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Die Entscheidung

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Jasna Fritzi Bauer als Nathalie in einer Szene des Krimis «Charlotte Link - Die Entscheidung». Foto: Francois Lefebvre/ARD Degeto/dpa Foto: dpa

Ein Strudel aus Entführung, Verfolgung und Mord: Felix Klare und Jasna Fritzi Bauer in der Verfilmung eines Charlotte-Link-Romans.


Berlin (dpa) - Charlotte Link ist eine fleißige Romanautorin von Büchern wie »Sturmzeit« oder »Die Rosenzüchterin«. Viele Titel der 56-Jährigen wurden verfilmt, bislang zwölf vom ZDF (1999-2009), fünf waren seit 2013 im Ersten zu sehen. Die sechste ARD-Verfilmung »Charlotte Link - Die Entscheidung« läuft am Donnerstag um 20.15 Uhr.

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Die Sonne scheint in Marseille am Mittelmeer, hier verbringt Simon (Felix Klare) aus Hamburg ein paar Tage im Ferienhaus seines Vaters an der Küste. Bei einem Stadtbummel trifft er auf Nathalie (Jasna Fritzi Bauer), die gerade als Einbrecherin von Anwohnern überwältigt worden ist. Er kauft sie frei und nimmt sie bei sich auf.

Schon bald geraten beide ins Visier der Chefin einer brutalen Schleuserbande (Lina Wendel). Sie lockt junge Mädchen aus Bulgarien unter falschen Versprechungen nach Frankreich - sie gaukelt ihnen Chancen als Model vor. Derweil sucht die Polizei nach Nathalies untergetauchtem Freund Jerome (Frederick Lau) wegen des angeblichen Mordes an seiner Ex-Freundin. Nicht nur für Kommissarin Rosarde (Jeanette Hain) erwächst daraus zunehmend ein rätselhafter Fall.

Drehbuchautor Andreas Linke und Regisseur Sven Fehrensen (48, »Sankt Maik«) halten sich weitgehend an die spannende und verwinkelte Geschichte, in der es um eine Entscheidung mit schwerwiegenden Folgen geht. Der Urlauber gerät durch seine spontane und unüberlegte Hilfsaktion in einen Strudel aus Entführung, Verfolgung und Mord. Damit nicht genug, wird auch noch seine Familie mit hineingezogen - seine Freundin Kristina (Theresa Underberg) besucht Simon unvermittelt in Marseille, die Kinder aus seiner geschiedenen Ehe lässt sie zum Glück zu Hause. Nun läuft der Urlaub nämlich vollends aus dem Ruder.

Jasna Fritzi Bauer (30, »Rampensau«) legt ihre Nathalie als sehr geheimnisvolle Figur an, so dass weder klar wird, woher sie kommt noch was sie vorhat. Ihr scheint nicht bewusst zu sein, in welche Gefahr sie Simon bringt, der kurz vor Ende noch nicht weiß, ob sie ihm die Wahrheit erzählt oder ein übles Spiel mit ihm treibt.

Aber auch Simon ist für den Zuschauer nicht klar auszumachen, was Felix Klare (41, »Unschuldig«) im ARD-Interview so erklärt: »Ich habe versucht, die Figur Simon nicht plakativ und simpel als Gutmenschen darzustellen, ihn gerade in der Anfangsphase immer zweideutig zu halten, wenn er Nathalie beispielsweise anbietet, mit ihm nach Hause zu kommen, dann bei ihm zu schlafen et cetera. Ich wollte ihn auch bewusst dunkel und neugierig zeigen, dass man nicht sofort seine Beweggründe und seinen Charakter durchschaut.«

Das gelingt dem Zuschauer vermutlich auch nicht so schnell. Der Film, der in Marseille, Paris und Sofia spielt, hätte ein wenig mehr Tempo und etwas weniger blutige Szenen gut vertragen können, aber der Spannung tut das bis zum ernüchternden Ende keinen Abbruch. Eher erstaunlich ist dabei, dass sämtliche französischen Kommissare und sogar ein bulgarischer Vater fließend Deutsch sprechen.

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