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»Der Wandel in der Landwirtschaft bietet auch Chancen«

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Teisendorf: »Der Wandel in der Landwirtschaft bietet auch Chancen«
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Christian Schmuck (links) und Hannes Leitenbacher aus Teisendorf gehen voll Schwung und Optimismus ins Berufsleben als Landwirte – allen Herausforderungen dieses Berufsstands zum Trotz – oder gerade »jetzt erst recht«.

Teisendorf – Hat Landwirtschaft Zukunft? Und wenn ja, wie? Fragen, die aktuell die öffentliche Diskussion beherrschen, leider meist negativ. Zwei junge Teisendorfer wollen sich aber nicht entmutigen lassen und sehen in der Landwirtschaft durchaus ihre Zukunft, ganz nach dem Motto »jetzt erst recht«. Hannes Leitenbacher aus Wimmern und Christian Schmuck aus Hochpoint über brennen für die Landwirtschaft seit Kindheitstagen. »Früher spielten wir im Sandkasten genau das, was wir heute im Erwachsenenleben umsetzen«, erzählen die beiden lachend im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt.


Die beiden 26-Jährigen haben zusammen die Grundschule besucht und haben bis heute vieles gemeinsam. Beide erlernten den Beruf des Landmaschinenmechatronikers, dem später die Ausbildung zum Landwirt folgte. Dafür wählten sie unterschiedliche Bildungswege.

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Christian absolvierte die Berufsausbildung zum Landwirt über den »zweiten Bildungsweg« an der Südostbayerischen Landwirtschafts- und Almakademie in Traunstein. Hannes erlernte den Beruf des Landwirts über eine mehrjährige, praxisorientierte Ausbildung mit Besuch der Berufsschule. Im Anschluss besuchte er die dreisemestrige Winterschule in Traunstein und machte die Meisterprüfung. Zudem absolvierte er an der Höheren Landbauschule Rotthalmünster das Studium zum Agrarbetriebswirt.

Hannes hat seit 2019 den elterlichen Betrieb mit Vieh- und Energiewirtschaft im Haupterwerb übernommen und ist dabei, die Landwirtschaft um ein weiteres Standbein im Bereich der Landschaftspflege auszubauen. Christians Eltern führen den Bauernhof im Nebenerwerb und haben sich durch Diversifizierung, wie Urlaub auf dem Bauernhof und eigener Ski-Schule weitere Standbeine aufgebaut.

Seit kurzem hat Christian den Bereich der Landwirtschaft von seinen Eltern gepachtet und möchte diesen auch in Zukunft weiterführen. Bereits 2014 hat er den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt; als Lohnunternehmer mit den Schwerpunkten Winterdienst, Mähen und Erntetransporte. Hannes und Christian sind im Dienstleistungsbereich »Landschaftspflege« zu Geschäftspartnern geworden. Sie haben Spezialgeräte erworben und dank ihrer Technik-Kenntnisse selbst umgebaut. Gehölzpflege, Mulchen, Grabenpflege und Pflege von Stilllegungsflächen oder auch Straßenbegleitgrün gehören zu ihrem Aufgabengebiet. Strauchwerk und Äste werden zu Hackschnitzel verarbeitet und an regionale Heizwerke zur Wärmenutzung verkauft. Grüngut wird in einer Trockenfermentationsanlage verwertet. Dabei entstehen Strom und Wärme und übrig bleibt guter Kompost. Zu den Kunden gehören Kommunen, Firmen, private Auftraggeber und Landwirte.

Die beiden Freunde kooperieren gut miteinander und wissen jeder um die Stärken des anderen. Hannes beschreibt seinen Freund und Geschäftspartner als freundlichen, zuverlässigen, humorvollen Menschen mit einer positiven Lebenseinstellung. Christian schätzt an Hannes, dass er Ruhe bewahrt, wenn alle anderen aufgeregt durcheinanderlaufen. Auch schätzt er seine Fachkompetenz und strukturelle Denkweise. »Auf ihn ist zu hundert Prozent Verlass«, meint Christian. Leider bleibt ihnen im Moment keine Zeit für Hobbys. Aber beide sagen: »Unser Beruf ist (auch) unser Hobby«.

Gefragt nach ihrem Erfolgsrezept antworten sie: »Offen und flexibel bleiben für Neues; denn der Wandel in der Landwirtschaft bietet Herausforderungen und Chancen zugleich«. Die Junglandwirte sind Macher und wollen ihre Zukunft eigenverantwortlich gestalten. Mit dieser Einstellung und Begeisterung dürfte ihnen das gut gelingen. kon