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Der TuS Traunreut muss seine 75-Jahr-Feier verschieben

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TuS Traunreut muss 75-Jahr-Feier wegen Corona verschieben
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Die Vorstandschaft des TuS Traunreut mit Peter Gronert (von links), Dominik Kunzler, Daniela Franek, Gitti Strohmayer, Roger Gorzel und Hans Kaltenbacher ist stolz auf die sanierte Sportplatzgaststätte Champion. (Foto: Rasch)

Die Corona-Pandemie wirbelt beim TuS Traunreut nicht nur den Sport- und Geschäftsbetrieb durcheinander. Auch die Jubiläumsfeierlichkeiten anlässlich des 75-jährigen Bestehens des größten Traunreuter Sportvereins müssen verschoben werden. Darüber informierte der Vorsitzende Roger Gorzel bei der Jahreshauptversammlung in der Sportplatzgaststätte Champion.


Die für heuer geplante 75-Jahr-Feier stehe in den Sternen, sagte Gorzel. Er hoffe aber, dass der über 2000 Mitglieder starke Verein, in welchem Rahmen auch immer, im nächsten Jahr 75 plus 1 feiern könne. Weiter teilte er mit, dass der Sportbetrieb der insgesamt 14 Abteilungen unter den gebotenen Hygienebedingungen langsam wieder hochgefahren werde. Die Duschen und Umkleiden seien im Moment aber noch geschlossen. Die Karate- und Judokas sowie die Sparte Reha & Sport befänden sich noch in der Corona-Pause und werden voraussichtlich zum Ende der Sommerferien beziehungsweise im Oktober wieder starten.

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Um den Gaststättenpächtern vom Champion und vom Panorama etwas entgegenzukommen, habe man ihnen die Miete für drei Monate gestundet. Lobend erwähnte er die Aktion des Sportplatzgaststätten-Pächters, der am Anfang der Corona-Krise kostenlos Essen an Bedürftige verteilt habe.

Wie Gorzel weiter mitteilte, sei das Kickboxen wieder reaktiviert worden und das neue Führungstrio der Tennisabteilung habe in der Organisation durch zeitgemäßes Know-how neue Impulse gesetzt. Nach Angaben des 2. Vorsitzenden, Peter Gronert, gebe es aber in der Organisation viele »Baustellen«, die angepackt werden müssen. Es werde eine super Abteilungsarbeit geliefert. Man sei bemüht und motiviert, die Gemeinschaft voranzutreiben. Dennoch wäre es wünschenswert, wenn sich noch mehr Personen zum Beispiel in der Führungsriege einbringen würden: »Wir wünschen uns junge Leute, die was bewegen wollen«, so Gronert.

»Die Abteilungen sind das Herz unseres Vereins«

Auch Sportreferentin Gitti Strohmayer bescheinigte den Abteilungen eine gute Arbeit: »Die Abteilungen sind das Herz unseres Vereins und die Übungsleiter, Trainer und Funktionäre leisten eine engagierte Arbeit«, versicherte sie. Dies spiegle sich auch in den großartigen Erfolgen der Sportlerinnen und Sportler auf Landes- und Bundesebene sowie auf internationaler Ebene wieder. Strohmayers Part in den Jahresversammlungen sind auch die Ehrungen langjähriger Mitglieder. Aufgrund der gegebenen Umstände wurden aber nur die Namen der zu Ehrenden genannt, die bis zu 70 Jahre dem Verein die Treue halten. Die persönlichen Ehrungen – drei anwesende Delegierte konnten die Urkunden persönlich entgegennehmen – sollen zu einem späteren Zeitpunkt, voraussichtlich Ende des Jahres, nachgeholt werden.

