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»Die Dorfgemeinschaft ist mir wichtig«

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Ludwig Entfellner

Unterwössen. Ludwig Entfellner (54) ist selbstständiger Zimmermeister und Landwirt. Der CSUler hat drei Kinder im Alter von 20, 24 und 26 Jahren. Er tritt gegen Sandra Sonntag an.


Wieso wollen Sie Bürgermeister in Unterwössen werden?

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Ich bin in Unterwössen aufgewachsen und habe in unserem Dorf eine gute Zeit erlebt. Die Dorfgemeinschaft ist mir wichtig. Die Lebensbedingungen ändern sich schnell und stellen uns vor immer neue Aufgaben. So sehe ich mich mit meinen Erfahrungen aus Beruf, Ehrenamt und Politik gefordert, zu helfen und etwas an Unterwössen zurückzugeben.

Welche Probleme wollen Sie als erstes angehen, wenn sie zum Bürgermeister gewählt werden?

Den Begriff Herausforderungen finde ich passender. Die sind tatsächlich so zahlreich, dass einer allein sie nicht schultern kann. Das sollte ein Bürgermeister auch nicht. Meine erste – wenn Sie wollen – Herausforderung wird darin bestehen, auf die Mitglieder des Gemeinderates und der Verwaltung zuzugehen. Wir alle sollten eine Basis schaffen, gemeinsam mit dem Bürger die Herausforderungen in Unterwössen zu meistern.

Was gefällt Ihnen besonders an ihrer Gemeinde?

Mir gefällt es, wie die Menschen im Dorf zusammen leben, ihr Leben gemeinsam gestalten. Ich habe erlebt, wie die Bürger in Notsituationen in Ober- und Unterwössen zusammenstehen. Das stimmt mich zuversichtlich. Mir gefällt unser gut funktionierendes Vereinsleben, das ausgeprägte gesellschaftliche und kulturelle Leben, wie es sich jetzt im Wössner Seeräuberspiel einmal mehr beweist. Unsere schöne Landschaft sehe ich als Geschenk. Wir müssen sie hegen und pflegen.

Wie würde Sie ein guter Freund/Ihre Frau beschreiben?

Da denke ich, wäre es ratsamer, meine Frau oder einen guten Freund zu fragen.

Welche starken Eigenschaften haben Sie? Wo liegen Ihre Schwächen?

In meinem Leben haben mir Mitarbeiter, Kollegen und Partner Organisationstalent, Führungsstärke und strategisches Denken zugeschrieben. Ich glaube, der Umgang mit Menschen liegt mir.

Meine Schwächen? Unliebsame Dinge schiebe ich gerne hinaus. Zum Leidwesen meiner Frau erweise ich mich im häuslichen Bereich als sehr untalentiert.

Was passiert mit dem ehemaligen Hallenbad in Unterwössen, wenn Sie Bürgermeister werden?

Machen wir uns nichts vor. 2,7 Millionen Schulden aufnehmen, Zins und Tilgungen leisten, damit das Hallenbad generalsaniert wird und der Schwimmbetrieb den gesetzlichen Ansprüchen genügt? Dazu ein jährliches Betriebskostendefizit von 150 000 Euro tragen? Das ist für eine Gemeinde wie Unterwössen mit einer freien Finanzspanne von 500 000 Euro im Jahr einfach zu viel. Ein Generalumbau der Schwimmhalle und der Umkleiden stößt ebenfalls an die Grenzen. Das ist die eine Seite.

Andererseits ist das Gebäude in baulich gutem Zustand. Der erste Stock wird vorbildlich genutzt. Es wäre möglich, die Sauna weiter zu betreiben. Die Schwimmhalle ist in ihren Ausmaßen ein interessanter Bau, aus dem man Besonderes machen sollte. Schön wäre etwas, was es nicht überall gibt, was den Einheimischen und den Gästen gefällt.

Was das sein könnte, bestimme nicht ich. Das werden wir alle gemeinsam erarbeiten, planen und umsetzen. Zwischen einer großen Lösung mit Partnern und einer kleinen Lösung mit unser aller Hände Arbeit ist alles möglich. Zuvor finden wir sicher eine Lösung, den Raum vorübergehend zu nutzen.