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Die Arbeit der Berufsfeuerwehr kennengelernt

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Wie sieht die Arbeit der Berufsfeuerwehr aus? Das erlebten jetzt 13 Jugendliche bei einer 24-Stunden-Übung in Marktschellenberg. (Fotos: Feuerwehr Marktschellenberg)
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Löscharbeit muss geübt werden.

Marktschellenberg – Die Freiwillige Feuerwehr Marktschellenberg veranstaltete am Freitag und Samstag für die Jugendfeuerwehr einen 24-Stunden-Berufsfeuerwehrtag. Einen ganzen Tag lang lernte der Nachwuchs die Arbeit und Aufgaben eines hauptberuflichen Feuerwehrmanns kennen.


Am Freitagabend wurden die Jugendlichen auf die unterschiedlichen Feuerwehr-Fahrzeuge aufgeteilt. Nach dem ersten Unterricht mit dem spannenden Thema »Brennen und Löschen« sowie Informationen über tragbare Feuerlöscher konnten die 13 Jugendlichen die erlernten Grundkenntnisse sofort in der Praxis umsetzen. Mit diversen Feuerlöschern erlebten sie eine Fettexplosion live mit und konnten das Feuer selbst löschen.

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Kurz nach der ersten Ausbildung erfolgte auch der erste »Einsatz«. Angenommen wurde ein Verkehrsunfall mit einer eingeklemmten und einer abgängigen Person am Scheibenkaser-Parkplatz in Ettenberg. Die Jugendlichen stellten den Brandschutz sicher, unterbauten das instabile Fahrzeug und retteten in Zusammenarbeit mit dem BRK die zwei Personen aus dem Gefahrengebiet.

Nach einer kurzen Pause im Feuerwehrhaus ging es für die Jugendlichen zum nächsten Einsatz. Mehrere Personen waren nach einer Geburtstagsfeier in den Abendstunden in der »Thorrer Kiesgrube« abgängig. Die Jugendlichen rückten aus und leuchteten den Platz aus. Sie bildeten mehrere Suchmannschaften, um die Personen besser finden zu können. Sie übergaben diese nach erfolgreicher Suche dem BRK. Nach diesem Einsatz wurde wieder ins Feuerwehrhaus eingerückt und die Einsatzbereitschaft hergestellt. Die Jugendlichen blieben über Nacht im Feuerwehrhaus und begaben sich ins »Übernachtungs-camp« im Gemeindesaal.

In den frühen Morgenstunden ertönte wieder der Alarm. »Unbekannte Rauchentwicklung in einem Waldstück am Gastagweg – Höhe Schnitzerei Schwab«, hieß es. Nach der Ersterkundung stellte sich heraus, dass ein nicht erloschenes Daxenfeuer vom Vortag auf den angrenzenden Wald übergegriffen hatte. Sofort wurde ein Löschangriff über den Tank des HLF 20/16 vorgenommen und eine über 400 Meter lange Versorgungsleitung aufgebaut. Nach kurzer Zeit konnte »Feuer aus« gemeldet werden. Nach dem Zusammenräumen lud die Familie Schwab zu einer Brotzeit ein. Nachdem die Einsatzbereitschaft wieder hergestellt worden war, wurden alle dreckigen und gebrauchten Schläuche gewaschen.

Weiter ging es zu zwei unterschiedlichen Einsätzen. Das HLF fuhr zu einer eingeklemmten Person unter einem Radlader. Die Person konnte mithilfe von Hebekissen und hydraulischem Rettungsgerät in Zusammenarbeit mit dem BRK gerettet werden. Das LF8 fuhr zu einem festgesteckten Aufzug in einem Mehrfamilienhaus im Ortskern. Hier mussten zwei im Aufzug eingeschlossene Personen befreit werden.

Bei diesen heißen Temperaturen konnten sich bei der anschließenden Pause alle mit einem Eis erfrischen. Danach ging es wieder weiter mit einer ausgelösten Brandmeldeanlage bei der Firma psm protech. Johann Anfang erklärte zuerst den Jugendlichen die Funktion einer Brandmeldeanlage, danach zeigte er ihnen anhand von »Laufkarten«, wie man einen ausgelösten Melder aufspürt.

Nach diesem Einsatz erfolgte die letzte Übung für den Berufsfeuerwehrtag. Angenommen wurde eine Blindgängerexplosion im Steinbruch Zill. Durch die Explosion fing der angrenzende Maschinenunterstand Feuer und zwei Personen wurden mittelschwer verletzt. Die Jugendlichen leiteten einen raschen Löschangriff ein und retteten eine abgestürzte Person.

Nach dieser Abschlussübung fand die Schlussbesprechung statt, bei der Christian Wagner, 1. Kommandant der Feuerwehr Marktschellenberg, namentlich allen dankte, die zum Gelingen der Übung ihren Beitrag geleistet hatten. Insbesondere hob Wagner das Jugendausbildungsteam hervor, das sehr viel Zeit investiert hatte, um diese beiden Tage so interessant zu gestalten. fb