Die Biene: »Das drittwichtigste Tier der Landwirtschaft«

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Referentin Luise Mitterreiter referierte über Bienen und Imkerei. (Fotos: Monika Konnert)
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Vorsitzender Bruno Thurnhausstatter blickte voraus.

Laufen – »Nach Rind und Schwein ist die Biene das drittwichtigste Tier der Landwirtschaft.« Luise Mitterreiter, Bienensachverständige für den Landkreis Traunstein und Vereinsvorsitzende des Bienenzuchtvereins Nußdorf-Traunwalchen-Chieming referierte auf der Jahreshauptversammlung des Verbandes für landwirtschaftliche Fachbildung (vlf) Laufen über die Biene. Vereinsvorsitzender Bruno Thurnhausstatter begrüßte dazu rund 30 Teilnehmer im Gastgarten des »Rothlerwirts« in Rothanschöring bei Kirchanschöring.


Weil sie Honig erzeugt und auch weil sie Blüten bestäubt, sei die Biene wichtig für Mensch und Natur, erklärte Luise Mitterreiter. Dem Wert der Bestäubung der Bienenvölker messe allein Deutschland mehr als 2 Milliarden Euro bei, erläuterte sie die Wichtigkeit der Bestäubung. Im Frühjahr stünden dafür 10 000 Bienen pro Volk zur Verfügung, Ein Volk fliege in einem Radius von drei Kilometern. Der Ertrag und die Qualität der Früchte unterscheide sich immens – mit oder ohne die Bestäubung.

Luise Mitterreiter ging detailliert auf die Aufgaben der Bienenwesen ein – Königin, Arbeitsbienen und männliche Bienen: Die Königin als Mutter der Bienen im Stock legt täglich bis zu 2 000 Eier. Mit den Pheromonen hält sie das Volk zusammen. Das Volk erkennt sie am Geruch. Der Imker markiert die Königin mit einem Farbplättchen. So sticht sie heraus. Und der Imker weiß, wie alt sie ist. Heuer ist die Königin weiß gekennzeichnet.

Arbeitsbienen leben nur sechs Wochen lang

Die Arbeitsbienen – sie leben im Sommer nur sechs Wochen – versorgen und wärmen die Brut. Sie halten den Stock sauber, bauen die Waben, verarbeiten Pollen und Honig und bewachen das Flugloch.

Die letzten zwei Wochen ihres Lebens dürfen sie selbst Honig und Pollen sammeln. Die Drohnen – das sind männliche Bienen – begatten die Jungköniginnen. Sie haben keinen Stachel und sind von den Arbeiterinnen abhängig, die sie füttern, solange die Tracht gut ist. Gegen Ende des Sommers werden sie aus dem Stock geworfen. Sie sterben.

»Bei uns gibt es Blüten- und Waldhonig«, so die Referentin. Den Ausgangsstoff für den Waldhonig produzieren Läuse (Lecanien und Lacniden) auf den Bäumen. Sie saugen Saft aus dem Baum, scheiden dann Honigtau aus. Den sammeln die Bienen und verarbeiten ihn im Stock weiter. »Ist die Wabe verdeckelt, ist der Honig reif«, erklärte die Expertin. Die Bienen sind dann fertig mit der Arbeit. Sie haben Nektar und Honigtau, der mit circa achtzig Prozent Wassergehalt eingetragen wird, verarbeitet. Durch Ausziehen und Umtragen wird der Honigtau getrocknet, ist so viele Jahre haltbar.

Reifer Honig hat einen Wassergehalt von bis zu 18 Prozent. Fluglochfern gelagert ist der Honig »sicher vor Räubern«, erklärte die Referentin.

Ende Juli ist die Ernteabgeschlossen

Zum Schleudern entnimmt der Imker verdeckelte Honigwaben. Ungefähr Ende Juli ist die Honigernte abgeschlossen. Frühzeitig kann so gegen die Varroamilbe gehandelt werden, um die Milbe bei den dann entstehenden Winterbienen zu reduzieren. Honig, der ab August gesammelt wird, bleibt den Bienenvölkern.

»Wir Imker haben in den vergangenen Jahren einen immensen Zulauf bekommen«, sagte Luise Mitterreiter. Leider gebe es nur eine Fachberatung für Imkerei in ganz Oberbayern, klagte sie. »In jedem Landkreis sollte es einen Fachberater für Imkerei geben.« Aktuell seien die Ehrenamtlichen in den Vereinen dafür zuständig, Anfängern zu helfen. Der Vortag stieß auf großes Interesse.

Ein interessantes Programm hatte der vlf Laufen auch im Vorjahr gehabt. Im Geschäftsbericht ging Bruno Thurnhausstatter auf die Veranstaltungen aus Haus- und Landwirtschaft ein, wenngleich es wenige waren. Er zeigte Bilder.

Nach der Jahreshauptversammlung als Präsenzveranstaltung fand im März ein Kurs zum Taschennähen und ein Töpferkurs statt. Die Wanderung im August zur Mordaualm haben die Teilnehmer als schönes Erlebnis in Erinnerung. Mit 1 367 Mitgliedern Ende des Vorjahres zählt der vlf Laufen 16 Mitglieder weniger als 2019, informierte der Vorsitzende. Einen erfreulichen Kassenbericht mit positivem Ergebnis trug Kassier Sepp Galler vor. Die Kassenprüfer Georg Wadispointner und Franz Gumpinger bescheinigten dem Kassier eine geordnete und übersichtliche Kassenführung. Kassier und Vorstand wurden auf Antrag entlastet.

Am Sonntag, 1. August, veranstaltet der vlf Laufen die traditionelle Wanderung. Es geht von Weißbach aus auf die Bichler-Alm, gab Bruno Thurnhausstatter einen Ausblick auf das Programm in naher Zukunft. Am Mittwoch, 8. September, lädt der vlf Laufen zu einer Pilzbegehung mit dem Schwammerlexperten Till Lohmeyer. Die Herbst-Austraglerfahrt am Dienstag, 21. September, führt ins Salzburger Land. Am Freitag, 24., und Samstag, 25. September, findet ein Weidenflechtkurs in Reitmeier bei Palling statt. Der Frauennachmittag am Mittwoch, 29. September, beleuchtet die Rolle der Frau in der Familie.

Eine Lama-Wanderung am Waginger See und ein Vortrag zur Venenschwäche in der Klinik Abtsdorf sind geplant. Bislang steht kein Termin dafür fest. Die Musikgruppe »Die Wieselhaarigen« untermauerte die Veranstaltung, sorgte für Stimmung. Unter den Musikanten sind etliche frühere Landwirtschaftsschüler aus der Gegend von Waging.

Monika Konnert