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Bundestrainer Löw setzt auf «mutige» Spieler und einen konsequenten Schiedsrichter. Foto: Andreas Gebert Foto: dpa

Berlin (dpa) - Der Glaube ans WM-Endspiel wächst. Fußball-Deutschland geht mit großer Zuversicht in das Halbfinale am Dienstag (22.00 Uhr MESZ/ZDF) gegen Gastgeber Brasilien.


Diverse Experten wähnen das Team von Bundestrainer Joachim Löw auf einem guten Weg zum ersten WM-Titel seit 24 Jahren. «Für Brasilien ist der Druck einfach zu groß. Ich sehe Parallelen zu unserem WM-Gewinn 1990», sagte Franz Beckenbauer der «Bild». Ähnlich wie der damalige Teamchef des Weltmeisters urteilt Berti Vogts, der die DFB-Elf 1996 zum EM-Triumph führte: «Noch nie seit 1990 war die Chance auf den Titel größer.»

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Bei aller Freude über die hohe Wertschätzung in der Heimat sprach der Bundestrainer jedoch der Seleção die Favoritenrolle zu. «Brasilien spielt mit 200 Millionen Menschen im Rücken. Für uns ist es eine ganz besonders große Herausforderung, gegen den Gastgeber zu spielen», erklärte Löw im Anschluss an das Abschlusstraining seiner Mannschaft am Montagabend im Spielort Belo Horizonte. Auf dem Weg ins achte WM-Finale müsse sein Team die schwere Aufgabe mit viel Herz und Selbstvertrauen bestehen. «Wichtig ist, dass die Spieler konzentriert und mutig ihre Dinge erfüllen», betonte der Bundestrainer.

Erst zum zweiten Mal in der WM-Historie treffen Brasilien und die DFB-Elf aufeinander, im Endspiel der WM 2002 in Südkorea und Japan siegte der Rekordweltmeister mit 2:0.

«Holland, Argentinien, Deutschland und Brasilien, das sind schon die großen Nationen mit den ganz bekannten Spielern. Ich glaube, für das Weltinteresse ist das die beste Konstellation», befand Löw. «Eines steht fest: Wir wollen unbedingt noch mal in Rio im Maracanã-Stadion spielen. Am 13. Juli. Wir sind noch nicht fertig», sagte Löw.

Der Bundestrainer setzt im Kampf um den Endspiel-Einzug auch auf einen konsequenten Schiedsrichter. Er erwartet, dass der Mexikaner Marco Rodríguez eine Härte wie im Viertelfinale zwischen Brasilien und Kolumbien nicht dulden wird. «Ich habe bei diesem Spiel gesehen, dass der Einsatz über die Grenzen hinaus betrieben wurde. In Europa wäre dieses Spiel nicht mit 22 Spielern beendet worden», sagte Löw.

So sehr die Fußball-Nation Brasilien und auch die deutschen Protagonisten den Ausfall von Neymar bedauern - Löw erwartet keineswegs einen schlechteren Gegner. «Man sollte jetzt auch nicht denken, dass der Ausfall von Neymar und Thiago Silva ein Nachteil für Brasilien sein wird», erklärte der 54-Jährige, dem bis auf den verletzten Shkodran Mustafi alle Profis zur Verfügung stehen.

Laut Wolfgang Niersbach profitieren Philipp Lahm & Co. vor allem vom großen Teamgeist. Zudem hob der DFB-Präsident im Interview auf der Homepage des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) die Arbeit des Trainers hervor: «Ich würde Joachim Löw diesen Titel gönnen. Allein schon, damit das blöde Gerede aufhört, mit ihm wäre der Sprung auf das oberste Podest nicht möglich. Denn das stimmt ganz einfach nicht.»

Der andere Finalist wird einen Tag später (22.00 Uhr MESZ/ARD) in São Paulo im Match zwischen Argentinien und den Niederlanden ermittelt. Im Fokus stehen dabei Lionel Messi und Arjen Robben. Im Duell der Superstars droht einer herausragenden Fußballer-Generation der WM-Abgang ohne Krönung. Argentinien um Alleinunterhalter Messi und die Niederlande mit ihrem spektakulären Angriffstrio stehen im Zenit des Könnens, jetzt soll endlich der Titel her. Im Oranje-Team rechnet Manndecker Ron Vlaar trotz seiner Kniebeschwerden mit seinem Einsatz, der bei Stürmer Robin van Persie wegen Magenproblemen unsicher ist.

Doch eine Fußball-Großmacht wird auch diesmal scheitern. «Argentinien bleibt Argentinien, aber wir sind Niederlandes Elftal», betonte Altstar Wesley Sneijder die eigene Stärke - und will nicht an die 1:3-Finalpleite gegen die Albiceleste von 1978 erinnert werden: «Die Geschichte ist schön und gut, aber wir müssen sie jetzt vergessen.»

Nicht nur die Oranje-Offensive mit den 30-jährigen Robben, Sneijder und van Persie, sondern auch die Mannschaft um Messi unternimmt am Zuckerhut schon den dritten gemeinsamen Anlauf zum Premieren-Coup. Beim kommenden Weltturnier in Russland sind 21 der 23 Mitglieder des aktuellen argentinischen Kaders 30 Jahre und älter, ein Neuaufbau ist unausweichlich. Routinier Javier Mascherano hofft, dass das lange Warten auf einen Titel für ihn, Messi und Maxi Rodriguez ein Ende hat. «Leo, Maxi und auch ich könnten nun den großen Schritt machen.»

Stadion Belo Horizonte

Spielbilanz gegen Brasilien

Fakten zum Spiel

Interview bei DFB-TV

Niersbach-Interview