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Deutsche Fechter schwächeln - Heidemann ärgert sich

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Niederlage
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Britta Heidemann ist bei der Fecht-EM bereits aus dem Rennen. Foto: Friso Gentsch Foto: dpa

Zagreb (dpa) - Deutschlands Fechter zeigen Schwächen. Aus im EM-Achtelfinale von Zagreb für Degen-Ass Britta Heidemann, Aus für Säbel-Topmann Benedikt Wagner bereits unter den Top 32.


Da war Sven Ressel doch ein wenig ratlos: «Eine Medaille war schon das Ziel.» Der Sportdirektor des Deutschen Fechter-Bundes (DFeB) musste den zweiten Tag nacheinander ohne Podestplatz bilanzieren. Vor den letzten vier der zwölf Entscheidungen bleibt es somit bei zweimal Gold und einmal Bronze.

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Die Olympia-Zweite Heidemann versuchte ihren Ärger einfach wegzulächeln, für die ehemalige Europameisterin Imke Duplitzer war das vorzeitige Aus indes «kein Beinbruch». Beide waren im Achtelfinale ausgeschieden - doch speziell für Peking-Olympiasiegerin Heidemann war die Niederlage schmerzlich.

Die 30-Jährige, Nummer sechs der Weltrangliste, verlor am vierten Wettkampftag von Zagreb gegen die international kaum bekannte Serbin Romana Caran mit 14:15. Caran wird lediglich an Position 232 des Rankings geführt. Und weil der Säbel-Weltranglistendritte Benedikt Wagner (26.) und seine Dormagener Mitstreiter Max Hartung (25.), Matyas Szabo (27.) und Richard Hübers (31.) sogar bereits im 32er-Tableau hängenblieben, wurde es nichts mit weiteren Medaillen.

Säbel-Bundestrainer Vilmos Szabo bekannte es nach einer bislang hervorragenden Weltcupsaison seiner Jungs freimütig: «So habe ich das nicht erwartet.» Podestplatz-Kandidat Wagner habe beim 13:15 gegen den Ungarn Csanad Gemesi «komplett den Kopf verloren», meinte Szabo. Wagner war in bester Gesellschaft, denn auch Ungarns Olympiasieger Aron Szilagyi und Italiens Weltmeister Aldo Montano schieden unter den besten 32 aus.

Britta Heidemann war mit sich selbst unzufrieden: «Ich hätte es vermeintlich hoch oder zumindest ordentlich gewinnen müssen. Und natürlich darf so etwas eigentlich nicht passieren», kommentierte die ehemalige Welt- und Europameisterin ihr Aus gegen Caran. Nach Platz fünf 2012 im italienischen Legnano blieb Heidemann diesmal Rang zehn. Duplitzer wurde Zwölfte, nahm es aber locker: «Ich habe zwar auf der Bahn gestanden, aber irgendwie hat's einfach nicht gepasst heute.»

Bei Heidemann war der persönliche Unmut ungleich stärker ausgeprägt. Als sie gegen Caran 8:6 führte, fühlte sie sich auf dem sicheren Weg in das Viertelfinale. «Ich habe mir keine Sorgen gemacht, ich habe mich gut gefühlt und auch gut gefochten. Und dann war es meine eigene Nachlässigkeit» - klare Sache: Diese Niederlage nahm die Leverkusenerin auf die eigene Kappe. Die Vorjahresdritte Monika Sozanska wurde 17., Beate Christmann belegte Rang 47.

Neue Degen-Europameisterin wurde die Rumänin Ana Maria Branza mit 15:11 im Finale gegen Francesca Quandamcarlo aus Italien. Der russische Säbelfechter Alexej Jakimenko büßte seinen Titel mit dem 11:15 gegen Tiberiu Dolniceanu aus Rumänien ein. Der neue Europameister hatte unter den besten 32 Max Hartung mit einem Treffer Differenz aus dem Wettbewerb geworfen.

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