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Die Bergschuhe und das Mountainbike gehören ins Gepäck

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Eine anstrengende, aber tolle Tagestour führt auf den 1760 Meter hohen Prsivec. Am dortigen Gipfel gibt es ein traumhaftes 360-Grad-Panorama.
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Ein Abstecher zum Savica-Wasserfall lohnt sich. Dorthin führt eine schöne Bike- und Hiketour. (Fotos: Till)
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Auf dem Sahnetrail, der wenige ausgesetzte Stellen und ein paar Spitzkehren hat, hat man auch eine tolle Aussicht auf die Bucht von Baska.

Wenn in unserer Region der Herbst beginnt, rauschen noch viele Sonnenhungrige zum späten Badeurlaub durch den Tauerntunnel gen Süden. Hat man auch Bergschuhe und Mountainbike im Gepäck, bietet sich der Wocheinersee als Zwischenstopp an.


Nach nicht einmal drei Stunden Fahrt verlässt man bei Bled die Autobahn und fährt an Sloweniens berühmtesten Fotomotiv vorbei (der Inselkirche im gleichnamigen See) in den Triglav Nationalpark nach Stara Fuzina (Althammer) am Bohinjsko Jezero (Wocheinersee). Wegen der kurzen Reisezeit bietet sich am Anreisetag noch die Bike- und Hiketour zum Savica-Wasserfall an.

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Die Route führt zuerst flach am Südufer des Sees entlang, um dann den Radler in angenehmer Steigung hinauf nach Dom Savica zu leiten. Dort angekommen geht es zu Fuß über einen Touristensteig hinauf zum Wasserfall. Schon nach rund 20 Minuten ist ein Aussichtspunkt erreicht, der einen herrlichen Blick auf den 80 Meter hohen Wasserfall bietet. Besonders beeindruckend ist die Gumpe, in die das tosende Wasser stürzt, deren fast schon kitschig türkise Farbe auch in der Karibik nicht erreicht wird. Entspannt geht es zurück zum Ausgangspunkt, um sich im noch immer 20 Grad warmen See zu erfrischen.

Eine anstrengende, aber tolle Tagestour führt auf den 1760 Meter hohen Prsivec, der über dem See thront. Zuerst radelt man auf einem asphaltierten Bergsträßchen 600 Höhenmeter hinauf nach Vogar. Von hier geht es weitere 500 Höhenmeter zu Fuß durch einen Mischwald aus Kiefern und Buchen und weiter auf einem guten Pfad entlang der Abbruchkante zum Wocheinersee. Der Weg wird steiler und es muss etwas unterhalb des Gipfels eine kurze, leicht ausgesetzte Kletterstelle mit einem tollen Tiefblick zum See überwunden werden. Am Gipfel gibt es ein traumhaftes 360-Grad- Panorama auf die Gebirgsketten jenseits des Sees, die Poklijuka-Hochebene und auf das Triglavmassiv.

Nach einer kurzen Rast empfiehlt sich eine Überschreitung des Prsivec. Beim einfachen Abstieg durch schroffiges Gelände kommt man an zwei Höhlen und Almen vorbei. Besonders reizend ist der kleine Bergsee bei der »Alm am See« mit der bewirtschafteten Hütte Koca na Planini pri Jezero des Slowenischen Alpenvereins. Ein Karrenweg und ein Pfad führen als Rundtour zurück zum Rad. Im Sinkflug geht es nun hinunter und zum Baden hinein in den erfrischenden Bergsee. Obwohl es hier noch viele Tourenmöglichkeiten gibt, lohnt sich die Weiterfahrt zur Insel Krk.

Bucht von Baska bietet viele Möglichkeiten

Die Bucht von Baska am südöstlichen Ende der Insel eignet sich besonders gut für wandernde und radelnde Wasserratten, da sie von bis zu 560 Meter hohen Bergzügen und Hochflächen regelrecht umrahmt ist. Als besonderen Service gibt es vor Ort beste kostenlose Wander- und Mountainbikekarten im Maßstab 1:30 000, in denen die zahlreichen Tourenmöglichkeiten in unterschiedlichen Farben eingetragen und im Gelände mit der entsprechenden Farbe bestens beschildert und markiert sind. So ausgestattet lohnt sich gleich eine Wanderung nach Vela und Mala Luka, zwei zauberhaften Buchten, die nur mit dem Boot oder zu Fuß erreichbar sind. Der rot markierte Weg Nummer neun überquert beim Gebirge von Baska dabei zwei Höhenzüge, führt durch eine Schlucht und endet an der doppelten Halbinsel Sokol (Falke), deren Landspitzen die nördliche Bucht Mala Luka und die südliche Bucht Vela Luka umfassen.

