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Die Frau mit einem Schuh

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Die Frau mit einem Schuh
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Franzi (Nina Proll) und Michael (Karl Fischer) am Tatort im ZDF-Landkrimi «Die Frau mit einem Schuh». Foto: Petro Domenigg/ZDF Foto: dpa

Das Grauen lauert in der Provinz. Dort, wo fast jeder jeden kennt. Als Kontrastprogramm zur Fußball-WM zeigt das ZDF den österreichischen Film «Die Frau mit einem Schuh». Ein Fall für Liebhaber skurriler Krimikost.


Berlin (dpa) - «Gute Haare sind teuer.» Deshalb wundert sich die Villenbesitzerin in Leoparden-Dessous auch, warum jemand seine Haarpracht einfach so in den Teich vor ihrem Haus schmeißt. Und das auch noch inklusive Skalp!

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Als am nahen Wehr ein Unterschenkel mit Stöckelschuh auftaucht, ist klar: Das ist ein Fall für die Abteilungsinspektorin Franzi (Nina Proll) und ihren Kollegen Michael (Karl Fischer). Das ZDF zeigt das österreichische Provinz-Ermittlerteam in der Story um «Die Frau mit einem Schuh» am Sonntag (24. Juni) um 20.15 Uhr - als Alternative zur Fußball-WM, wenn am Abend Polen auf Kolumbien trifft.

Der Humor in diesem Krimi aus Niederösterreich ist tiefschwarz und bitterböse. Nina Proll - bekannt auch als Nico aus der «Vorstadtweiber»-Serie - ist die Idealbesetzung in dieser lakonisch komischen Story. Sie spielt die herbe Ermittlerin als zupackende Frau mit erfrischenden Macho-Zügen.

Zuhause lässt sich die Motorrad-Liebhaberin von ihrem treuen und geduldigen Mann (Robert Palfrader) bekochen. Im Dienst lässt sie sich weder von ihrem ewig nörgelnden, älteren Kollegen Michael noch vom attraktiven, spöttischen Chefinspektor (Hary Prinz) etwas vormachen. Und heimlich wünscht sie sich fort in die Großstadt, ins große Abenteuer.

Karl Fischer («Murer - Anatomie eines Prozesses») gibt seinen Michael als begnadeten Grantler - der rechnet den Euro immer noch stur in Schilling um, lästert über Sportler mit Walking-Stöcken und beschimpft Banken und Versicherungen pauschal als Verbrecher. Er will am liebsten, dass alles so bleibt wie es immer war.

Stück für Stück tauchen an verschiedenen Orten immer mehr gruselige, halb verweste Teile einer Frauen-Leiche auf. Hat der Tod der Frau mit dem Ausbruch einer Gefangenen aus dem nahen Knast zu tun? Als sie nicht weiterkommt, lädt Franzi die Verdächtigen aus dem Ort einfach zu einem privaten Abendessen zu sich nach Hause ein.

Die 2014 im ORF erstmals ausgestrahlte «Landkrimi»-Produktion «Die Frau mit einem Schuh» ist die einzige TV-Spielfilm-Regie von Michael Glawogger (1959-2014). Der preisgekrönte Österreicher ist Regisseur von aufwühlenden Dokumentationen wie «Whores' Glory» über den Alltag von Prostituierten in Thailand, Mexiko und Bangladesch sowie «Workingman's Death» über körperliche Schwerstarbeiter in aller Welt.

Glawoggers Krimi lebt von skurrilen Momenten und grandiosen Nebenfiguren - wie zum Beispiel der alten Frau, die im Haus am Kreisverkehr wohnt, regelmäßig verdächtige Beobachtungen macht und sich immer über einen Besuch von Franzis Ermittler-Kollegen Michael freut.

In das Österreichische müssen sich die Ohren der deutschen Zuschauer sicher erst etwas einhören. Aber genau hinhören, das lohnt sich. Da sitzt jeder Gag. Der «Frau mit einem Schuh» fehlt es ein wenig an Tempo und dramaturgischer Stringenz - aber die kernigen, eigenwilligen Charaktere machen dieses Defizit mehr als wett.