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Deutsche «Stabis» erneut geschlagen - Altstars siegen

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Björn Otto wurde erneut nur Zweiter. Foto: Christian Charisius Foto: dpa

Ostrau (dpa) - Es war das gleiche Bild wie fast immer: Renaud Lavillenie jubelte, Björn Otto und Raphael Holzdeppe packten ihre Sachen zusammen. Die beiden deutschen Stabhochspringer haben den Dauerwettstreit mit ihrem Rivalen aus Frankreich auch beim Leichtathletik-Meeting in Ostrau verloren.


Der Olympiasieger und Europameister gewann mit 5,92 Metern vor dem Olympia- Zweiten Otto (5,72) und dem Olympia-Dritten Holzdeppe (5,62). Das gleiche Ergebnis hatte es 2012 in London, bei der EM in Helsinki und auch in diesem Jahr beim Diamond-League-Meeting in Eugene gegeben.

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«Das ist schon stark, was er macht», sagte Otto über Lavillenie. Die Hoffnung auf eine Revanche bei den Weltmeisterschaften im August in Moskau hat er aber noch lange nicht aufgegeben. «Ich mache mir keine Sorgen. Es wird gerade Richtung WM noch eine Menge passieren. Wenn der Sommer irgendwann kommt, werden auch Raphael und ich die 5,90 oder mehr noch häufiger schaffen», meinte der 35-Jährige.

Deutsche Siege wie am Vorabend durch Hammerwerferin Betty Heidler und Diskuswerfer Martin Wierig gab es diesmal nicht. Immerhin wurde Steffen Uliczka Fünfter über 3000 Meter Hindernis (8:28,49) und Corinna Harrer in der persönlichen Jahresbestzeit von 4:06,60 Minuten Sechste über 1500 Meter. Die WM-Norm verpassten beide. Das «Golden Spike»-Meeting in der tschechischen Stadt auch nach der Absage von Superstar Usain Bolt international noch stark besetzt.

Die Olympiasiegerinnen Valerie Adams und Tirunesh Dibaba stellten jeweils eine Weltjahresbestleistung auf. Die Neuseeländerin Adams gewann das Kugelstoßen mit 20,88 Metern. «Ich bin zum ersten Mal in Tschechien. Ich sollte hier häufiger herkommen», meinte sie. Dibaba gelang über 10 000 Meter sogar ein Meetingrekord. Die Äthiopierin siegte in 30:26,67 Minuten. Unter dem Jubel der Zuschauer gewann der Tscheche Vitezslav Vesely mit 87,58 Metern den Speerwurf und verfehlte die Weltjahresbestleistung nur um zwei Zentimeter.

Auch einige Altstars waren im Mestsky Stadion erfolgreich: Sechs Tage nach seiner verpassten WM-Qualifikation gewann der frühere Weltrekordler Asafa Powell (Jamaika) das 100-Meter-Finale in 10,06 Sekunden vor Ex-Weltmeister Kim Collins (St. Kitts und Nevis/10,08). Die zweifache Olympiasiegerin Jelena Issinbajewa aus Russland besiegte im Stabhochsprung mit 4,78 Metern immerhin die Weltjahresbeste Yarisley Silva aus Kuba (4,72).

Der von Verletzungen gebeutelten Hürden-Olympiasiegerin Sally Pearson gelang ein bemerkenswertes Comeback. In ihrem ersten Rennen in dieser WM-Saison siegte die 26 Jahre alte Australierin in 12,67 Sekunden über 100 Meter Hürden. Pearson litt zunächst im Februar unter muskulären Problemen und zog sich dann im Mai bei einem Staffellauf in Sri Lanka eine Oberschenkel-Verletzung zu. «Es ist ein fantastisches Gefühl, wieder da zu sein. Mein Ziel ist jetzt, die WM zu gewinnen», sagte sie. Für die amtierende Weltmeisterin und Olympiasiegerin wäre das der dritte große Titel in drei Jahren.