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Die erste Rose zur Geburt des ersten Kindes gepflanzt

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Als wüsste sie, für wen sie vor 47 Jahren eingepflanzt wurde, rankt sich die blutrote Rose der Sorte »Sympathie« mittlerweile bis in den ersten Stock hinauf – dort hin, wo Claudia Schobersteiner wohnt. (Foto: Hohler)
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Drei Jahre brauchte diese »New Dawn«-Rose (vorne rechts), um am neuen Standort wieder in voller Pracht zu erblühen. (Foto: Schobersteiner)

Übersee – »Früher hatten wir Geranien«, erzählt Ruth Schobersteiner beim Besuch des Traunsteiner Tagblatts. »Aber wir hatten keinen Keller zum Überwintern, und so hat man im Frühjahr immer gut und gern 500 Mark investiert.


Eine Rose pflanzt man ein und sie kommt jedes Jahr wieder.« Als sie vor rund 47 Jahren ihren Mann Georg heiratete und dann Tochter Claudia zur Welt kam, pflanzte sie ihren ersten Rosenstock an der Terrasse.

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Inzwischen rankt sich der Rosenstock bis in den ersten Stock hinauf, wo Tochter Claudia heute wohnt, gerade so, als wüsste die Rose, für wen sie einst gepflanzt wurde. Außerdem wohnen in »Schobi-Dorf«, wie die Familie das Anwesen liebevoll nennt, auch noch Georg Schobersteiner jun. mit seiner Frau und den beiden Kindern Antonia und Jonas sowie Georgs Zwillingsschwester Anita mit Mann und den Kindern Leopold und Ludwig. Macht mit drei Wohnhäusern, Gartenhütten und Hundehütte zusammen sieben Hütten.

Als Georg jun. baute, musste der alte, dürre Birnbaum weichen, an dem sich drei Rosenstöcke bis auf sieben, acht Meter Höhe hinauf gerankt hatten. »Ich hab alle drei umgesetzt, aber nur eine hat überlebt«, sagt Ruth Schobersteiner, »die 'New Dawn', die ich vorm Haus wieder eingesetzt hab. Aber die hat da auch drei Jahre gebraucht, bis sie es wieder zu voller Blüte geschafft hat«.

Bei der Pflege des Gartens herrscht im Hause Schobersteiner Kompetenztrennung: Zuständig ist sie für die Rosen, er für den Rasen, die Sträucher, den Wein und alles, was zu bauen ist, vom Gestell für die Rosen über die Hundehütte bis zum Holzpony für die Enkel.

Wie viele Rosenstöcke sie hat, kann sie spontan gar nicht sagen, aber an die 50 dürften es schon sein. »Und ich hab' von jeder Sorte nur eine«, erklärt sie. Da gibt es zum Beispiel die tief rote »Sympathie«, die leicht duftet, die rosafarbene »Leonardo da Vinci«, die sehr robust ist, oder eben die »New Dawn«, alle farblich abgestimmt, versteht sich. Darunter gibt es Duftrosen, zart duftende Sorten, alte Sorten und englische Rosen.

Die Rosen blühen heuer besonders gut, sagt Ruth Schobersteiner. »Heuer ist das alles zwei Wochen früher dran, aber bei großer Hitze halten die Blüten auch nicht so lang.« Gegossen werden die Rosen vor allem mit Regenwasser, »das ist weicher und kalkfrei«. Vor allem aber hat es die richtige Temperatur. Sind die Regenfässer leer, werden sie notfalls aufgefüllt. »Direkt aus dem Schlauch ist das viel zu kalt.«

Für einen richtig schönen Rosengarten muss man eigentlich ständig dran sein, erklärt Ruth Schobersteiner. Spätestens jeden zweiten Tag schneidet sie verblühte Blüten ab, damit die anderen Blüten besser zur Geltung kommen und die gesamte Pflanze immer gesund und frisch aussieht. Immer wieder werden abgestorbene Ästchen abgeschnitten, im Herbst wird dann abgeschnitten, was hoch hinaus steht.

Im Winter zieht Ruth Schobersteiner die Kübelpflanzen unters Dach, stellt von vorn ein Brett davor – »das bringt auch schon ein bissl Frostschutz« – und deckt die Pflanzen mit Zweigen ab, auch die eingepflanzten. Dafür eignet sich hervorragend der zersägte Christbaum, der so auch sinnvoll weiter verwertet wird.

Je nach Wetter im März oder April werden die Blumen wieder abgedeckt, die Erde wird gelockert, die Larven des Rosenkäfers heraus geholt und den Vögeln serviert, und die Rosen werden gedüngt – mit fertigem Rosendünger oder mit Engelharz, »das ist ein super Dünger, der schnell wirkt«. Der Hauptschnitt im Frühjahr »ist eine Wissenschaft für sich«, sagt sie abschließend und lacht. »Das kommt einfach mit der Erfahrung«. coho

Das Traunsteiner Tagblatt stellt im »Rosenmonat« – so wird der Juni in Gärtnerkreisen genannt, weil die Rosenblüte dann in der Regel ihren Höhepunkt erreicht – die schönsten Rosengärten in der Region vor.