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Für die Grundschule Haslach existieren lediglich keine Detailplanungen mehr

Der Teufel steckt wie immer im Detail

Und es gibt sie doch: "Selbstverständlich haben wir noch die Genehmigungsplanungen für die Grundschule Haslach von 1990 – inklusive Statik und Brandschutz", sagte Oberbürgermeister Christian Kegel heute bei einem Pressegespräch.

Und es gibt sie doch: Selbstverständlich existiere die Genehmigungsplanung für die Grundschule Haslach aus dem Jahr 1990 noch. Lediglich Detailpläne gebe es nicht mehr, so Oberbürgermeister Christian Kegel. Insofern sei die Debatte einem Missverständnis geschuldet. Foto: Hohler

Die Presse habe auch absolut korrekt aus der Sitzung berichtet. "Das war insofern unser Teil der Schuld, dass wir nicht gleich darüber informiert haben, dass es lediglich Detailpläne sind, die wir nicht mehr haben".

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Wie bereits berichtet, hatte es zuvor im Finanzausschuss Irritationen gegeben, als der mit der Sanierung des Schulhausdachs beauftragte Rosenheimer Architekt Frank Wimmer aus Rosenheim die Kostensteigerung von der ersten Schätzung bis zur Berechnung erklärte. Unter anderem habe das an den fehlenden Plänen gelegen, die Öffnung des Daches sei schneebedingt erst Mitte März möglich gewesen. Dabei hätten sich mehrere Probleme herausgestellt – so verlaufe die Elektroverkabelung in der Dachkonstruktion, die Tragfähigkeit sei ausgelastet und auch die Wärmedämmung sei "sehr mickrig".

So ein "Murks" 

Daraufhin waren die Emotionen hochgekocht. Wolfgang Osenstätter (CSU) sprach im Finanzausschuss von "Murks" und davon, dass das "uns als Stadt nicht mehr passieren" dürfe. Im Stadtrat beantragte er dann – die letztlich einstimmig beschlossene – Vertagung des Tagesordnungspunkts in die nichtöffentliche Sitzung. Das wiederum, so Kegel, sei seiner Meinung nach durchaus von der Gemeindeordnung gedeckt, "wenn es auch um persönliche Dinge geht."
Die Geschichte habe große Wellen geschlagen.

Alles ist in bester Ordnung

"Um nun aber Ängste von Eltern und Bürgern zu nehmen, kann ich Ihnen versichern, es ist alles in vollster Ordnung. Das Dach ist selbstverständlich sicher", so Kegel weiter. Dächer dieser Größenordnung würden selbstverständlich regelmäßig überprüft. Wie ernst die Stadt das Thema nehme, zeige allein das Beispiel der von ihm verhängten Wintersperre der Franz-Eyrich-Halle, "die mir nicht nur Lob eingebracht hat".

Der von Wimmer dargestellte Unterschied zwischen Kostenschätzung und -berechnung sei völlig normal. "Das hängt immer davon ab, wie genau die Grundlagen sind." Eine gewisse Zahl von Detailplanungen gebe es, aber nicht jedes einzelne Detail sei auch im Maßstab 1:10 festgehalten. Das Problem habe es bis in die 90-er, Anfang der 2000-er Jahre gegeben. "Heutzutage wird sofort jeder Aktenvermerk digitalisier", so Kegel weiter. "Über dieses Dach wurde schon wenige Jahre nach Fertigstellung diskutiert. Das ging damals fast bis zum Rechtstreit, weil es sehr schnell Probleme gab. Schließlich hat man einen Vergleich geschlossen."

Architekt Wimmer hätte seine Planungen ohnehin nicht anhand von 20 Jahre alten Detailplanungen machen können. Im Übrigen, so Kegel, dürfe man sich von Detailplanungen auch nicht zu viel erwarten. "Das können auch mal nur Skizzen sein oder handschriftliche Anmerkungen, die vielleicht sogar auf der Baustelle noch kurzerhand verändert wurden." Und diese könnten Architekten und Baufirmen selbstverständlich nach zehn Jahren entsorgen.

Die Genehmigungsplanung werde dagegen selbstverständlich dauerhaft in der Stadt aufbewahrt. Letztlich habe der Stadtrat in nichtöffentlicher Sitzung der von Architekt Wimmer vorgestellten Kostenberechnung zugestimmt. coho