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Die Chiemgau-Palette besteht seit 50 Jahren

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Georg F. Winter: Villa Schulz, 1981, Aquarell. Das Bild gehört zur Städtischen Kunstsammlung und ist zu sehen im zweiten Obergeschoss des Rathauses, Sachbereich Stadtbauamt.

Vor genau 50 Jahren wurde in Traunstein eine »Amateur-Malervereinigung« gegründet, die bis heute aus der künstlerischen Landschaft nicht wegzudenken ist, und durch regelmäßige Präsentation ihrer hochwertigen und professionellen Kunstwerke auch weit über die Landkreisgrenzen hinaus einen hervorragenden Ruf genießt: Die »Chiemgau - Palette«.


20 Mitglieder, bis auf eines alle persönlich bei der Gründungsversammlung anwesend, sind auf der Gründungsurkunde vom 18 Juni 1965 eingetragen. Zum ersten Vorsitzenden wurde der Stadtamtmann Willy Stier gewählt. Helmut Reinert, Walter Baier und Christian Krauß komplettierten den ersten Vorstand der Künstlergruppe. Von 1969 bis 1997 übernahm Georg Friedrich Winter den Vorstandsposten. Der Traunsteiner Apotheker erwies sich über all die Jahre als treibende Kraft der »Chiemgau-Palette«. Unter seiner Leitung begannen ab 1971 auch die jährlichen Ausstellungen, die einen vielschichtigen Querschnitt des künstlerischen Schaffens der Mitglieder präsentierten. Zu den bekannteren Mitgliedern der Vereinigung gehörten im Laufe der Jahre Erika Poech, Dr. Karl Gellert, Walter Haas, Hermann Müller, Gottfried Prestel und Sepp Binder.

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Erste Ausstellungen in Waging

Da es in Traunstein zunächst keinen passenden Präsentationsraum für die junge Künstlervereinigung gab, fanden die ersten vier Ausstellungen (1971 bis 1974) im Waginger Pfarrsaal statt. Mit der Jubiläumsausstellung anlässlich des zehnjährigen Bestehens der »Chiemgau-Palette« in den Räumen der damaligen Mädchen-Volksschule an der Klosterstraße erfolgte der Umzug nach Traunstein. Als 1977 das Kulturzentrum am Stadtpark eröffnete, wurde dies die feste Ausstellungsheimat der »Palette« in ihrer Gründungs- und Heimatstadt. Bis zu seinem Tod 1997 leitete Apotheker Georg F. Winter die »Chiemgau - Palette« mit großer Umsicht und Leidenschaft. Anschließend übernahm Klaus Spatzl bis 2003 als 1. Vorsitzender die Ausstellungsleitung. Von 2004 bis 2010 oblag dem Kunst- und Bauschlosser-Meister Werner Bartholomeus Vorsitz und Ausstellungsleitung. Auch ihm war es stets ein großes Anliegen, die vielfältigen künstlerischen Talente der Mitglieder einer breiten Öffentlichkeit in angenehmer und ansprechender Atmosphäre zu präsentieren.

Seit einigen Jahren wird die »Chiemgau-Palette« von den langjährigen Mitgliedern Gabi M. Regele, Reinhild Stiegler, Toni Bögl, Sepp Hartmann und Klaus Spatzl im Team geleitet. Sepp Hartmann ist bereits seit 1977 Mitglied der »Palette«, Reinhild Stiegler ist seit 1988 »an Bord«, aber auch Klaus Spatzl, der 1992 dazu kam und Gabi M. Regele, die 2004 beitrat, gehören dem Verein seit langem an. »Jüngstes« Mitglied ist Toni Bögl, der 2012 erstmals seine Bilder in der Jahresausstellung vorstellte.

Zum Gelingen der regelmäßigen Aktivitäten der »Chiemgau-Palette« trugen durch ihr großes Engagement zahlreiche ehrenamtliche Helfer aus den eigenen Reihen bei, aber auch die Ehrenmitglieder Valerie Winter sowie die Alt-Oberbürgermeister Rudolf Wamsler und Fritz Stahl mit ihren Ehefrauen Charlotte Wamsler und Helga Stahl standen beziehungsweise stehen der Künstlervereinigung auch heute noch unermüdlich zur Seite.

Aufnahmekriterien

Übrigens: Auch wenn es sich um eine sogenannte »Amateur-Gruppe« handelte, gab es dennoch einige »Aufnahmekriterien«. Sepp Hartmann erinnert sich: »Als Neuling musste man gute eigene Arbeiten präsentieren können, die die Mitglieder einer Prüfung unterzogen, und über einen Beitritt abstimmten. Außerdem war das neue Mitglied erst zur Ausstellung im Folgejahr zugelassen.«

Doch nicht nur die Freude an der Malerei und die regelmäßigen Präsentation ihrer Arbeiten hat die Künstlergruppe über fünf Jahrzehnte am Leben erhalten. Auch die Freude an der Geselligkeit, der Austausch und angeregte Unterhaltungen in familiärer Atmosphäre im »Clublokal ihrer Wahl«, das öfter gewechselt wurde, waren den Mitgliedern immer sehr wichtig.

Die »Chiemgau Palette« ist von jeher ein »Sammelbecken aufgeschlossener und experimentierfreudiger Künstler«, das verschiedenste klassische und moderne Stilrichtungen und Maltechniken vereint – von Bleistiftzeichnungen und Radierungen, Aquarellen, Pastellen und Ölmalerei oder auch Mischtechniken mit Aero Color Acryl, Sand oder Holz und vieles mehr. Künstler, die auch gerne mal Neuland betreten und mit »unbekanntem« Material und neuer Technik arbeiten.

Vernissage am Freitag

Die Jubiläumsausstellung mit Werken der fünf aktuellen Mitglieder wird am Freitag um 19 Uhr im Traunsteiner Kulturzentrum am Stadtpark von Oberbürgermeister Christian Kegel eröffnet und ist bei freiem Eintritt von Samstag, 21. bis Sonntag, 29. November täglich von 14 bis 18 Uhr zu besichtigen. Jeweils einer der genannten Künstler ist zu den Öffnungszeiten persönlich anwesend. Maria Ortner