Ein brisantes Thema, das nicht nur den TuS sondern auch die Stadt Traunreut noch über längere Zeit beschäftigen wird, ist die Abwicklung der Übernahme der TuS-Halle durch die Stadt. Wie mehrfach berichtet, hat der Stadtrat die Übernahme der Sporthalle in der Jahnstraße zum 1. Oktober dieses Jahres beschlossen, um den Verein finanziell zu entlasten. Nach dem es aber im Stadtsäckel sehr düster ausschaut, bat Bürgermeister Hans-Peter Dangschat um Verständnis, dass sich die Abwicklung der Modalitäten verzögern werden. Mit der Übernahme der Sporthalle steht nicht nur eine umfangreiche Sanierung an, es müssen auch laufende Kredite abgelöst werden. »Wir werden zunächst den baulichen Zustand der Halle überprüfen und uns dann im Herbst mit dem Verein zusammen setzen«, erklärte Dangschat.

Beim TuS werden auch zwei Posten frei, die in naher Zukunft wieder besetzt werden müssen: Finanzchefin Daniela Franek hat mit sofortiger Wirkung ihr Amt aus persönlichen und beruflichen Gründen zur Verfügung gestellt. Jugendleiter Dominik Kunzler möchte seinen Posten aufgrund vieler anderweitiger Verpflichtungen abgeben. Freiwillige, die einen der Posten übernehmen möchten, können sich jederzeit beim TuS Traunreut melden. Seinem Nachfolger/in machte der Jugendleiter den Posten schon mal schmackhaft: »Es macht nicht nur Spaß, man lernt auch viel für das Berufsleben.«

Dass man beim TuS von einem kleinen Wirtschaftsunternehmen sprechen kann, zeigten die Beträge, mit denen im Vereinsjahr 2019 gewirtschaftet wurde. Wie Daniela Franek mitteilte, seien die Mitgliedsbeiträge der größte Posten bei den Einnahmen, gefolgt von den Zuschüssen. Der größte Kostenfaktor bei den Ausgaben seien die Sportanlagen und die Gelder für die Trainer und Übungsleiter. Unterm Strich weist die Jahresrechnung einen Verlust von rund 40 000 Euro auf. Dieses Defizit sei vor allen der Sanierung der Sportplatzgaststätte geschuldet, sagte Franek.

Die Vorstandschaft konnte allerdings nicht entlastet werden, weil die Kasse aus Krankheitsgründen des Revisors, Gabi Liebetruth, nicht geprüft werden konnte. Eine Prüfung war auch durch die stellvertretende Kassenprüferin nicht möglich, weil diese, wie Gorzel mitteilte, zwischenzeitlich aus dem Verein ausgetreten sei. Deshalb müsse Ende des Jahres eine zweite Jahresversammlung einberufen werden, um die Vorstandschaft zu entlasten, sagte Gorzel. Die Suche nach neuen Kassenprüfern gestaltete sich zunächst schwierig. Mit Stadtrat Oliver Krogloth und Wolfgang Pfenninger wurden dann aber doch zwei Revisoren gefunden und einstimmig gewählt.

Viele freiwillige Arbeitsstunden

Dass man gemeinsam viel bewerkstelligen kann, stellte Baureferent Hans Kaltenbacher heraus. »Man kann ganz viel erreichen und Geld sparen, wenn man zusammenhilft«, erklärte er am Beispiel von zwei Großprojekten. Allein in der Verkleidung der Südfassade der sanierten Gaststätte stecken über 240 freiwillige Arbeitsstunden. »Wir haben 1350 Platten verlegt und dabei verschiedene Motive reingebracht«, sagte der Baureferent. Zudem sei unter anderem auch der Notausgang im Champion saniert worden. In einem weiteren Großprojekt gruben Kaltenbacher und seine Mitstreiter nach den Anschlüssen einer früheren Bewässerungsanlage am Trainingsplatz. Diese wurde reaktiviert. »Die Anlage läuft und ist betriebsbereit«, versicherte Kaltenbacher. All das und vieles mehr auch finanziell zu schultern, sei jedoch ohne das Mitwirken der Mitglieder und der Unterstützung von Sponsoren nicht möglich. ga