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Der wie erwartet schwere Kampfabend hat kein Happy End

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Tamas Fodor zeigte erstmals vor eigenem Publikum einen tollen Kampf gegen Franz Krammer und ließ sich nach seinem Sieg von der Menge feiern. (Foto: Waßmuth)

So viele Zuschauer wie noch nie kamen zum ersten Heimkampf der Berchtesgadener Ringerstaffel in den AlpenCongress. Trotz einer Niederlage des TSV Berchtesgaden gegen den favorisierten SC Anger brauchten die Ringsportanhänger ihr Kommen nicht zu bereuen, hatten sie doch einen dramatischen und abwechslungsreichen Kampf mit dem besseren Ende für die Gäste gesehen.


Am Ende stand es 11:15 für Anger. Mit Glück hätte es für Berchtesgaden auch anders ausgehen können. Neben geschätzten 1 000 Berchtesgadener Anhängern bevölkerten auch 200 Fans des SC Anger den AlpenCongress.

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Schon beim ersten Kampf von Tobias Küpper (F 57) gegen Martin Bauer hatte man seitens der Einheimischen auf einen Erfolg gehofft. Doch Bauer ging als 4:3-Punktsieger von der Matte und brachte die Angerer Ringer erst einmal in Führung. Diese baute Ex-Bundesligaringer Armin Majoros mit einem sicheren 5:0-Punktsieg gegen Peter Fodor (G 130) auf 3:0-Mannschaftspunkte aus.

Im dritten Kampf hatten dann die Berchtesgadener Anhänger zum ersten Mal Grund zum Jubeln. Sebastian Hillebrand (G 61) ließ Franz Fröhlich keine Chance und landete einen souveränen 14:4-Punktsieg. Damit stand es im Mannschaftskampf 3:3, da der zweite Ungar im TSV-Dress Tamas Fodor (F 98) Franz Krammer gegenüber stand. Der versierte Ringer des SC Anger hielt sich über vier Minuten wacker, geriet dann aber in einen Angriffswirbel, bei dem er sich wie in einem Karussell vorgekommen sein muss. Nach 5:04 Minuten war der inzwischen ungleiche Kampf mit 17:0 – Technischer Überlegenheit – beendet und Fodor brachte Berchtesgaden mit 7:3 erstmals in Führung.

Toller Erfolg für Tamas Fodor

»Von Tamas Fodor werden wir noch viele Topkämpfe sehen«, freute sich Ringerchef Hans Labacher. Fodor genoss sichtlich das Bad in der Zuschauermenge, als er nach seinem souveränen Sieg fröhlich winkte. Im letzten Kampf vor der Ringpause traf Lukas Laue (F 66) auf Routinier Robert Molnar. Laue gab wie immer alles, musste aber die technischen Fertigkeiten von Molnar anerkennen und unterlag nur mit 1:4, was eine 7:5-Führung des TSV Berchtesgaden zur Ringpause bedeutete.

Die Ringsportabteilung des TSV Berchtesgaden ist nicht nur sportlich »auf Zack«, es mögen auch Hunderte von Zuschauern in der Halbzeitpause im Foyer des AlpenCongress erst einmal verköstigt werden, was den vielen Helfern immer wieder bestens gelingt. Weniger erfolgreich aus Sicht des TSV Berchtesgaden verlief sodann der erste Kampf nach der Pause.

Andreas Pfnür (G 86) und Simon Öllinger dürften sich in ihren Möglichkeiten die Waage halten. Beide gingen sofort in den Angriffsmodus über, in dem Öllinger etwas schneller war. Pfnür geriet bereits nach gut einer Minute in einen Kopfzug, aus dem es kein Entrinnen mehr gab. Jetzt wechselte die Führung wieder mit 9:7 zum SC Anger.

Feine Ringkunst von Benedikt Graßl

Benedikt Graßl (G 71) zeigte in der nächsten Auseinandersetzung feine Ringkunst und führte bereits mit 8:0 gegen Felix Baumgartner, der dann jedoch in der zweiten Runde auf 8:4 verkürzen konnte und so nur zwei Zähler von Graßl zuließ. So stand es vor den letzten drei Kämpfen noch einmal unentschieden. Marius Macka-mul (F 80) haute alles, was er aufzubieten hatte, in den ungleichen Kampf gegen Markus Fürmann, der in der letzten Saison mit dem SV Wacker Burghausen noch deutscher Mannschaftsmeister wurde, dann aber wieder in seine Heimat zurückkehrte. Fürmann brauchte fast die gesamte Kampfzeit, um den jungen Berchtesgadener durch Technische Überlegenheit zu besiegen. Auch Andreas Hillebrand (F 75A) stand gegen den mit allen Wassern gewaschenen Max Pöschl auf verlorenem Posten, hielt sich aber mit 0:6-Punkten wacker. Der Mannschaftskampf war jedoch beim Zwischenstand von 15:9 für Anger bereits vorzeitig entschieden.

So war das letzte Aufeinandertreffen von Alexander Petersen (G 75B) gegen Matthias Eckart nur mehr Zugabe, die der Berchtesgadener mit 9:2-Punkten für sich entschied und damit das Mannschaftsergebnis mit 11:15 moderat gestaltete.

Die weiteren Ergebnisse vom dritten Kampftag der Oberliga Süd: SpVgg Freising – SV Untergriesbach 15:15, AC Penzberg – SV Mietraching 18:7, TV Traunstein – SC Isaria Unterföhring 12:17.

Ergebnisse Gruppenliga: AC Penzberg II – SV Mietraching II 4:36, TV Traunstein II – SC Isaria Unterföhring II 28:28.

Tabelle Oberliga Süd nach drei Kampfabenden: 1. SC Anger 6 Punkte, 2. SpVgg Freising 5, 3. AC Penzberg 3, SV Untergriesbach 3, 5. SC Isaria Unterföhring 3, 6. TSV Berchtesgaden 2, 7. TV Traunstein 2, 8. SV Mietraching 0.

Die Schülermannschaft des TSV Berchtesgaden hielt sich im Rahmen der Grenzlandliga gegen die hoch favorisierten Schüler des SC Anger mehr als beachtlich. Für die Berchtesgadener Siege beim 19:16-Erfolg des SC Anger sorgten Korbinian Hochreiter, Daniel Petersen, Luca Hasenknopf und Korbinian Leo.

Christian Wechslinger

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