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Die CSU und ihre künftigen Minister

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CSU-Vorstandssitzung
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Horst Seehofer stellt die designierten CSU-Bundesminister Andreas Scheuer (l, Verkehr) und Gerd Müller (Entwicklungshilfe) sowie die Staatsministerin für Digitalisierung, Dorothee Bär, vor. Foto: Andreas Gebert Foto: dpa

München/Berlin (dpa) - Drei Minister und eine Staatsministerin schickt die CSU in die neue Bundesregierung. So schaut die Liste aus:


HORST SEEHOFER (68): Der scheidende bayerische Ministerpräsident wird neuer Bundesinnenminister. Das Ressort wird um die Bereiche Bauen und Heimat erweitert. Das Amt ist eine Art Krönung für Seehofer, der von 1992 bis 1998 bereits Bundesgesundheits- und von 2005 bis 2008 Bundeslandwirtschaftsminister war.

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Für Seehofer ist eine Rückkehr ins Kabinett zudem ein eleganter Weg, seine 2008 begonnene Regierungszeit in Bayern zu beenden. Seit dem schlechten CSU-Abschneiden bei der Bundestagswahl 2017 war er in der Partei umstritten.

Mit Merkel verbindet den CSU-Chef eine nicht immer einfache Vergangenheit. Insbesondere die Flüchtlingskrise 2015 hat das Verhältnis der beiden arg strapaziert, damals kritisierte Seehofer monatelang Merkels Politik. Trotz persönlicher Differenzen haben sich die beiden Pragmatiker aber immer wieder zusammengerauft.

ANDREAS SCHEUER (43): Der Passauer, der seit 2002 im Bundestag sitzt, gilt als einer der wenigen verbliebenen Vertrauten von Seehofer. Als Generalsekretär hat Scheuer nicht nur an der Seite Seehofers den am Ende erfolglosen Bundestagswahlkampf mitverantwortet. Auch während der längsten Regierungsbildung in der Geschichte der Bundesrepublik war Scheuer immer mit von der Partie. Für seine Loyalität wird er nun mit dem Posten des Verkehrsministers belohnt.

Scheuer kennt das Haus bereits, von 2009 bis 2013 war er dort Parlamentarischer Staatssekretär unter Peter Ramsauer (CSU). Der Niederbayer tritt nun die Nachfolge seines Parteifreundes Alexander Dobrindt an, der inzwischen CSU-Landesgruppenchef ist.

Scheuer, Vater einer Tochter, gibt mit seinem Wechsel ins Kabinett seinen Posten als CSU-Generalsekretär ab, den er seit 2013 innehatte. In diesem Amt provozierte er mitunter durch so markige Sprüche, dass sogar die Kirchen den Katholiken kritisierten.

GERD MÜLLER (62): Bei der Kabinettsbildung 2013 war seine Berufung zum Entwicklungsminister für viele eine Überraschung, immerhin hatte der Schwabe zuvor als Staatssekretär im Bundesagrarministerium bei Landwirtschaftsthemen auf sich aufmerksam gemacht. In der vergangenen Legislaturperiode aber hat sich Müller, der auch von Parteifreunden gerne wegen seiner bisweilen unbeherrschten Art kritisiert wird, im Bereich wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung auch außerhalb der CSU und Deutschlands einen Namen gemacht.

Von 1989 bis 1994 gehörte Müller dem Europaparlament an, er war in dieser Zeit Parlamentarischer Geschäftsführer der konservativen EVP-Fraktion. Seit 1994 ist er Mitglied des Bundestages. In der Zeit war er unter anderem außen- und europapolitischer Sprecher sowie Vizechef der CSU-Landesgruppe. Der verheiratete Vater von zwei Kindern darf seinen Ministerposten nun behalten.

DOROTHEE BÄR (39): Die Oberfränkin ist die einzige Frau, die Seehofer für Berlin aufgeboten hat. In der abgelaufenen Legislaturperiode war sie im Bundesverkehrsministerium Staatssekreträtin unter Dobrindt. Seit Dezember ist die Bambergerin auch stellvertretende Parteivorsitzende.

Seit 2002 Mitglied des Bundestages, engagierte Bär sich im Parlament insbesondere beim Zukunftsthema Digitalisierung. Genau in dem Bereich kommt sie nun zum Zuge: Sie erhält den Posten einer Staatsministerin für Digitalisierung. Ihr Arbeitsplatz wird damit künftig im Kanzleramt sein.