Der Sprung in den Königssee

Eine große Attraktion gab es für die Wallfahrer in dem Moment, als das Boot der »Holzknechte« mit dem ersehnten Bier anlegte. Just im selben Moment kam die Reporterin des »Berchtesgadener Anzeigers« mit ihrer Schäferhündin »Zira« am Kiesstrand des Königssees an und legte ihren Fotorucksack mit Teleobjektiv und Blitz am Strand ab. Ihren Fotoapparat hatte sie um den Hals gehängt und wollte gerade die ersten Schnappschüsse erhaschen, als plötzlich ein Rettungshubschrauber direkt über sie hinweg zur Landung wenige Meter entfernt auf dem Kies ansetzte, um einen Sanitäter am Bergetau aufzunehmen, der einen absteigenden Wanderer mit Kreislauf- und Bandscheibenproblemen retten sollte (siehe Bericht Seite 4).

Der Wind der Rotorblätter beim Landeanflug war so stark, dass sich die verängstigte Hündin kaum auf den Beinen halten konnte und der Fotorucksack in den Königssee flog, wo er von den Wellen rasch abgetrieben wurde.

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Ohne lange zu zögern, sprang die Journalistin samt ihrer trockenen Kleider in den See zum Rettungseinsatz für ihre teure Fotoausrüstung. Er hat sich gelohnt: Alle Geräte funktionierten noch. Doch auf diese Weise war die Reporterin, die heuer nicht bei der Wallfahrt mitging, mehr nass geworden als bei ihren zwei Regenwallfahrten 2009 und 2011 zusammen.

Ihr herzlicher Dank gilt allen, die sie in dieser misslichen Lage mit trockener Kleidung unterstützten: Johann aus Tamsweg mit einer Hose, Rupert aus Grödig mit einem langen T-Shirt und der Berchtesgadener Polizeichef Günther Adolph mit einer Regenjacke.

Falls ein Wallfahrer dieses unfreiwillige Königssee-Bad fotografiert hat, freut sich die Journalistin über sein an die Redaktion gemailtes Foto. vm