Die Feuerwehren haben den Katastrophenschutz im Blick –Versammlung des LFV Bayern
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Foto: Hubert Hobmaier

Die Feuerwehren haben den Katastrophenschutz im Blick –Versammlung des LFV Bayern

Zahlreiche Delegierte der heimischen Feuerwehren waren am vergangenen Wochenende in Neutraubling bei der Versammlung des Landesfeuerwehrverbandes (LFV) Bayern in Neutraubling vertreten. Neben einem umfangreichen Rechenschaftsbericht nutzen die Vertreter die Möglichkeit, sich über Entwicklungen und neue Erkenntnisse auf Landesebene zu informieren. Im Zentrum der Beratungen standen sowohl die zukünftige Mitgliedergewinnung als auch die Entwicklungen im Katastrophenschutz. Heinrich Waldhutter aus dem Berchtesgadener Land hat für sein langjähriges Wirken im Feuerwehrwesen das Bundesverdienstkreuz erhalten.


Einen ganzen Reigen an Informationen hatte der Vorsitzende des LFV Bayern für die etwa 400 Delegierten und Gäste aus dem gesamten Freistaat im Gepäck. Neben einen Rückblick auf die Covidsituation in den Feuerwehren standen Themen wie die notwendige Anerkennungskultur für das Ehrenamt, die Digitalisierung in den Feuerwehren, die Überarbeitung der bayernweit einheitlichen Alarmierungsbekanntmachung auch Themen aus der Facharbeit und die Idee einer Feuerwehrrente, „die wir in der kommenden Zeit verstärkt verfolgen möchten, um eine Anerkennung für jahrelanges ehrenamtliches Engagement zu erhalten“, so der Landesvorsitzende.

Das beherrschende Thema bildete jedoch der Katastrophenschutz und die Bedeutung der Feuerwehren bei Naturgefahren, der Bewältigung von Infektionskrankheiten, der Ukrainehilfe oder dem Klimawandel aber auch bei Stromausfällen sowie anderen Störungen der öffentlichen Daseinsvorsorge. „Wer, wenn nicht die Feuerwehr leistet fast täglich Bevölkerungsschutz – es geht nicht ohne uns aber immer mit uns“, stellte Johannes Eitzenberger fest. Diese Auffassung teilte auch der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann, „wir müssen den Katastrophenschutz nun verstärkt in den Blick nehmen und zügig, klug sowie bedacht handeln“.

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In den Bayerischen Feuerwehren leisten derzeit etwa 330.000 Aktive Dienst. Im vergangenen Jahr rückten die Floriansjünger im Freistaat zu rund 250.000 Einsätzen aus, was durchschnittlich rund 680 Einsätze am Tag bedeuten. 99 Prozent aller Feuerwehren in Bayern sind sogenannte Freiwillige Feuerwehren, die von Einsatzkräften auf einer ehrenamtlichen Basis getragen werden. Besonders bei den Kinderfeuerwehren war in der letzten Zeit ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. Fast 15.000 Buben und Mädchen sind mittlerweile in fast 1000 Gruppen organisiert.

Damit man immer wieder verschiedene Personengruppen für die Feuerwehr anspricht und auf das Ehrenamt aufmerksam macht, gibt es seit vielen Jahren Feuerwehr Aktionswochen, die sich auf unterschiedliche Art und Weise den möglichen Zielgruppen nähern. Sie alle haben das Ziel, das Interesse an den Aufgaben der Feuerwehr zu wecken und die Vielfältigkeit der Organisation zu zeigen. In diesem Jahr steht die bayernweite Aktion unter dem Motto „Helfen ist Trumpf – Tag und Nacht“ und wird über zahlreiche Kanäle beworben. Hintergrund ist die Tatsache, dass die Ehrenamtlichen bei man brenzligen Situationen oft einen Trumpf im Ärmel haben, den sie bei Bedarf ausspielen, um Anderen in einer Notlage zu helfen – und das Tag und Nacht!

Mit der Fragestellung „Wer löscht morgen?“ hat ein Lehrstuhl an der TU Nürnberg den Forschungsauftrag erhalten, wie man die Feuerwehren „Fit für die Zukunft“ bekommt. Dazu haben derzeit alle Aktiven die Möglichkeit, über einen Onlinefragebogen Auskunft über das zu geben, wo bei ihnen der Schuh drückt und wie man die Attraktivität des Ehrenamts steigern kann. Auf Initiative des LFV Bayern wurde dazu der Auftrag durch das Innenministerium erteilt, um wertvolle Grundlagenforschung zu betreiben und in weiterer Folge Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung abzuleiten.

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Foto: Hubert Hobmaier

Neben den Vertretern des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein waren auch Delegierte aus den Nachbarlandkreisen Altötting, Berchtesgadener Land, Mühldorf sowie aus der Stadt und dem Landkreis Rosenheim vor Ort. Bei ihnen war die Freude besonders groß, als Heinrich Waldhutter insbesondere für sein langjähriges und engagiertes Wirken rund um das Feuerwehr Erholungsheim in Bayerisch Gmain das Bundesverdienstkreuz durch Joachim Herrmann im Auftrag des Deutschen Bundespräsidenten verliehen bekam. Begleitet wurde die Ehrung von langanhaltendem Applaus aller Versammlungsteilnehmer. Zu den ersten Gratulanten zählten die Vertreter des Landkreises Traunstein, Christof Grundner, Günter Wambach, Josef Egginger, Martin Schupfner und Hubert Hobmaier.

Mitunter packende Fachberichte, wie die Schilderungen des Einsatzleiters bei dem Zugunglück nahe Garmisch-Partenkirchen mit fünf Todesopfern im Frühjahr dieses Jahres oder den Erfahrungen mit einem Schaumeinsatz zur Gebäudebrandbekämpfung bei der Feuerwehr Kaufbeuren im Allgäu rundeten den Inhalt der Versammlung ab. Darüber hinaus erhielten die Zuhörer Sachstandsberichte zur Überarbeitung des Leistungsabzeichens oder dem deutsch-österreichischem Projekt „Hochwasser kennt keine Grenzen“, bei dem Vertreter aus Niederbayern zusammen mit den Kameraden aus Oberösterreich und Salzburg eine umfangreiche Wissenssammlung zusammengetragen haben.

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Neben einer Spende von der Aktion „GRISU hilft“ in Höhe von 5.000 Euro freuten sich die Verantwortlichen über eine Großspende aus dem Gewinnsparen der Volks- und Raiffeisenbanken in Höhe von 250.000 Euro. „Wir sind völlig überwältigt von so viel Unterstützung und werden das Geld sinnvoll für die Feuerwehren in Bayern verwenden“, freute sich Johannes Eitzenberger.

Eine kleine Ausrüstungsmesse sowie eine Fahrzeugausstellung der Feuerwehren aus dem Landkreis Regensburg rundeten die zweitägige Veranstaltung ab. Im kommenden Jahr feiert des LFV sein 30-jähriges Gründungsjubiläum. Dann treffen sich die Delegierten zur Landesverbandsdelegiertenversammlung in Memmingen. Die Verantwortlichen sind bereits damit beschäftigt, das kleine Jubiläum vorzubereiten.

Hob