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Deutsche Snowboarder: Drei WM-Medaillen als Ziel

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Ramona Hofmeister wurde nach ihrem Sieg im Gesamtweltcup als »Athlete of the Year« ausgezeichnet. (Foto: dpa) Foto: dpa

Bischofswiesen – Die Athleten von Snowboard Germany sind heiß auf die neue Saison – und stecken sich hohe Ziele für den kommenden Winter: Mindestens drei Medaillen sollen es bei der Weltmeisterschaft im Februar in Zhangjiakou (China) werden, wie der Verband nun verkündet hat. Dabei dürfte Ramona Hofmeister vom WSV Bischofswiesen eine zentrale Rolle spielen: Die 24-Jährige wurde in Planegg für ihre Leistungen in der vergangenen Saison – sie wurde Gesamtweltcupsiegerin – als »Athlete of the Year« ausgezeichnet.


»Wir wollen an die Erfolge aus dem vergangenen Winter anknüpfen«, erklärte Sportdirektor Andreas Scheid. »Wir ruhen uns nicht auf irgendwelchen Lorbeeren aus. Wir setzen auf Qualität und Professionalität, gehen weiter konsequent unseren Weg.«

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Geht es nach dem Sportdirektor, sollen die Athleten von Snowboard Germany bei den Snowboardweltmeisterschaften in Zhangjiakou vom 18. bis 28. Februar mindestens drei Medaillen holen. Ziel sei es außerdem, mit einem möglichst breit aufgestellten Kader am Start zu stehen.

Besonders der Freestyle-Bereich hat in den vergangenen Jahren eine positive Entwicklung erlebt. Das liegt laut Verband nicht zuletzt am Ausbau der Trainingsinfrastruktur am Bundesstützpunkt in Berchtesgaden. Dafür hat sich vor allem Disziplincoach Friedl May eingesetzt.

»Vor acht Jahren bin ich bei Snowboard Germany mit der Vision angetreten, die Trainingsinfrastruktur für Freestyle zu zentralisieren. Stand heute trainieren wir am CJD Campus Trampolin, Akrobatik, Athletik und Ausdauer«, erklärte May, der auch den Bau der Skateanlage forciert hat, die diesen Sommer fertiggestellt wurde. Präsident Prof. Michael Hölz sowie die beiden Direktoren Andreas Scheid und Stefan Knirsch haben ihn deshalb mit dem Sonderpreis »Special of the Year« ausgezeichnet.

Eine Auszeichnung erhielt auch Ramona Hofmeister (WSV Bischofswiesen). Die Raceboarderin stand im vergangenen Winter in acht von zehn Rennen auf dem Podium, gewann sechsmal und holte sich die große Kristallkugel. »Dass ich jetzt noch mal für die vergangene Saison ausgezeichnet werde, ehrt mich sehr. Alleine wären diese Erfolge niemals möglich gewesen. Das ist die Leistung eines ganzen Teams«, sagt die Preisträgerin.

Preise gab es außerdem für Annika Morgan (WSC Blaues Land/SC Miesbach) als »Rookie of the Year«. Die 18-Jährige war beim Saison-Höhepunkt 2019/20, den LAAX Open, als Vierte nur ganz knapp an einer Podiumsplatzierung vorbeigeschrammt. Nur wenige Tage später gewann sie bei den Youth Olympic Games in Lausanne die Silbermedaille. »Das kann ich bis heute nicht glauben, was da passiert ist. Vergangene Saison sind ein paar richtig große Träume für mich in Erfüllung gegangen. Ein Ziel für die Saison ist mein erstes Weltcuppodium«, erklärte die Mittenwalderin.

Der »Coach of the Year« kommt ebenfalls aus dem Freestyle-Lager: Luka Gartner, Halfpipe-Disziplintrainer, erhält die Auszeichnung von Snowboard Germany für herausragende Leistungen. Der Slowene habe mit André Höflich (SC Kempten), Benedikt Bock­staller (WSV Bischofswiesen), Christoph Lechner (SC Ostin) und Leilani Ettel (SV Pullach) ein Team geformt, das konkurrenzfähig ist. Mit André Höflich hat er außerdem die besten deutschen Weltcupplatzierungen in der Halfpipe seit zehn Jahren sowie Platz fünf in der Gesamtwertung geholt.

Die Corona-Krise stellt den Verband auch finanziell vor eine Herausforderung – dennoch sieht Stefan Knirsch, Direktor Verbands-Management, Finanzen und Marketing Snowboard Germany gut aufgestellt. Sorgen bereite ihm vor allem die Umsetzung der Heim-Weltcups in der kommenden Saison: »Die notwendigen Hygiene-Programme bringen erhebliche Mehrkosten mit sich. Hinzu kommt die Unsicherheit, mit der aktuell alle Veranstalter kämpfen. Wir drücken die Daumen, dass am Feldberg (SBX) und seit vielen Jahren wieder einmal in Berchtesgaden (Race) unsere Athleten und Athletinnen vor heimischer Kulisse an den Start gehen dürfen.« fb