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Deutsche Opfer der Montblanc-Lawine identifiziert

Chamonix/Paris (dpa) - Die tödliche Lawine am Montblanc stellt die Unfall-Ermittler vor ein Rätsel. Frankreichs Behörden versuchen zu klären, warum der Schnee mitten im Sommer neun Bergwanderer in den Tod riss.

Retter unterwegs
Nach dem schweren Lawinenunglück am Montblanc wird nach der Ursache gesucht. Warum mussten neun Menschen sterben - darunter drei Deutsche? Foto: Jean-Pierre Clatot Foto: dpa

Unter den Opfern vom Donnerstag sind drei Deutsche - zwei je 40 Jahre alte Männer aus Hamburg und dem Raum Heidelberg und eine Frau (33) aus Aue in Sachsen. Das bestätigten die Polizei und das Auswärtige Amt. Nach Informationen der BBC ist auch der angesehene englische Bergführer Roger Payne bei dem Unglück getötet worden.

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Während in Chamonix am Freitag die Angehörigen der Opfer eintrafen, kam Kritik am Massentourismus auf alpinen Gipfeln vom Polarfahrer und Abenteurer Arved Fuchs (59). «Die Natur wird degradiert zu einer Art Freizeitpark», sagte der Deutsche am Freitag im ZDF-Morgenmagazin. Gegen Unfälle in den Bergen sei niemand gefeit. Dort gebe es stets Restrisiken, die oft kleingeredet würden, meinte Fuchs. Im aktuellen Fall deute vieles auf ein Unglück hin.

Erste genauere Berichte zum Unfallhergang kamen vom geretteten Bergführer Daniel Rossetto. Der 63-jährige berichtete der Zeitung «Le Parisien» (Freitag): «Es war, als würde ich in einer Waschmaschinentrommel stecken.» Er war mit zwei dänischen Alpinisten unterwegs und kam - wie seine Kunden - mit leichten Verletzungen davon. Die Lawine sei um 5.15 Uhr plötzlich und «ohne Geräusch, nur mit einem Hauch» über die Gruppe hereingebrochen. «Wir haben versucht zu widerstehen, aber das hat uns den Hang hinab gedrückt - 250 Meter unterhalb des Platzes, an dem wir uns befanden.»

Die anderen Seilschaften, die in den Tod gerissen wurden, habe er nicht gesehen. «Die Lawine hat auf 100 Metern Länge und 100 Metern Breite alles hinweggerissen», wird einer der Retter, Patrice Ribes, von der Zeitung zitiert. In den bis zu sechs Metern hohen Schneemassen hätten schwere Eisblöcke gesteckt.

Als mögliche Ursache für die tödliche Lawine gilt eine 40 Zentimeter dicke Eisplatte. Die Platte könnte gebrochen sein und damit die Lawine ausgelöst haben, hatte ein Behördenchef am Vortag erklärt. Unklar blieb, ob sie von einem Alpinisten losgetreten worden war oder sich anderweitig gelöst hat. Frankreichs Innenminister Manuel Valls ordnete eine Untersuchung an. Die Tragödie gilt als eines der schlimmsten Lawinen-Unglücke seit Jahren am Montblanc-Massiv.

Le Parisien

Europe 1

France Info