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Der Umbau kann kommen

Berchtesgaden - Die Sanierung der Bahnhofstoiletten hat noch nicht begonnen. Aus gutem Grund. Sagt Bürgermeister Franz Rasp. Seiner Aussage nach gibt es Probleme mit der Deutschen Bahn, die die Räume dem Markt zur Verfügung stellt. »Die Verhandlungen stocken.« Bei der Bahn selbst gibt man sich gelassen: Alles nur halb so wild. Die Gemeinde könne bauen.

Die in diesem Bahnhofsgebäude befindlichen Toiletten sollen vom Markt Berchtesgaden saniert werden. Anzeiger-Foto

Die Toiletten am Bahnhof - ein leidiges Thema. Selbst Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer hat sich vor wenigen Monaten ein Bild von den alten Sanitäreinrichtungen gemacht. Und mit dem Handy fotografiert. Schließlich ein Fazit gezogen: So könne es nicht weitergehen. Daraufhin kam ein Putztrupp, der den Bahnhof von Grund auf reinigte. Aktionismus erster Güte.

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In einer groß angelegten PR-Aktion hatten sich Vertreter der Deutschen Bahn und des Marktes Berchtesgaden am Bahnhof getroffen. Die Bahn zeigte sich gesprächsbereit, kündigte an, einen behindertengerechten Zugang zu schaffen. Außerdem sollen die Toiletten zukünftig von der Gemeinde betreut und - in Eigenregie - saniert werden.

In der Gemeindeverwaltung des Marktes begrüßte man das. Wissend, dass die Deutsche Bahn schon seit Jahren kaum Bereitschaft zeigte, Geld in die Hand zu nehmen und am Bahnhof Reparaturarbeiten durchzuführen. So sollte also der Markt selbst die Bahnhofstoiletten säubern und renovieren. Gesichert hatte man sich bereits ein langjähriges Mietverhältnis.

Um nicht unnötig Geld auszugeben. Denn über 50 000 Euro wollte man gemeindeseitig in das Projekt investieren. Immerhin erhalten viele Urlaubsgäste hier, am Bahnhof, einen ersten, prägenden Eindruck vom Ort.

Mit den Umbaumaßnahmen hätte es schon längst losgehen sollen. Zumindest nach dem von der Gemeinde ausgegebenen Zeitplan. »Das ging aber nicht, weil die Bahn plötzlich wieder was dagegen hatte«, so Bürgermeister Rasp gegenüber dem »Berchtesgadener Anzeiger«. Unsicherheit herrschte darüber, was die Deutsche Bahn nun eigentlich vorhatte. Plötzlich war man sich nicht mehr so gewiss, ob nicht vielleicht doch finanzielle Mittel in die Gebäude beim Bahnhof investiert würden. In der Tat bestätigt ein Bahn-Sprecher auf Anfrage, dass es Pläne über Investitionsmaßnahmen am Berchtesgadener Bahnhof gibt. »Dabei geht es um eine energetische Sanierung«, so der Sprecher gegenüber der Heimatzeitung.

Fix sei zwar noch gar nichts, einen voraussichtlichen Umsetzungstermin gebe es bislang noch nicht. Dass der Markt sich nun aber verunsichert zeigt, seine Toiletten-Sanierung zu beginnen, das versteht der Bahn-Sprecher nicht. »Die Gemeinde soll ruhig beginnen. Und die Toiletten bauen.« Eine eventuelle energetische Sanierung des Gebäudes nehme doch keinen Einfluss auf die Planungen des Marktes. Bürgermeister Rasp sagt, dass sich die Zusammenarbeit mit der Bahn schwierig gestaltet. »Mittlerweile bin ich wirklich ungeduldig«, wie Rasp auf einer Veranstaltung erst kürzlich die Öffentlichkeit wissen ließ. »Der Zustand am Bahnhof ist unerträglich.«

Der Bahn-Sprecher sagt, dass man sich ein gutes Miteinander wünsche. Und die Sache doch eigentlich ganz klar sei. Der Markt könne zum Sanieren beginnen. Sofort. Sodass die mittlerweile müffelnde Causa »Bahnhofstoiletten« endlich zu einem Ende kommt. kp