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»Die Frauen sollten zuschlagen«

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Jens Müller traut seinen Athleten bei der Weltmeisterschaft einiges zu. (Foto: Reker)

Am ersten Wochenende der Bob- und Skeleton-Weltmeisterschaft haben einige deutschen Skeleton-Fahrer bereits gezeigt, was sie können. Nach dem Team-Wettbewerb sprach Skeleton-Cheftrainer Jens Müller im Interview über eine erste Bilanz, das kommende Wochenende und die nächste Saison.


Im Team-Wettbewerb sind die deutschen Skeletonis zweimal Bahnrekord gefahren. Das lässt für die Einzelwettkämpfe hoffen, oder?

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Jens Müller: Die Stärksten waren noch nicht hier zum Team-Wettbewerb, das muss man auch mal sehen. Aber von der Vorbereitung her, von der Performance, sind wir auf einem guten Weg.

Wer sind die stärksten Konkurrenten der Deutschen?

Müller: Die beiden Letten – Martins und Tomass Dukurs – sind bei den Männern die stärksten Konkurrenten, dann natürlich Olympiasieger Alexander Tretjakov und der aktuell Gesamtweltcup-Zweite Sungbin Yun aus Korea. Bei den Frauen Lelde Priedulena aus Lettland sowie die Kanadierin Mirela Rahneva. Sie ist auch sehr stark. Sie sehe ich als unsere Hauptkonkurrenten.

Ist bei den Männern eine Medaille möglich?

Müller: Ein Podiumsplatz bei den Männern wird schwer, aber wir haben es als Ziel, dass es wenigstens einer von den dreien schaffen kann. Alle drei haben es drauf. Es ist ein bisschen Tagesform abhängig.

Das Problem ist eigentlich, dass die Männer einen Tag Pause haben zwischen den Rennläufen. Da ist es natürlich schwierig, die Konzentration und Motivation aufrecht zu erhalten über den einen Tag und dieselbe Form dann wieder zu erreichen.

Bei den Damen sollte es aber eine Medaille werden, oder?

Müller: Jaqueline hat momentan eine absolute Topform hier auf der Bahn. Sie hat ja auch den Weltcup gewonnen. Tina hat sich auch weiter entwickelt. Und Anna mit ihrer Unbekümmertheit ist auch für eine Überraschung gut. Da hoffe ich schon, dass die Frauen da vorne zuschlagen.

War die kurzfristige Verlegung der Weltmeisterschaften an den Königssee ein Problem?

Müller: Nein, überhaupt nicht. Hier zu fahren ist immer schön, weil's zuhause ist und man nicht nach Sotschi fliegen muss. Es ist unsere Heimbahn und wir nehmen das mit als Motivation, dass wir uns hier auch gut vorbereitet haben. Es ist natürlich so, dass die anderen Nationen sich auch sehr gut vorbereiten konnten. Sie haben noch extra Läufe bekommen. Aber für uns ist es Motivation und die Stimmung ist am Königssee immer super.

Hut ab, dass man in so kurzer Zeit so eine Veranstaltung auf die Beine stellt. Ich glaube es gibt keine Bahn auf der Welt, die das so gut könnte.

Bedeutet die Heim-WM für die Athleten eine zusätzliche Belastung?

Müller: Klar gibt es mehr Anfragen, aber Richtung Olympia nächstes Jahr müssen die Leute auch lernen, damit umzugehen. Sicherlich ist es jetzt erst mal nicht so einfach, aber vielleicht ist es auch schon ein bisschen eine Vorbereitung auf Olympia nächstes Jahr. mdp

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