Deutsche Post setzt auf StreetScooter

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68 vollelektrische Transporter verkehren seit kurzer Zeit im Berchtesgadener Land und in Traunstein: die StreetScooter der Deutschen Post. (Foto: Kilian Pfeiffer)

Berchtesgadener Land – Die Deutsche Post DHL-Gruppe setzt im Berchtesgadener Land und in Traunstein künftig auf eine Elektrifizierung der eigenen Fahrzeugflotte. Seit Kurzem verkehren 50 sogenannte StreetScooter im südöstlichsten Landkreis der Republik, 18 weitere E-Fahrzeuge sind im Traunsteiner Gebiet im Einsatz, wie ein Pressesprecher auf Nachfrage bestätigt.


Die StreetScooter sind für kurze Distanzen und die letzte Meile beim Ausfahren von Paketen und Briefen im Einsatz. Im Straßenverkehr fallen sie aber auf den ersten Blick auf: Die elektrifizierten Transporter mit Kastenaufbau, die in Großstädten schon seit langem zum Straßenbild gehören, waren im Berchtesgadener Land und in Traunstein bislang unbekannt. Die Transport-Fahrzeuge erinnern an geschrumpfte Lkw. Die E-Mobile gehören zur Nachhaltigkeitsstrategie der Deutschen Post. Bei dem im vergangenen Jahr neu errichteten DHL-Stützpunkt in Bischofswiesen sind 28 StreetScooter im Einsatz, mit denen Briefpost und Pakete speziell im Berchtesgadener Talkessel ausgefahren werden. In Teisendorf transportieren Mitarbeiter Lieferungen mit 13 Fahrzeugen aus, in der Stadt Laufen mit neun. Im Traunsteiner Landkreis sind in Chieming zwölf Fahrzeuge im Einsatz, sechs weitere in Grassau. Die, die noch nicht auf der Straße verkehren, sollen laut Pressesprecher aber »möglichst rasch folgen«.

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Für Post- und Paketzusteller bedeute der Fahrzeugwechsel »eine Umstellung und Umgewöhnung«, so der Sprecher. Alle Fahrer würden in die Handhabung des StreetScooters eingewiesen und dahingehend geschult werden.

Unter den Deutsche Post-Mitarbeitern herrscht aber Skepsis – vor allem in schneereichen Monaten: Denn wegen des Radstandes und eines deutlich leichteren Gewichts ist das Fahrverhalten ein anderes. So mancher befürchtet, »bei Schnee im Winter nicht mehr auf den Berg zu kommen«. Etwa im Berchtesgadener Talkessel gehört der Einsatz auf steilen Straßen zum Alltag. Der Pressesprecher teilt mit, alle Fahrzeuge nachzurüsten, »damit wir sie auch im harten Wintereinsatz mit Schneeketten einsetzen können«.

Elektrofahrzeuge eignen sich laut Deutsche Post insbesondere für Fahrten mit ausgeprägtem Start-Stopp-Verkehr. Der StreetScooter muss für die Brief- und Paketzustellung bis zu 300 Stopps und Anfahrten pro Tag bewältigen. Bis 2030 sollen 60 Prozent der Lieferfahrzeuge des Konzerns für die letzte Meile elektrisch angetrieben werden. In Zahlen sind das 80 000. Im vergangenen Jahr fuhren erst 18 Prozent der Fahrzeuge der Deutschen Post elektrisch. kp

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