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Eröffnung des Kultsommers auf dem Traunsteiner Stadtplatz: Den Auftakt machte die Stadtmusik Traunstein, die Blaskapelle Surberg-Lauter und die Musikkapelle Traunwalchen. Anschließend unterhielt das Michael-Alf-Trio (unser Bild) die Besucher mit schwungvollen Boogie-Woogie-Klängen und südamerikanischen Rhythmen. (Foto: Oberkandler)

Der Traunsteiner Kultsommer hat begonnen

Traunstein – Mit einem Sternmarsch der Stadtmusik Traunstein, der Blaskapelle Surberg-Lauter sowie der Musikkapelle Traunwalchen zum Stadtplatz begann der zweite Traunsteiner Kultsommer. Nach einem knapp einstündigen Standkonzert der drei Blaskapellen bot das Michael-Alf-Trio den rund 500 Besuchern einen schwungvollen Abend mit Boogie-Woogie-Musik, mit Blues, Samba-Rhythmen und Musikstücken in anderen Stilrichtungen. Es war der stimmungs- und genussvolle Anfang eines Marathons, der bis zum 12. September dauern wird. 30 Veranstaltungen, vorwiegend Konzerte, sind bis dahin geplant.


Einen besseren Auftakt, was das Wetter betrifft, hätten sich die Veranstalter nicht wünschen können. Das städtische Organisationsteam hatte alles bestens vorbereitet; Liege- und Klappstühle standen in ausreichender Zahl zur Verfügung und auch die Gastronomiebetriebe am Stadtplatz boten reichlich Sitzgelegenheiten und kulinarische Bewirtung.

Auf und um den Lindlbrunnen herum scharten sich die Besucher. Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer strahlte mit der Sonne um die Wette, als er den Kultsommer eröffnete und die Eckdaten des Festivals-Marathons aufzählte: rund 65 Stunden Programm, jeweils dienstags, mittwochs und donnerstags. Und, was man schon an diesem Eröffnungsabend genießen konnte: ungestörter Musikgenuss dank der abendlichen Sperre des Stadtplatzes für den Fahrzeugverkehr. Als Höhepunkte kündigte das Stadtoberhaupt den Tag der Vereine am 17. Juli an, die Familien-Kultwoche vom 23. bis 28. Juli und die italienische Nacht am 30. Juni.

Wie eine italienische Nacht

Trotz Blasmusik und Boogie-Woogie-Klängen kam der Eröffnungsabend vielen Besuchern schon wie eine italienische Nacht vor. An diesem längsten Tag des Jahres fühlte man sich wie auf einer italienischen Piazza. Jung und alt genossen in lockerer und ungezwungener Atmosphäre den lauen Abend und die anregende Musik. Mit »Azzurro« von Adriano Celentano aus dem Jahr 1968 steuerte das Michael-Alf-Trio im weiteren Verlauf des Abends dann aber doch noch italienische Klänge bei.

Wer es traditionell-bayerisch liebt, für den war beim Standkonzert der drei Musikkapellen bestimmt das Richtige dabei. Nach dem Einmarsch auf den Stadtplatz spielten sie gemeinsam die bekannte Polka »Auf der Vogelwiese« von Josef Poncar, die Polka »Böhmischer Traum« von Norbert Gälle sowie die Fuchsgrabenpolka, einen der bekanntesten Titel von Ernst Mosch und seinen Egerländer Musikanten.

Danach übernahm der in Siegsdorf lebende Pianist Michael Alf mit seinen beiden Begleitern Karsten Gnettner (Bass) und Wolfgang Kocsowili (Schlagzeug) die musikalische Gestaltung des Abends. Das Trio bot einen bunter Melodienreigen durch die verschiedensten Stilrichtungen. Gleich im ersten Teil interpretierten sie genial »My Baby just cares for me« von Nina Simon und »Dream a little dream of me«. Das sang Ella Fitzgerald anfang der1970er-Jahre beim Jazz-Festival in Burghausen und ihre Version mit Louis Armstrong wurde ebenso erfolgreich wie später die Fassung der Band »TheMamas and the Papas«.

Jambalaya – Eintopf mit Fisch und Würstchen

Immer interessant waren die kurzen Erklärungen zu den Musikstücken. Das allseits bekannte »Jambalaya« von Hank Williams zum Beispiel, besser bekannt in der Interpretation von Fats Domino oder den Carpenters, ist nach dem Nationalgericht von New Orleans benannt, einem Eintopf mit Fisch und Würstchen (!) – musikalisch vermutlich ein größerer Genuss als kulinarisch. In der Pause verriet Michael Alf im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt, dass er vom Starnberger See stammt, aber schon seit 20 Jahren in Siegsdorf lebt. Zweimal in der Woche gibt er an der Musikschule Traunstein Klavierunterricht. Mit seinem Trio ist er schon in vielen Ländern der Erde aufgetreten und er habe nach wie vor unheimlich großen Spaß an dieser Art von Musik.

Begeistert zeigte sich Alf von der Initiative der Stadt Traunstein, eine solche Veranstaltungsreihe auf dem Stadtplatz zu organisieren. Für ihn und seine Musikerkollegen sei es keine Frage gewesen, da auch mitzumachen. Oberbürgermeister Christian Hümmer sagte am Rande der Veranstaltung, dass das Michael-Alf-Trio sowie die meisten anderen Künstler für bescheidene Gagen auftreten, so dass man mit einem Budget auskomme, das nur etwa halb so hoch ist wie die Kosten, welche die Stadt für den jährlichen Christkindlmarkt aufbringen muss.

- K.O. -