochenmarkt, der jeden Samstag auf dem Marktplatz zu Gast ist, trotzdem noch Platz sei. ga