Steigt man noch auf die Berghöhe Corinthia, so findet man antike Spuren der Römer und Reste der einstmals sehr berühmten Weingärten von Baska. Von den Höhen hat man einmalige Blicke auf die karstigen Landzungen und ihren Buchten mit ihren fantastischen Farben. Im Restaurant Vela Luka kann sich der Wanderer für den Rückweg stärken, da er bei dieser Tour doch 900 Höhenmeter und 20 Kilometer auf Karstgestein zurückgelegt werden. Der anschließende Sprung ins warme Meer lockert Muskeln und Gelenke.

Die mit Nummer 2 beschilderte »Mondtour« ist eine unglaublich tolle Mountainbikeroute, die über eine einsame und extrem karstige Hochebene führt und mit einem traumhaften Singletrail endet. Ab Baska pedaliert man zuerst einige Kilometer flach über Forstwege und Wiesentrails die bei Draga Bascanska auf die Passstraße treffen. Dieser folgt man einige Kilometer bis zu einem Grillrestaurant, um dort auf ein mit einer Schranke geschlossenes Bergsträßchen abzubiegen. Dieses schlängelt sich zwischen Bäumen und niedrigen Buschwerk 2,5 Kilometer hoch in eine einsame Hochebene. Die Vegetation wird karger und mit immer weniger Sträuchern ähnelt sie einer Mischung aus Mondlandschaft und Prärie. Man denkt an jeder Biegung, dass Winnetou gleich um die Ecke reitet. Tatsächlich aber begleiten zahlreiche Gänsegeier die einsamen Radler auf der Schotterpiste.

Nach gut zehn Kilometern Einsamkeit schiebt und trägt der Bergradler sein Mountainbike rund 100 Meter weglos über scharfkantige Felsen und Steine, um urplötzlich in einen schattigen Pinienwald einzutauchen. Ab hier führt ein verhältnismäßig einfacher, aber wunderbarer Sahnetrail, mit wenigen ausgesetzten Stellen, ein paar Spitzkehren und einer tollen Aussicht auf die Bucht von Baska, hinunter zum Ausgangspunkt. Der Biker springt nach 500 Höhenmetern und 30 Kilometern mit einem breiten Grinsen im Gesicht ins Wasser.

Auf der gegenüberliegenden Buchtseite sind die Berge schroffer und eine Küstenwanderung lässt sich mit einer Überschreitung der Bergkette zu einer Tagestour verbinden. Von Baska führt der rot markierte Weg Nummer eins rund 50 Meter über dem Meer durch einen lichten Pinienwald, der immer wieder herrliche Blicke auf die zahllosen kleinen Buchten mit einem Farbenspiel von tiefblau bis smaragdgrün zulässt. Nach einiger Zeit zieht sich der Weg steil und schroff hinauf zum Pass Vraca, um den Wanderer dann an einer riesigen Felsspalte vorbei hinunter zum Leuchtturm Skuljica, am südlichsten Punkt von Krk, zu leiten. Im türkisfarbenen Wasser einer kleinen Kiesbucht tummeln sich neben den Badenden auch viele Fische.

Zurück geht es zum Pass und den danebenliegenden Berg Bag, der eine wunderbare Aussicht auf das Meer und die Inseln bietet. Hier zweigt man auf den blauen Weg Nummer 14 ab und steigt über den Pass Ljubimer hinauf zum Gabri. Das Gelände wird immer schroffer und schließlich weglos. Es ist aber bestens markiert und mit festen Bergschuhen sind auch die scharfkantigen Felsen kein Problem.

Vollkommen einsam geht es am Bratinacsattel vorbei auf den knapp 400 Meter hohen Vrska, der mit einem grandiosen 360-Grad-Panorama aufwartet. Nach Überschreitung dieses Gipfels zweigt man am Joch Prijevoj Vratudih nach rechts auf den grün markierten Weg Nummer drei ab, um in zahllosen Kehren durch ein steiles Kar zurück in das Baskatal abzusteigen.

Hinauf auf den höchsten Berg von Krk

Auf den höchsten Berg von Krk, den 570 Meter hohen Obzova, führt eine Bike- und Hiketour. Von Baska radelt man auf der Straße zum Pass Treskavac. Dort biegt man links auf den rot markierten Schotterweg 14 ab, um in angenehmer Steigung zum Abzweig Lokva Kaljuzina zu gelangen. Hier empfiehlt es sich vom Drahtesel auf »Schusters Rappen« zu wechseln und auf dem ebenfalls roten Weg 21 die letzten drei Kilometer zu Fuß zu marschieren.

In einem »Auf und Ab« erreicht man den Gipfel und genießt zufrieden die Aussicht über die Insel. Diese bietet nicht nur in Baska, sondern überall, viele weitere Wander- und Radtouren die erkundet werden wollen. Es lohnt sich also wiederzukommen! Rudolf Till