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Schulleiterin Angelika Ligniez mit Festakt in den Ruhestand verabschiedet

Die »Ära Ligniez« ging zu Ende

Marquartstein – Genau vor 20 Jahren, im Dezember 1994, kam Angelika Ligniez als Lehrerin an die heutige Franz-von-Sales-Schule im Pädagogischen Zentrum Schloss Niedernfels, die damals noch Teilhauptschule war. Seit 2002 war sie bis Ende vergangenen Schuljahrs hier Schulleiterin. Gestern wurde sie mit einem schönen Festakt mit Schülern aus allen Klassenstufen, Vertretern des Schulamts, der Gemeinde und der umliegenden Schulen offiziell in den Ruhestand verabschiedet.

Angelika Ligniez mit Nachfolger Christian Auer und Schulrat Klaus Biersack (links). (Foto: Giesen)

Schulrat Klaus Biersack, Vorgänger von Angelika Ligniez als Schulleiter in Niedernfels, hielt die Ansprache als Vertreter des Staatlichen Schulamts in Traunstein. Er erinnerte besonders an die Monate zwischen April und Juli 1997, als die Schule »kurz vor dem Abgrund stand« und offiziell bereits geschlossen war. Die katholischen Schwestern, die die Einrichtung bis dahin geführt hatten, hatten unerwartet die Leitung der Schule abgegeben.

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Als es darum ging, die Schule am Leben zu erhalten, habe Angelika Ligniez gezeigt, dass »sie kämpfen kann wie ein Löwe«, so Biersack. Sie war mit Eltern, Lehrern und vielen anderen unter anderem zum Demonstrieren vor das Erzbischöfliche Ordinariat in München gezogen. Sie sei von Anfang an »eine wichtige Lokomotive im System« gewesen, die Neues entwickelte und mit viel Initiative auch umsetzte, sagte der Schulrat.

Während ihrer Zeit als Schulleiterin entstand unter anderem der moderne Neubau der Schule. Es waren Jahre der Konsolidierung, des Aufbaus, verbunden mit einer Unzahl an Baumaßnahmen. Angelika Ligniez hinterlasse in Niedernfels viele Spuren und eine Schule, die über die Landkreisgrenzen hinweg einen guten Ruf genießt, so Biersack.

Mit hoch anerkennenden Worten für ihr erfolgreiches Wirken verabschiedete auch Einrichtungsleiter Bernd Barthel die scheidende Rektorin. Auch er betonte, dass Ligniez ihren Standpunkt wirkungsvoll vertreten könne. »Sie werden uns fehlen. Sie verstanden immer, so Impulse zu setzen, dass der Schulalltag reibungslos ablief«, sagte Lehrerkollege Christian Zuber.

Schulleiter Christian Auer, der elf Jahren lang neben Ligniez Stellvertretender Schulleiter gewesen war, verglich in seiner Rede die Schule und alle, die zu ihr gehören mit einem »Scherbenhaufen«, den es immer wieder gelte, neu zusammenzusetzen und zu gestalten. Das habe seine Vorgängerin hervorragend verstanden. Bei ihr seien immer die Schüler im Mittelpunkt des Handelns gestanden. Auch die Vorsitzende des Elternbeirats, Sonja Wolfer-mann, lobte im Namen der Eltern und des Elternbeirats das große Engagement der früheren Schulleiterin.

Musikalisch gekonnt und unterhaltsam wurde der Festakt durch viele gut einstudierte Einlagen von Schülern aus allen Klassenstufen und vom »Lehrerzimmerchor« gestaltet. Alle Schulklassen hatten sich eine eigene, kleine Überraschung einfallen lassen, sodass Angelika Ligniez nicht nur mit Rosen, anderen Blumen und selbst gebackenen Herzen verabschiedet wurde, sondern auch mit vielen anderen Geschenken.

In ihrer Abschiedsrede bekannte die ehemalige Schulleiterin, dass sie den Lehrerberuf geliebt habe, auch wenn er in der Gesellschaft oft nicht wirklich anerkannt würde. Die Arbeit als Schulleiterin sei hochinteressant und habe sie fasziniert. Als Privatschule habe Niedernfels immer im Fokus und unter Beobachtung der umliegenden Schulen gestanden. Heute sei die Schule als gleichwertige Einrichtung zu den anderen im Schulstandort Marquartstein anerkannt. gi