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Der unsichtbare Dritte: Bayer will populärer werden

Zell am See (dpa) - Bayer Leverkusen ist der unsichtbare Dritte in der Fußball-Bundesliga. «Wir haben eine klasse Saison gespielt, haben aber den Eindruck, dass diese Leistung bundesweit nicht so gewürdigt wird», klagt Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser.

Geschäftsführer
Wolfgang Holzhäuser will das Achenputteldasein von Bayer Leverksuen ändern. Foto: Federico Gambarini Foto: dpa

Dabei schaffte der Werksverein, der ein Schattendasein hinter Bayern München und Borussia Dortmund führt, den Einzug in die Champions League - und das mit nur einem Punkt weniger als der bundesweit umjubelte BVB.

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Um mehr Popularität zu gewinnen, soll nun kräftig Werbung gemacht werden. «Wir sind dabei, eine Kampagne vorzubereiten, um das Thema Werkself emotional aufzuladen», kündigte der scheidende Clubchef, der mit den Profis im Trainingslager in Zell am See/Österreich weilt, an. Der Arbeitstitel lautet: «Werkself 2.0.»

Bayer-Profi Stefan Reinartz machte einen eigenen Vorschlag, um das Image aufzubessern. «Es müsste mehr in Richtung ,Wir gegen den Rest der Welt' gehen», meinte der Nationalspieler der «Rheinischen Post».

Allerdings muss bei der Werbung das Produkt stimmen. Deshalb hat Bayer 04 für neue Spieler tief in die Tasche gegriffen - rund 20 Millionen Euro Erlös aus dem Transfer von André Schürrle zum FC Chelsea machten es möglich. Die Hälfte der Summe überwies Bayer dem Hamburger SV für den Südkoreaner Heung-Min Son, der ebenso wie der Ex-Düsseldorfer Robbie Kruse für Offensivdruck sorgen soll. Der italienische U 21-Nationalspieler Giulio Donati sowie Emir Spahic, Kapitän der Nationalelf von Bosnien-Herzegowina, und Ex-Nationalspieler Roberto Hilbert sind für mehr Stabilität in der Defensive verpflichtet worden.

«Unsere Investitionen sind nicht vergleichbar mit denen der Bayern oder des BVB. Einen Mario Götze hätten wir auch gern, aber mit Son sind wir sehr zufrieden», meinte Holzhäuser. Deshalb sei eine Wiederholung des Vorjahreserfolges ein ambitioniertes Ziel: «Champions League ist ein Wunsch, die Europa-League-Teilnahme ein Muss.»

Auch sein Sportchef Rudi Völler erwartet, dass der Kampf um Platz drei in der nächsten Saison noch härter werden wird. «Das wird schwer und das wissen wir. Denn Schalke 04 hat aufgerüstet genauso wie der VfL Wolfsburg und der VfB Stuttgart», sagte er. «Diese Mannschaften werden an das Spitzentrio der letzten Saison herankommen.»

Nach dem Rückzug von Sascha Lewandowski wird Sami Hyypiä als alleiniger Cheftrainer verantwortlich sein. Die erste Handlung des Finnen war, darauf zu pochen, angesichts des Champions-League-Einzugs einen breiter aufgestellten Kader zur Verfügung zu haben. Nichts fürchtet er mehr, als in der «Königsklasse» bis ins Viertelfinale zu kommen und in der Bundesliga nicht auf einen der ersten zehn Plätze zu liegen. «Das wäre ein totale Enttäuschung», warnt Hyypiä.

Keinen Zweifel haben die Bayer-Verantwortlichen, dass der Ex-Profi auch allein einen guten Trainerjob machen wird. «Jeder Monat hilft Sami weiter und bringt ihn weiter», sagt Völler. «Er hat letzte Saison mit Sascha Lewandowski Reizpunkte gesetzt und er ist selbstbewusster geworden.» Gemessen wird er am Ende am Erfolg, auch in Leverkusen, das in der Bundesliga-Popularitätsskala nicht weit oben ist. «Ich wünsche mir, dass die Mannschaft die Leistung der vergangenen Saison wiederholen kann - und es dann auch gewürdigt wird», hofft Holzhäuser.